Bretzfelder Weihnachtsmarkt erlebt Wiederauferstehung
Bei der zweiten Auflage nach Corona wird es endlich wieder richtig voll an den Ständen hinter dem Bretzfelder Rathaus. Der Markt wird von bemerkenswerten Vereinen und Ehrenamtlichen getragen, was ihn besonders macht.
In Bretzfeld fallen Ostern und Weihnachten quasi zusammen: Der Weihnachtsmarkt erlebt seine Wiederauferstehung, nachdem er 2024 zum ersten Mal nach Corona wieder stattgefunden hatte, aber nur mit mäßigem Erfolg.
Am Samstag vor dem dritten Advent strömen nun die Kinder in Scharen zum Nikolaus, der zwischen den Ständen hinter dem Rathaus wandelt, um einen Apfel, Mandarinen, Gummibärchen oder ein Stück Schokolade zu ergattern. Am Sonntag, 14. Dezember 2025, wenn der Markt weitergeht, erscheint der Nikolaus noch einmal und freut sich auf mindestens ebenso viele Kinder.

Wer den Bretzfelder Weihnachtsmarkt trägt – und wer frischen Wind in die Traditionsveranstaltung bringt
Der Markt wird von Vereinen und Ehrenamtlichen getragen. Manche sind seit Jahren dabei, wie die Jäger mit Wildschwein-Bratwurst oder die 82-jährige Ursula Burkhardt, die jedes Jahr 175 Paar Socken in buntesten Farben strickt, und jedes anders, „damit ich beschäftigt bin“.

Doch von wegen „Alle Jahre wieder“: Frischen Wind reinbringen die, die neu dabei sind – die freikirchliche Jes-Gemeinde aus Schwabbach, die auf offener Flamme Burger brät, oder das Bretzfelder Bündnis für Vielfalt und Toleranz, das Chili kocht und Basteln für Kinder anbietet. „Wir setzen uns für ein gutes Miteinander ein, diese Botschaft passt einfach zu Weihnachten“, findet Roderich Vitt vom Bündnis. Zugleich sei der Auftritt die Chance für den jungen Verein, sich weiter in die Vereinsszene einzufügen, wie Ehefrau Karin Vöhringer-Vitt betont.

Warum der „Baum der guten Tat“ so viele Menschen in Bretzfeld anzieht
Sehr engagiert ist auch der Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen: Einst von einer Bretzfelder Familie mit einem krebskranken Kind inspiriert, sammeln heute Mitbürger gesponserte Produkte von Firmen, um sie gegen Spende weiterzuverkaufen. Das Geld kommt vor allem den Familien der kranken Kinder zugute. Auf ihr Schicksal macht Organisatorin Angelika Merz aufmerksam. Hundeleine, Plüschtiere und Spiele wandern über den Tresen, während gleichzeitig Kinder verpackte Präsente für zwei Euro vom „Baum der guten Tat“ pflücken können. Was sich darin befindet? Das erfahren Maida und Papa Denis Solka erst zu Hause. „700 Päckchen haben wir gepackt“, hat Merz gezählt.
Am Stand nebenan verkauft eine Schwäbisch Haller Familie um Anja Ehmann Selbstgebasteltes aus Stoff und Holz ebenfalls zugunsten der Krebs-Kinder. Die unglaubliche Vielfalt von Laubsägearbeiten bis Taschentuch-Hüllen zeugt von einem großen und in Handarbeit versierten Unterstützer-Team.

Ein Bähnle, wenn auch ohne Dampf: Das gefällt Familien am besten
In Bretzfeld gibt es heuer - ähnlich wie in Öhringen - ein kleines Bähnle, das aber nicht dampft. Die 1,5-jährige Emma schaut vor ihrer ersten Fahrt ohne Mama Sabrina Mahl noch skeptisch, doch nach fünf Runden möchte sie gar nicht mehr aussteigen. Mama findet die Bahn mit Disneyfilm-Deko zauberhaft: „Es muss ja auch was für die Kleinen geben auf dem Weihnachtsmarkt.“


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