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Automat für Briefe und Päckchen

Ärger über Poststation am äußersten Ortsende Ittlingens

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Gemeinde Ittlingen fühlt sich bei der Standortauswahl für den neuen Postautomaten zu wenig eingebunden. Die Anlage wurde am Ortsausgang Richtung Kirchardt installiert. Wie Bürgermeister Kohlenberger und die Gemeinderäte den Standort kommentieren und welche Parallelen es zu Mühlbach gibt:

Ittlingen: Poststation, im April 2026 errichtet. Die Gemeinde kritisiert die abgeschiedne Lage am Ortsausgang Richtung Berwangen. Auch die verkehrliche Situation mit dem schmalen Haltestreifen wird bemängelt.
Foto: Jörg Kühl
Ittlingen: Poststation, im April 2026 errichtet. Die Gemeinde kritisiert die abgeschiedne Lage am Ortsausgang Richtung Berwangen. Auch die verkehrliche Situation mit dem schmalen Haltestreifen wird bemängelt. Foto: Jörg Kühl  Foto: Jörg Kühl

In Ittlingen sorgt der Standort für die neue Automatenstation der Post am Ortsausgang Richtung Kirchardt für Kritik: zu weit außerhalb vom Zentrum und ohne Absprache mit der Gemeinde, so lautet der Tenor im Gemeinderat. Im Hinblick auf fehlende Abstimmung mit Kommunen hat unlängst auch der Ortschaftsrat des Eppinger Stadtteils Mühlbach Kritik geäußert.

Warum der Postautomat in Ittlingens Dorfmitte keinen Platz fand 

Dass die Deutsche Post keine, mit einem Mitarbeiter besetzte Filiale in Ittlingen mehr betreibt, dafür zeigt Bürgermeister Kai Kohlenberger Verständnis. Zuletzt konnten die Bürger Postdienstleistungen im Lebensmittelladen Nah und Gut in der Ortsmitte erledigen. Mit der Schließung des Geschäfts vor gut einem Jahr wurde plötzlich auch die Postversorgung zum Thema. „Es lohnte sich nicht mehr, die Zahlen waren nachvollziehbar“, räumt Kohlenberger ein. Es habe auch keinen Dienstleister im Ort gegeben, der mindestens eine Stunde pro Tag geöffnet hat und bereit gewesen wäre, Postdienstleistungen anzubieten.

Was die Gemeinde verwundert

Die Vorgehensweise der Post verwunderte die Gemeinde dann aber doch: „Es hat uns geärgert, dass zwei Tage nach der Anhörung des Gemeinderats schon das Fundament gelegt wurde“, so der Bürgermeister der knapp 2700 Einwohner zählenden Gemeinde. Und zwar am Ortsausgang Richtung Berwangen, an der Außenwand des Baustoffhandels Hering, wenige Meter neben der Straße. „Wir haben den Standort sofort kritisiert.“

Neben der abgeschiedenen Lage sorgt sich der Bürgermeister auch um die Verkehrssicherheit. Denn seitlich parkende Fahrzeuge könnten von schnell einfahrenden Autos leicht übersehen werden, befürchtet der Kommunalpolitiker. Trotz der unabgestimmten Standortwahl nimmt die Gemeinde das automatisierte Postangebot jetzt erstmal hin und versucht, das Beste daraus zu machen. „Wir haben die Post gebeten, uns einen öffentlichen Temin einzuräumen, an dem sie uns die Funktionen erläutert.“ 

Diese Argumente kommen in der Aussprache hoch

In der Aussprache erinnerte Mareike Naumann-Hutzler an die einstige Idee, eine Poststation beim neuen Norma-Markt oder woanders dichter an der Ortsmitte zu installieren. „Haben wir keine Möglichkeit, einen zentraleren Ort zu finden?“, fragt die Gemeinderätin. Bürgermeister Kohlenberger dazu: „Wir hatten im Vorfeld mit Luftbildern versucht, die Lage zu erklären. Das Problem: Es sind letztlich nur 500 Meter.“ Gemeinderat Peter Vogel bezeichnete die verkehrliche Situation als „äußerst kritisch“. Bei Norma wäre der Platz besser gewesen, findet er.

Inwiefern es Parallelen zur neuen Poststation in Mühlbach gibt

In Mühlbach hat es unlängst ebenfalls kritische Töne über die Poststation gegeben. Hier ging es aber weniger um die Lage, die in Mühlbach von der Post zentral gewählt wurde. Sie befindet sich an der Backfiliale Deusch mit angrenzendem Sparkassenautomaten. Kritisiert wurde vielmehr, dass sich die Automatenaufsteller an Privateigentümer wenden mit der Folge, dass kommunale Gremien bei der Standortwahl offenbar kaum eingebunden werden.

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