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Von Entrümpeln bis Eislaufen: Das erste Januarwochenende in Hohenlohe 

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Wie die Menschen in der Region das erste Wochenende im neuen Jahr verbringen. 

Eisläufer auf dem Neumühlsee in Waldenburg ziehen sich eine Bahn und nutzen den zugefrorenen See zum Eishockeyspielen, einfach so zum Laufen oder ziehen den Schlitten über die Bahn. Foto: Stefanie Jani
Eisläufer auf dem Neumühlsee in Waldenburg ziehen sich eine Bahn und nutzen den zugefrorenen See zum Eishockeyspielen, einfach so zum Laufen oder ziehen den Schlitten über die Bahn. Foto: Stefanie Jani  Foto: Jani, Stefanie

Spätestens ab Samstagnachmittag hat der Winter mit seinen frostigen Temperaturen und dicken Flocken die Region fest im Griff. Doch nicht nur Schlittenfahren und Eislaufen sind bei vielen Menschen am Wochenende beliebt.Traditionell wird mit dem neuen Jahr das Zuhause entrümpelt. Die Autoschlangen an den Wertstoffhöfen sind dementsprechend lang. Am Samstagnachmittag ist es jedoch verdächtig ruhig auf dem Wertstoffhof in Kupferzell-Beltersrot. „In diesem Jahr sind die Leute etwas verhaltener als sonst“, sagt Joachim Ruck, der schon seit über zehn Jahren auf dem Recyclinghof arbeitet.

Normalerweise würden viele die restlichen Urlaubstage nutzen. Vor allem Karton und Papier stapeln sich Zuhause. Um dem erwarteten Andrang standzuhalten, habe man das Personal aufgestockt. Ingrid Braun aus Künzelsau-Amrichshausen ist jene, die ihr Zuhause entrümpelt hat und strahlt: „Ich bin heute schon mehrmals hier gewesen und auch die letzten Tage, jetzt freue ich mich, dass das Zeug weg ist.“ Und das scheint anzustecken. Plötzlich wird die Schlange wieder länger. 

Ein eisiger Wind weht auf dem Wertstoffhof Stäffelesrain am Samstag. Susanne Armbruster und Sonja Wagner (von links) haben dennoch gute Laune. Foto: Stefanie Jani
Ein eisiger Wind weht auf dem Wertstoffhof Stäffelesrain am Samstag. Susanne Armbruster und Sonja Wagner (von links) haben dennoch gute Laune. Foto: Stefanie Jani  Foto: Jani, Stefanie

Mit Sport ins neue Jahr 

Die Auswirkungen der meisten guten Vorsätze bekommen die Fitnessstudios in der Region zu spüren. Schon am Freitag „war die Hölle los“, fasst Michael Hauber zusammen, der an der Theke im Öhringer Fitnessstudio Injoy steht. Neukunden, oder jene, die lange nicht im Studio waren: Das Publikum ist gemischt, ergänzt auch Fitness und Gesundheitscoach Ute Ebert. Einige würden auch die weihnachtliche Gutscheinaktion nutzen. Großes Thema sei wie jedes Jahr, die Gewichtsreduktion oder der Vorsatz, mehr für den Körper zu tun. Bei einigen halten die Vorsätze länger, wie bei Kai Bock.

Auch etwa zum Jahreswechsel vor vier Jahren hat der Bad Mergentheimer den Vorsatz gefasst, mehr Sport zu machen und es geschafft rund 20 Kilo abzunehmen – und ist seither das ganze Jahr im Training. Dabei bleiben, das ist auch das Geheimnis von Klaus Bartenbach aus Heilbronn. Der 79-Jährige trainiert seit über zehn Jahren fleißig und schaut sich das Getümmel mit viel Gelassenheit an. Denn spätestes im Februar wird es wieder ruhiger im Studio. 

Fit ins neue Jahr, das haben sich viele Menschen vorgenommen. Foto: Stefanie Jani
Fit ins neue Jahr, das haben sich viele Menschen vorgenommen. Foto: Stefanie Jani  Foto: Jani, Stefanie

Winterfreude auf Schnee und Eis 

Am frühen Samstagnachmittag warten die unteren Regionen in Hohenlohe noch auf eine Portion Schnee. Um so höher man auf die Ebene gelangt, desto mehr Schnee deckt die Wälder zu. Das Waldenburger Schloss ist umringt von einer weißen Schneedecke und unweit des Städtchen am Neumühlsee, wagen sich zahlreiche Besucher auf den zugefrorenen See. Mit Schaufeln wird der Schnee auf der Eisfläche zur Seite geschoben, damit eine Fläche zum Eishockeyspielen entsteht. Neben den Toren kurven Schlitten über die Bahn oder wer spontan zum See kommt, rutscht auf Winterstiefeln umher. Die Geschwister Mathilda, Conrad und Leopold Veyel aus Kupfer ziehen ihre Schlittschuhe an.


Die Eltern bringen Getränke und einen Campingstuhl für die anschließende Ruhepause. „Wir freuen uns jedes Jahr, wenn der See zugefroren ist“, sagt Mathilda Veyel. Seit einigen Tagen kommen die erfahrenen Läufer immer mal wieder zum See. „Wir sind eher noch Anfänger“, gibt ein vierzehnjähriger Junge aus Kupferzell zu und geht anschließend noch etwas zögerlich aufs Eis – bevor er ein paar Minuten später wie selbstverständlich über die Fläche gleitet. Ein Pfedelbacher und seine Begleiterin, die ihre Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchten, schauen sich das Getümmel lieber vom Ufer aus an und drehen eine Runde um den See. „Man sollte schon noch vorsichtig sein“, mahnt der Pfedelbacher, der als DLRG-Mitglied schon bei einigen Rettungseinsätzen dabei war.

Trio mit Liebe zum Eislaufen: Conrad, Mathilda und Leopold Veyel gehen regelmäßig auf den Neumühlsee in diesen Tagen. Foto: Stefanie Jani
Trio mit Liebe zum Eislaufen: Conrad, Mathilda und Leopold Veyel gehen regelmäßig auf den Neumühlsee in diesen Tagen. Foto: Stefanie Jani  Foto: Jani, Stefanie

In Hohenlohe kurvten auch am Buchhorner See in Pfedelbach einige Schlittschuhläufer. Vor allem am vorderen Teil des Sees sind noch einige dünne Stellen, im hinteren Teil wird auch hier fleißig Eishockey gespielt. 

Im Heilbronner Kreis ist der Finsterroter See im Winter ein beliebtes Ausflugsziel für Eisfans. Jugendliche sind dort mit Schlittschuhen auf der gefrorenen Wasserfläche unterwegs, Kinder ziehen Schlitten hinter sich her.

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