Stimme+
Serie: Wandern in Hohenlohe

Wandern auf dem Württemberger Wein-Wanderweg

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Weinberge, Wald und historische Städte: Auf dem Württemberger Wein-Wanderweg gibt es viel zu entdecken. Etappe sechs führt von Ingelfingen bis Friedrichsruhe

Nur zwischen Forchtenberg und Ernsbach folgt der Württemberger Wein-Wanderweg dem Kocher-Jagst-Radweg. Auf den weiteren Abschnitten hält er Abstand zu den Radfahrern.
Nur zwischen Forchtenberg und Ernsbach folgt der Württemberger Wein-Wanderweg dem Kocher-Jagst-Radweg. Auf den weiteren Abschnitten hält er Abstand zu den Radfahrern.  Foto: Jani, Stefanie

Fast schon in greifbare Nähe rückt der Herbst mit der Weinlese, mag der eine oder andere denken, der seinen Blick über die Ingelfinger Weinberge schweifen lässt. Von den Temperaturen ist der Herbst an diesem sonnigen Mittag noch weit entfernt. Die Sonne verwöhnt den Wanderer, der sich auf die sechste Etappe des Württemberger Wein-Wanderwegs gemacht hat. Die Strecke von rund 22 Kilometern führt von Ingelfingen nach Friedrichsruhe und bietet auf ihrer gesamten Länge oft fantastische Ausblicke in die Landschaft. Kilometerweit geht es durch die Weinberge, da sollte man Sonnencreme nicht vergessen. Doch die Etappe bietet mehr: Ausgedehnte Waldpartien, die Hänge des Kochertals, historische Städte im Tal und den Limes auf der Hohenloher Ebene. In Ingelfingen, Weißbach und Forchtenberg gibt es jede Menge Möglichkeiten für eine Rast, und wer es gehoben mag, geht am Endpunkt der Etappe ins Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe.

Württemberger Wein-Wanderweg: Das erste Highlight folgt wenige Meter nach dem Start in Ingelfingen - es ist europaweit fast einmalig

Mit einer Gesamtlänge von satten 470 Kilometern ist der Württemberger Wein-Wanderweg der längste Weinwanderweg Deutschlands. Wer die Etappe in Ingelfingen beginnt, macht gefühlt nach wenigen Metern schon wieder Pause: Am Ingelfinger Fass, das sich seit fast 25 Jahren in die idyllischen Weinberge einfügt, ist ein Stopp fast schon Pflicht, nicht nur wegen der Aussicht, sondern weil es eines der größten Fassbauten Europas ist. Es enthält ein Weinbaumuseum. Regelmäßig bewirtet ist hier aber nicht. Mit Wissen rund um den Rebensaft, das man dort und am umgebenden Weinlehrpfad tanken kann, geht es dennoch gestärkt weiter.

Das Teehaus am Kocher ist ein beliebtes Fotomotiv in Forchtenberg. Schon Sophie Scholl soll hier in den Gärten am Kocher Tee getrunken haben.
Das Teehaus am Kocher ist ein beliebtes Fotomotiv in Forchtenberg. Schon Sophie Scholl soll hier in den Gärten am Kocher Tee getrunken haben.  Foto: Jani, Stefanie

Württemberger Wein-Wanderweg: Warum Forchtenberg besichtigen ein Muss ist

Über Weißbach, eine der kleinsten Gemeinden im Kreis landet man im Forchtenberger Teilort Neuwülfingen. Spätestens hier ist Zeit für eine weitere Pause – nicht nur wegen der Sonne. Einen Katzensprung entfernt über den Kocher liegt Forchtenbergs mittelalterliche Altstadt, deren Mauern Schatten spenden. Durchs Stadttor gebogen, lohnt sich ein Blick in die Gassen oder in die „Kult-Wirtschaft“ Hohenlohes, „Molle“ Winklers Weinstube.

Schon vor den Toren der Stadt ist einiges los. Sonnenanbeter machen es sich auf Picknickdecken gemütlich und geben nicht den Eindruck, als spiele Bewegung noch eine große Rolle in ihrem heutigen Tag. Auf dem Kocher kurvt ein Paar im Kajak. Im historischen Teehaus gehen Besucher ein und aus.

Die mittelalterliche Altstadt von Forchtenberg ist immer einen Besuch wert.
Die mittelalterliche Altstadt von Forchtenberg ist immer einen Besuch wert.  Foto: Jani, Stefanie

Weiter geht es rechts des Kochers. Ein rote Weinrebe weist den Weg, der in den meisten Fällen gut zu finden ist. Nun geht es bis zum nächsten Ort auf dem Kocherradweg weiter. Der breite Weg nach Ernsbach ist bei Fahrradfahrern sehr beliebt, die an den Wanderern vorbeisausen.

In Ernsbach ist Gelegenheit für die nächste Pause. Etwas abseits der Route befindet sich das Kocherwerk. Besucher können in diesem Museum, einer alten Mühle und Keimzelle der Firma Arnold, in die Geschichte von Schrauben und Befestigungstechnik eintauchen. Geöffnet ist von Mittwoch bis Sonntag.

Nach Zweiflingen hinauf geht es mitten durch den Wald. Dort ist es schön kühl.
Nach Zweiflingen hinauf geht es mitten durch den Wald. Dort ist es schön kühl.  Foto: Jani, Stefanie

Württemberger Wein-Wanderweg: Hinter Ernsbach wird es stiller - das ist der Grund

Der Weg verlässt bereits einige Meter vorher den Radweg und geht durchs Wohngebiet. Ruhig ist es dort. Alleine Motorradfahrer, die auf der Hauptstraße zu hören sind, durchbrechen die Stille. Doch ist man noch auf der richtigen Fährte? Das fragt man sich, bis am Ende der Häuser wieder ein Schild den Weg vorgibt. Ein Blick auf sattgrüne Wiesen lässt den Wanderer ein paar Minuten vergessen, dass man sich in Hohenlohe bewegt und nicht in den Bergen. Nur die Kuhglocken fehlen.

An der großen Brücke im Ort über den Fluss, geht es nun zielstrebig nach Süden bergan gen Wald. Spätestens hier müssen Kinderwagen stehenbleiben. Der befestigte Weg weicht zugewachsenen Pfaden. Das hohe Gras ist unter dem Schutz der Bäume nass vom Morgentau. Waldatmosphäre pur. Nach Zweiflingen geht es nun fast vollständig durch Forst – ein guter Abschluss an einem heißen Wandertag.

Kräftig rauf geht es an manchen Stellen: in Weinberge und an bewaldete Hänge. Die Aussicht von dort ins Kochertal ist toll.
Kräftig rauf geht es an manchen Stellen: in Weinberge und an bewaldete Hänge. Die Aussicht von dort ins Kochertal ist toll.  Foto: Jani, Stefanie

Während der Sommerferien stellen wir in der Hohenloher Zeitung sechs verschiedene Fernwanderwege vor, die etappenweise durch den Hohenlohekreis führen.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben