Anreize allein lösen nicht den Ärztemangel auf dem Land
Wer eine eigene Arztpraxis hat, der wird mit viel Bürokratie konfrontiert. Wenn sich daran nichts ändert, werden immer weniger Ärzte den Weg in die Selbstständigkeit gehen. Daran ändern auch diverse Anreize nichts, meint unsere Autorin.

Es gab mal eine Zeit, da wusste man in Deutschland gar nicht wohin mit den vielen Medizinern. „Ärzteschwemme“ wurde das vor rund 20 Jahren genannt. Ähnlich ging es Lehrern, die oft trotz guter Noten nach ihrem Studium auf der Straße standen. Es gab in manchen Fächern einfach zu viele von ihnen. Beiden Gruppen wurde davon abgeraten, diesen Weg einzuschlagen. Jetzt haben wir den Salat.
Die Arbeit im Hintergrund frisst viel Zeit
Es fehlen nicht nur Lehrer, sondern eben auch Mediziner, vor allem in den Hausarztpraxen. Viele Internisten suchen besonders auf dem Land Nachfolger. Doch wer tut sich das an? Die Gründe für die Zurückhaltung sind nicht nur die manchmal mangelnde Infrastruktur, sondern auch die Zeit, die für den Beruf aufgewendet werden muss. Damit ist nicht die Betreuung der Patienten gemeint, sondern die Arbeit im Hintergrund.
Arztpraxen sind mit einem hohen Bürokratieaufwand verbunden. Das Deutsche Ärzteblatt beschreibt das als „Versuch, den Alltag in Ziffern zu pressen“.
Kommunen tun viel für ideale Startbedingungen
Dazu kommt der Kostendruck – und der Druck, den die Kassen ausüben. Natürlich geht es Medizinern finanziell nicht schlecht, am Monatsende steht noch immer viel Geld auf der Habenseite. Doch dafür müssen sie auch sehr viel tun. Kommunen tun, was möglich ist, um Nachwuchskräften ideale Startbedingungen zu bieten. Aber auch sie können die Bürokratie nicht abbauen. Stipendien an Medizinstudenten wie etwa vom Landkreis Heilbronn sind zwar ein Anreiz, sich im ländlichen Raum niederzulassen. Aber wer sich die Arbeit nicht antun möchte, der wird sich auch davon nicht locken lassen.
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