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Neckartal-Linie über Haßmersheim
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Bad Rappenauer Bürgerbus startet Jungfernfahrt auf Neckartal-Linie

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Am Montag um 9 Uhr ist in Bad Rappenau die erste Fahrt des Bürgerbusses auf der neuen Neckartal-Linie gestartet. Es werden auch Haßmersheim und Hüffenhardt angefahren.

Klaus Ries-Müller, Vorsitzende des Bürgerbusvereins, und Fahrer Dirk Bosse
Klaus Ries-Müller, Vorsitzende des Bürgerbusvereins, und Fahrer Dirk Bosse  Foto: Hoffmann, Adrian

Lange war es angekündigt worden, jetzt ist es soweit. Am Montag nahm der Bürgerbus seine neue Neckartal-Linie in Betrieb. Sie besteht aus einer großen Runde von der Stadtmitte Bad Rappenau aus über Haßmersheim, Hüffenhardt und Siegelsbach zurück in Bad Rappenauer Teilorte und wieder nach Bad Rappenau Stadt. Klaus Ries-Müller vom Bürgerbusverein begleitete die Jungfernfahrt und übergab dem ersten Fahrgast ein Geschenk.

Brunhilde Wachno (72) aus Bad Rappenau-Obergimpern freute sich über Weltladen-Schokolade und versprach, in ihrer Runde der Gymnastikdamen fleißig Werbung zu machen für die neue Linie. Denn das neue Angebot muss erst noch in den Köpfen ankommen. Von Obergimpern aus könne man zum Beispiel wunderbar nach Bonfeld zum SB-Landmarkt fahren und dort einkaufen, oder auch weiter zu Supermärkten nach Bad Rappenau. Wachno macht die Erfahrung, dass viele Menschen allzu gerne auch im hohen Alter mit dem Auto fahren - obwohl es gute Angebote wie dieses gebe. Natürlich müsse man Überzeugungsarbeit leisten, so Wachno.

Zeitplan eng getaktet - Fahrer muss auf die Tube drücken

Ihr Gedanke war es am Montag, eine ganze „Rundfahrt“ mitzuerleben. Das sind immerhin mehr als 50 Kilometer  reiner Wegstrecke, die Fahrtdauer bis zum erneuten Erreichen des Startpunktes liegt bei einer Stunde. Dass man lange verweilen muss, wenn der Bus dann erst mal weg sei, sieht Brunhilde Wachno nicht als Problem. Man könne ja auch wo einen Kaffee trinken. Überhaupt wünscht sie sich Erlebnisse für die Fahrgäste - das Bikinimuseum in Fürfeld würde sie als eigene Haltestelle sehen.

Man sei grundsätzlich sehr flexibel in der Ausgestaltung, sagt Klaus Ries-Müller. Haltestellen können noch hinzugefügt oder auch wieder gestrichen werden. Außerdem darf man Bürgerbusfahrern winken und wenn möglich, halten sie dann an. Auf Anfrage ist auch denkbar, Fahrgäste an der Haustür abzuholen.

Den ersten Fahrdienst hat Dirk Bosse. Der 63-jährige Rentner macht das ehrenamtlich wie alle im Team. Er muss sich noch an die genaue Strecke gewöhnen - in Siegelsbach zweigt man zum Beispiel kurz zum Rathaus ab und wendet dort. „Jetzt musst du ein bisschen schneller fahren“, drängt Klaus Ries-Müller auf offener Strecke zwischen den Orten - der Zeitplan soll eingehalten werden.

Bad Rappenaus Oberbürgermeister Sebastian Frei lobt das neue Angebot

Die Mitfahrt im Bürgerbus ist kostenlos. Man darf aber eine Spende in eine Kasse werfen. Der Komfort der Fahrgäste ist dem Verein wichtig: Es stehen Regenschirme zur Mitnahme bereit, die man auch gerne bei der nächsten Busfahrt wieder zurückbringen kann. 

Bad Rappenaus Oberbürgermeister Sebastian Frei wertschätzt das neue Angebot. „Der Bürgerbus ist für viele Menschen in unserer Stadt längst ein fester Bestandteil des Alltags“, schreibt er auf seiner Facebookseite. Umso mehr freue es ihn, dass das Angebot erweitert wurde und nun auch überörtlich bestehe.

Der Kleinbus mit neun Sitzen fährt von Montag bis Donnerstag von 9 bis 15 Uhr. Auf der Route liegen Bad Rappenau-Kernort, Zimmerhof, Heinsheim, Neckarmühlbach sowie Hüffenhardt, Siegelsbach, Haßmersheim und auf dem Rückweg Obergimpern, Babstadt, Treschklingen, Fürfeld und Bonfeld. Er verkehrt allerdings nur in eine Richtung. Der Bürgerbus innerhalb der Bad Rappenauer Kernstadt fährt weiterhin mittwochs und samstags.

Am Nachmittag zieht Klaus Ries-Müller erste Bilanz. Elf Fahrgäste am ersten Tag - „es dürfen ruhig noch mehr werden“, sagt er.

Klaus Ries-Müller überreicht Brunhilde Wachno als erstem Fahrgast ein Geschenk.
Klaus Ries-Müller überreicht Brunhilde Wachno als erstem Fahrgast ein Geschenk.  Foto: Hoffmann, Adrian
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