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Hilfe für Unternehmen 

Verein Wirtschaftssenioren Heilbronn unterstützt und berät Unternehmer

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Ehemalige Führungskräfte aus Heilbronn und Hohenlohe wollen mit ihrer Erfahrung und Expertise Unternehmen in der Region helfen. Wo die Herausforderungen liegen und was die Mitglieder motiviert.

Viele Unternehmen tummeln sich in der Region Heilbronn-Franken, wie hier im Gewerbepark Hohenlohe. Ihnen bieten die Wirtschaftssenioren Heilbronn für verschiedene Herausforderungen Hilfe an.
Viele Unternehmen tummeln sich in der Region Heilbronn-Franken, wie hier im Gewerbepark Hohenlohe. Ihnen bieten die Wirtschaftssenioren Heilbronn für verschiedene Herausforderungen Hilfe an.  Foto: Ludwig, Tamara

Der Mittelstand wird gerne als „Motor der deutschen Wirtschaft“ bezeichnet. Kein Wunder: Mehr als 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind laut Zahlen der Bundeszentrale für politische Bildung kleine und mittlere Unternehmen, sie stellen mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze zur Verfügung, erwirtschaften etwa 45 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Den Motor am Laufen zu halten, ihn sozusagen zu ölen und mit Sprit zu versorgen, dazu wollen auch die Wirtschaftssenioren Heilbronn einen Beitrag leisten – gerade in den aktuell herausfordernden Zeiten. Denn, wie der Name des gemeinnützigen Vereins bereits andeutet: Die Mitglieder sind ehemalige Unternehmer, Selbständige, Führungskräfte, Manager und Geschäftsführer, können auf langjährige Erfahrungen aus verschiedenen Branchen zurückgreifen.

Ehemalige Führungskräfte wollen mit ihrer Erfahrung Unternehmen helfen

Mit ihrer Expertise wollen sie quasi aus dem Ruhestand heraus regionale Unternehmer bei Fragen, Problemen, dem Weg in die Selbständigkeit helfen. „Aus der Praxis, für die Praxis“, lautet der Leitspruch, den sie sich auf die Fahne geschrieben haben. Was der Name Wirtschaftssenioren Heilbronn irrtümlicherweise nicht offenbart, ist, dass es sich nicht nur um Heilbronner, sondern auch um mittlerweile fünf Hohenloher Senioren handelt, die ihren reichen Erfahrungsschatz einbringen, wie Klaus Weibler aus Öhringen erklärt. Weibler ist Schriftführer im Verein und betont: Ebenso seien natürlich Unternehmer aus der gesamten Region Heilbronn-Franken angesprochen, die Angebote des Vereins zu nutzen.

Die Wirtschaftssenioren unterstützen soziale Projekte durch ihre Arbeit

Die Angebote sind kostenpflichtig, die Wirtschaftssenioren selbst arbeiten jedoch ehrenamtlich. Die Einnahmen kommen sozialen Projekten in der Region zugute. „Unserer Satzung verpflichtet uns, Kinder und Jugendliche in den Bereichen Erziehung und Bildung zu fördern“, erklärt Vorsitzender Walter Börsch. In den letzten Jahren seien fast 260 000 Euro an soziale Einrichtungen in der Region gespendet worden. Dieser karitative Aspekt ist ein Grund, warum die Mitglieder sich engagieren – aber nicht der einzige.

„Wir waren alle mal Führungskräfte, waren mal wichtig“, das lege man nicht so leicht ab, scherzt Helmut Wahlers, zweiter Vorsitzender. Dabei sei die Arbeit bei den Wirtschaftssenioren vor allem eine Win-Win-Win-Situation. Man selbst habe eine sinnstiftende Beschäftigung, die Kunden profitieren und man unterstütze einen guten Zweck. „Von 150 auf Null, das wollte ich nicht“, sagt auch Gudrun Otte. Menschen durch ihr Wissen helfen zu können und gleichzeitig mit dem Geld Kindern und Jugendlichen eine Chance im Leben zu ermöglichen, das motiviere sie. Elisabeth Stegmüller ist ebenfalls überzeugt, es sei eine gute Sache, die man in der Rente tun könne. „Ich habe in meinem Berufsleben in der Logistikbranche viel entscheiden müssen, gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Jetzt freue ich mich über jeden Rat, den ich jemandem geben kann, der ihn braucht.“

Monatstreffen der Wirtschaftssenioren im Haus des Handwerks in Heilbronn. Gut gelaunt besprechen die ehemaligen Führungskräfte aktuelle Projekte und anstehende Aufgaben.
Monatstreffen der Wirtschaftssenioren im Haus des Handwerks in Heilbronn. Gut gelaunt besprechen die ehemaligen Führungskräfte aktuelle Projekte und anstehende Aufgaben.  Foto: Ludwig, Tamara

Bernd Weber aus Öhringen hat seinen Ruhestand und die damit verbundene Freizeit genossen – „ganze acht Wochen lang“. Jetzt sei er das „Küken“ im Verein. Seit er sich bei den Wirtschaftssenioren engagiert, konnte er bereits einem Unternehmer helfen, der „es wegen eines Todesfalls wirklich gebraucht hat“ und zieht als Fazit: „Es ist richtig und gut, was wir hier tun.“ Dem stimmt auch Klaus Jost zu. „Uns geht es allen relativ gut, durch das Engagement können wir etwas zurückgeben und Sinnvolles tun.“

Wirtschaftssenioren sehen Mittelstand vor großen Herausforderungen

Und das sei auch nötig, wie Klaus Weibler betont: „Der Mittelstand ist in einem desolaten Zustand. Unternehmertum ist nicht mehr das, was es einmal war“, deshalb engagiere er sich mit seinem Know-How gerne, statt zu Hause zu sitzen. Jost sieht ebenfalls die Herausforderungen für Unternehmen dieser Tage und ergänzt: „Bürokratie ist für alle ein Thema, ebenso wie Energiekosten oder die Notwendigkeit, neue Märkte zu erschließen.“ Dabei sei es für die Beratung und Hilfe, die man leiste, auch wichtig, stets selbst auf dem Laufenden zu bleiben, sich – beispielsweise direkt vor Ort in Firmen – zu informieren.

„Außerdem haben wir Kooperationen mit Wirtschaftsprüfern und Banken, mit denen wir uns austauschen, wie mit bestimmten Themen umzugehen ist“, ergänzt Weibler. Immer wieder lade man sich auch Referenten zu Fachvorträgen ein. „Einzig juristisch, steuerlich und für ganz speziell technische Lösungen beraten wir nicht“, erklärt Helmut Wahlers. Wichtig sei, den Kunden zu vermitteln: „Ich bin nicht schlauer als ihr, aber ich habe mehr gesehen und erlebt. Das ist der Mehrwert den wir bieten können.“

Verein

Zusätzlich zu ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für soziale Zwecke pflegen die Wirtschaftssenioren auch die Gemeinschaft untereinander im Verein. Sie organisieren gemeinsame Ausflüge, Firmenbesichtigungen, Weiterbildungsmaßnahmen und Stammtische, um sich besser kennenzulernen und gegenseitig zu unterstützen.

Weitere Informationen sowie Kontaktmöglichkeiten finden Interessierte auf der Webseite www.wirtschaftssenioren-hn.de

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