Bürgermeisterwahl Zweiflingen: Kathrin Veye mit Herz für Landwirtschaft
Die Rechtsanwältin Kathrin Veyel möchte Bürgermeisterin in Zweiflingen werden.

Die Frage, die Kathrin Veyel in den vergangenen Wochen am meisten gehört hat, ist: Warum will eine Juristin Bürgermeisterin in Zweiflingen werden? So ungewöhnlich findet das die 45-Jährige selbst nicht. Ob Bürgermeisterin oder Anwältin, grundverschieden sei die Arbeit nicht. Man habe mit Menschen zu tun und als „Anwältin muss man die Interessen seiner Mandanten vertreten und als Bürgermeisterin die der Bürger und dazu Strategien entwickeln“, erklärt sie und vor allem: Man sollte als Bürgermeister immer rechtssicherer agieren können. Dass sie sich in der kleinsten Gemeinde im Hohenlohekreis bewirbt, das liegt nicht nur an ihrem Wohnort auf dem Haberhof - ganz nahe an der Gemeindegrenze. Die Hobby-Jägerin ist ein „Dorfkind durch und durch“ und liebt das Leben auf dem Land und alles, was dazugehört.
Berufswunsch war schon als Jugendliche klar
Geboren in Kirchheim unter Teck zog ihre Familie als sie ein Jahr alt war in den Pfedelbacher Teilort Heuberg. Ein großer Teil der Familie ist Jäger, der Onkel Richter am Oberlandesgericht: Diese zwei Dinge haben sie von klein auf geprägt. Als Veyel in den Ferien den Onkel am Gericht besuchte, war schnell klar, was sie später einmal werden wollte. Nach dem Abitur am Öhringer Wirtschaftsgymnasium studierte sie in Heidelberg und Kiel Jura. Ein bisschen Großstadtluft geschnuppert, beschloss sie schnell, dass sie ihr Leben wieder nach Hohenlohe verlagern möchte. Nach dem Referendariat in Heilbronn zog es die heutige Fachanwältin für Strafrecht in eine Öhringer Anwaltskanzlei, wo sie auch neben der Kindererziehung arbeitete. Seit rund einem Jahr ist sie selbstständige Rechtsanwältin.
Zeitpunkt für neue Herausforderungen
Und „jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine neue Herausforderung. Meine Kinder sind aus dem Gröbsten raus.“ Zweiflingen sei von der Größe ideal, sagt sie: „Ich wusste immer, wenn ich kandidiere, dann in einer ländlichen Kommune, die ortsnah ist und in der alles noch persönlich ist.“ In Zweiflingen sei man als Bürgermeisterin in alles involviert, muss mit anpacken. Sie führt aus: „Die Gemeinde ist die kleineste politische Einheit und als Bürgermeister kann man die Lebensumstände gestalten.“ Und obwohl man natürlich in vielen Bereichen mit anderen Kommunen zusammenarbeite, gebe es genug Gestaltungsspielraum.
Viele Ideen für die Kommune
Ideen hat die Kandidatin schon parat. Angehen möchte sie unter anderem die Nahversorgung. „Wir haben viele tolle Direktvermarkter, aber ein kleiner Laden für die Grundversorgung, das wäre nötig“, findet die 45-Jährige. Die Herausforderungen wie Klimawandel und vor allem Demografie gelte es anzugehen. Auch interkommunale Zusammenarbeit könne man noch effizienter gestalten, ohne jedoch Eigenständigkeit zu verlieren. Weitere Schaffung von bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum sei ein Ziel. Da gebe es schon einen tollen Ansatz. Dass das mit den Menschen gut gehe, daran zweifelt sie nicht. „Was in Zweiflingen echt toll ist, sind die Vereine und dass sich viele engagieren, so findet das gesellschaftliche Leben letztlich statt.“
Keine Angst vor Herausforderungen
Dass es finanziell seit Jahren in der Gemeinde klemmt, schreckt die 45-Jährige nicht ab. Das sei in vielen kleinen Kommune ein Problem, deshalb gelte es, Investitionen realistisch zu beurteilen. Schon vor Weihnachten hat Veyel bei ihren Hausbesuchen Anregungen, wie die Öffnungszeiten des Kindergartens, mitgenommen.
Freizeit in der Natur
Als Gegensatz zu den oft trockenen Paragraphen schlägt ihr Herz in ihrer Freizeit für die Hohenloher Wiesen und Wälder. Veyel ist seit 2008 Jägerin und war zehn Jahre Ausbildungsleiterin bei der Kreisjägervereinigung. Im Weiler Haberhof, wo insgesamt drei Generation leben, haben ein Hund, Pferde, Hühner und Schafe ihr Zuhause. Am liebsten genießt die Hobbyköchin lange Spaziergänge mit dem Hund oder backt, „da lässt es sich prima entspannen.“
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