Deutsche Reihenhaus AG plant Projekt in Heinsheim
18 Reihenhäuser mit je 145 Quadratmeter Wohnfläche sollen im neuen Baugebiet Neckarblick in Heinsheim entstehen. Dabei hatte es laut Stadtverwaltung zuletzt eine rückläufige Nachfrage nach Bauplätzen gegeben.

Das Neubaugebiet Neckarblick im Stadtteil Heinsheim nimmt Gestalt an. 29 Bauplätze wurden gebildet - sieben davon sind Mischgebietsplätze, 22 sind für Wohnbau gedacht. Acht der Wohnbauplätze hat die Deutsche Reihenhaus AG gekauft. Am Dienstag (3. März) sei in Köln der Notartermin gewesen, teilt Unternehmenssprecher Achim Behn mit.
Auf den acht Plätzen mit 5708 Quadratmetern Fläche plant die Deutsche Reihenhaus AG laut Behn 18 Reihenhäuser mit einer Wohnfläche von 145 Quadratmeter. Was in Bad Rappenau-Heinsheim besonders sei, so Behn: „Wir planen dort ausschließlich Dreier-Hausgruppen. Das bedeutet, dass wir mehr End- als Mittelhäuser im Angebot haben werden.“
Sprecher der Deutsche Reihenhaus AG: „Wunsch nach den eigenen vier Wänden noch immer ungebrochen“
Das Unternehmen mit Sitz in Köln hat sich seit 25 Jahren dem seriellen Bauen verschrieben und baut Behns Angaben nach 750 Häuser im Jahr. Was in Heinsheim entstehen soll, steht schon in vielen anderen Städten in Deutschland. Derzeit haben sie ein Projekt in Stuttgart, ein anderes in Bretten. In Bretten würden die Reihenhäuser am Ende des Tages 450000 Euro kosten. Wärmepumpe und Photovoltaik sind immer mit eingeplant. Für Heinsheim könne er noch nichts genau sagen, sagt Behn. Aber er gehe davon aus, dass es so um diesen Dreh sein werde.

Man baue grundsätzlich ohne Keller, „denn der Keller ist das teuerste Geschoss, wie man so schön sagt“. Ihr Anspruch sei, dass Wohneigentum bezahlbar bleibe - trotz der immensen Steigerung der Baukosten in den vergangenen Jahren. Bei Familien sei „der Wunsch nach den eigenen vier Wänden noch immer ungebrochen“.
Man sei momentan in den Planungen, sagt Behn weiter. „Bestenfalls können wir bereits Ende des Jahres mit dem Bau starten.“ Ansonsten eben erst ab Frühjahr 2027. Die Marktforschungsabteilung suche Standorte für Projekte aus, erklärt Behn. „Wir haben da ein klassisches Ampelmodell.“ Das Projekt in Heinsheim „passt da gut in die Region“, ist Behn überzeugt. Interessenten gebe es bislang noch keine - ganz einfach deshalb nicht, weil die Pläne bis dato extern noch nicht bekannt gewesen seien.
Nachfrage nach Wohnbauplätzen war laut Verwaltung in den letzten zwei Jahren deutlich rückläufig
Die 14 übrigen Wohnbauplätze im Gebiet Neckarblick müssen noch vermarktet werden. „Es gibt einzelne Heinsheimer, die scharren schon mit den Hufen“, sagte SPD-Stadträtin Anika Störner am vergangenen Donnerstag bei der jüngsten Gemeinderatssitzung der Stadt Bad Rappenau. Das Gremium stimmte zu, dass die elf westlichen Wohnbauplätze im neuen Baugebiet jeweils per Einzelbeschluss vergeben werden. Außerdem sollen die drei östlichen und voraussichtlich attraktivsten Plätze im Gebotsverfahren zum Mindestgebot von jeweils 330 Euro pro Quadratmeter vergeben werden. Die sieben Mischbauplätze sollen ebenfalls jeweils per Einzelbeschluss vergeben werden.
Wie bei der Vermarktung der Restbauplätze in den Baugebieten Waldäcker, Kandel, Kobach II und Boppengrund II deutlich geworden sei, ist die Nachfrage nach Wohnbauplätzen in Bad Rappenau im Laufe der letzten zwei Jahre deutlich rückläufig, hieß es in der Sitzungsvorlage des Gemeinderats. Daher soll im Neckarblick auf die Vergabe nach Kriterien verzichtet werden.
Baugebiet liegt an Kante zu einer Jahrhundert-Hochwasserlinie: Kritik von ÖDP
„Wir von der ÖDP waren nie ein Freund dieses neuen Baugebiets“, sagte Stadtrat Klaus-Ries-Müller. Denn das Gebiet liege an der Kante zu einer Jahrhundert-Hochwasserlinie. Er bitte daher darum, bei den Verträgen explizit festzuhalten, dass die Stadt jegliche Gewährleistungen ausschließe. Auch die Grünen hatten in der Vergangenheit die Erschließung des Baugebiets kritisiert. Mit zunehmenden Extremwetterlagen, die durch die Klimaerwärmung deutlich häufiger würden, steige das Risiko von Hochwasserereignissen erheblich, lautete eine Befürchtung. Die Flächenversiegelung durch die neue Bebauung trägt zusätzlich zur Hochwassergefahr bei.

Da sich das Areal Neckarblick in einem Wasserschutzgebiet befindet, müssen Regen- und Schmutzwasser getrennt abgeführt werden. Direkt angrenzend wurde ein rund 480 Kubikmeter Wasser fassendes Regenüberlaufbecken gebaut. Bei Starkregen wird das Wasser dort gesammelt und gedrosselt über einen Graben in Richtung Neckar geleitet. Entsprechend kostspielig war die Erschließung des Gebiets.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare