Bad Rappenau investiert auch 2026 in Sonnensegel, Trinkbrunnen und neue Bäume
Der Gemeinderat der Stadt Bad Rappenau hat in seiner letzten Sitzung im Jahr 2025 eine 70 Seiten starke Hitzeschutzkonzeption abgesegnet. Oberbürgermeister Sebastian Frei lobt bereits umgesetzte Einzelmaßnahmen wie Baumpflanzungen, Sonnensegel und Trinkbrunnen.

Jetzt, in der kalten Jahreszeit, mit Temperaturen um den Nullpunkt, sind die vielen kleinen Bemühungen um Hitzeschutz im Stadtgebiet Bad Rappenau weit weg. Der Gemeinderat hat sich in seiner letzten Sitzung des Jahres 2025 damit befasst. Er hat das Hitzeschutzkonzept, das Klimaschutzbeauftragter João Carlos De Oliveira Souza zusammengestellt hat, zur Kenntnis genommen.
Auch hier in Bad Rappenau mache sich der globale Klimawandel bemerkbar, hatte Souza seinem umfassenden Werk vorangestellt. Es dokumentiert, was bereits gemacht wird – und ist zugleich Handlungsanweisung für das, was angesichts steigender Temperaturen in den Städten und Gemeinden gemacht werden muss. „Es ist ein Konzept, wie Hitzeschutz aussehen kann“, sagt Oberbürgermeister Sebastian Frei, „und zeigt die bisherigen Bemühungen der Stadt Bad Rappenau.“
Auch in Bad Rappenau nehmen die Tage mit Temperaturen über 30 Grad und die Tropennächte zu
„Generell haben wir schon viel gemacht.“ Zugleich gehe es aber auch darum, sich mit der Dokumentation „den Weg zu den Fördermitteln zu sichern“, so Frei. Denn die Stadt Bad Rappenau will mehr machen. Und Klimaschutz kostet Geld.
Schatten und Wasser spielen darin eine zentrale Rolle. Die „Zunahme von Hitzeereignissen in den zurückliegenden Jahren“ führt João Carlos De Oliveira Souza auf die Zunahme heißer Tage mit einer Höchsttemperatur von über 30 Grad und sogenannten Tropennächten mit Temperaturen zwischen 18 und 6 Uhr von über 20 Grad zurück. Um etwa 1,6 Grad ist die mittlere Lufttemperatur in Deutschland im Verlauf des vorigen Jahrhunderts angestiegen. Das merken auch die Bad Rappenauer.
Wichtigen Beitrag zur klimaresilienten Entwicklung der Stadt Bad Rappenau
Baumpflanzungen, Sonnensegel oder Sonnenschirme, Sitzmöglichkeiten im Schatten, Wasser aus Trinkbrunnen und die Entsiegelung von Flächen sind die fünf Säulen, auf denen das lokale Hitzeschutzkonzept beruht. Die in der gut 70 Seiten starken Konzeption aufgeführten Maßnahmen „sollen einen wichtigen Beitrag zur klimaresilienten Entwicklung unserer Stadt leisten und zugleich die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum in den heißen Sommermonaten deutlich verbessern“, lautet der Wunsch des Klimaschutzbeauftragten.
Beispiele für bereits laufende Maßnahmen nennt er eine ganze Reihe. Bereits erledigt sind etwa Baumpflanzungen und Sitzmöglichkeiten bei der Feuerwehr in der Dammstraße 19 in Babstadt. Wobei eine Flächenentsiegelung dort nicht möglich sei, weil es sich hier um Stellplätze oder Zugänge zu Gebäuden handele. Noch völlig offen sind solche Angebote für Bürgerinnen und Bürger in Höhe des dortigen Bürgerbüros.
Verlegung des Bad Rappenauer Stadtfestes zurück in den Schlosspark ist im Gespräch
Souza führt Listen, die nach und nach abgearbeitet werden. Eine nicht ganz zentrale, und dennoch zum Thema passende Frage stellte Stadtrat Klaus Ries-Müller (ÖDP): die nach der Verlegung des Stadtfestes zurück in den Schlosspark. In Bad Rappenau wird darüber diskutiert.
Hauptamtsleiter Wolfgang Franke zeigte sich nicht abgeneigt, denn das Stadtfest findet auf den Asphaltflächen rund ums Rathaus und in der Bahnhofstraße statt – im Juni mit seinen oftmals hohen Temperaturen: „Bei schönem Wetter“, sagte Franke, „ist es im Schlosspark schön und herrlich.“ Allerdings verwandelten sich der Boden und die Rasenflächen bei Regenwetter in Matschflächen: „Das muss man wissen.“
Die Regeneration der Böden nach dem Stadtfest sei entsprechend lang. Wie diese Diskussion ausgeht, ist noch nicht entschieden. 2026 wird das Stadtfest noch an gewohnter Stelle stattfinden. Die Vorteile des Parks mit seinem Rundweg und den schattenspendenden Bäumen sind allerdings allen bewusst.
„Generell haben wir schon viel gemacht.“OB Sebastian Frei

Stimme.de
Kommentare