Baustellenbesuch in der alten Kelter in Niedernhall
In rund einem Jahr soll der Umbau der historischen Niedernhaller Kelter zur Veranstaltungshalle fertig sein. Der Bürgermeister hat schon ein konkretes Eröffnungsdatum im Blick.

Der Geruch von altem Holz liegt unverkennbar in der Luft, Staub und Stein gesellen sich hinzu. Ein Gemisch, das dieses einzigartige Gefühl auslöst, wie es nur alte Gebäude vermögen. Als läge Historie in jedem Atemzug. Als müsste man nur die Ohren spitzen, um die Geschichten zu hören, die die alten Mauern zu erzählen haben. So gänzlich offen bietet die 300 Jahre alte Niedernhaller Kelter derzeit ihr historisches Gewand dar. Bühne, Treppe, der einstige Bar- und Ausschankbereich sind allesamt verschwunden. Das mächtige Dach liegt frei, ebenso wie die Natursteinmauern, Durchgänge und Fenster.
Auf der Baustelle der alten Kelter Niedernhall geht es voran
Grund dafür ist der Umbau des Gebäudes in eine moderne Veranstaltungshalle. Um ihren Charme muss man sich jedoch nicht sorgen. Trotz Verjüngungskur bleibt der Charakter erhalten, das imposante Dachgebälk soll sogar später sichtbar bleiben. Die Niedernhaller Kelter wird als unbeheizte Location für verschiedenste Veranstaltungen wie Konzerte oder den Weihnachtsmarkt dienen. Lediglich die sogenannte Lounge – ein Anbau an der nördlichen Längsseite des Gebäudes, wird beheizt und separat nutzbar sein.

„Die Umbauarbeiten gehen gut voran“, sagt Bürgermeister Achim Beck. Bisher ist das vor allem der beschriebene Rückbau – und der Anbau der späteren Lounge, die auch Toiletten, Küche, Ausschank und Lagerräume beherbergen wird. Außerdem wurde ein neuer Eingang durchgebrochen. An einigen Stellen hat man die Natursteinmauern saniert, das bedeutet: Stellen, die in früherer Zeit einmal mit Ziegelsteine ausgebessert worden waren oder wo das Mauerwerk schlicht kaputt war, wurden gerichtet. Und zwar so, dass man glauben könnte, es war schon immer so.
In einem Jahr soll der Umbau der Kelter zur Veranstaltungshalle fertig sein
Und wie sieht der Zeitplan aus? „Die technischen Gewerke beginnen Anfang Mai mit der Arbeit“, sagt Beck. „Bis das Dach gemacht werden kann, wird es noch dauern“, so der Bürgermeister. Bis Weihnachten werde man sicher nicht gänzlich fertig werden, deshalb muss der Kelterzauber, also der städtische Weihnachtsmarkt, das zweite Jahr in Folge an anderer Stelle stattfinden. Von jetzt an in einem Jahr, das sei realistisch, was die Fertigstellung angehe. „Ich könnte mir eine Einweihung im Zuge des Maibaum-Stellens am 30. April gut vorstellen“, blickt Beck voraus. „Dann ist es in der Regel auch nicht mehr so kalt.“ Eine Einweihung im Februar halte er bei einem unbeheizten Gebäude für wenig sinnvoll. Deshalb müsse man sich hier keinen Zeitdruck machen.
Auch Außenanlagen im Niedernhaller Kelterhof werden neu gestaltet
Wie die Außenanlagen gestaltet werden, darüber hat der Gemeinderat in jüngster Sitzung endgültig entschieden. Wobei es hier nur noch um Kleinigkeiten ging, etwa aus welchem Material Beeteinfassungen und Mülleimer sein sollen, für das Pflaster wurde ein Belag aus Muschelkalk ausgesucht.

Das übergeordnete Konzept stand aber bereits fest. So wird man weiter im Hof parken können, aber auch Sitzgelegenheiten, Weinreben und ein Beet entlang der Hofmauer vorfinden. Die Toilettenanlage im Hof schreitet bereits voran, die Bodenplatte ist fertig. Gerade werden die Betonwände angeliefert – mit einem kleinen Problem, wie sich herausstellt: Der Lkw passt nicht durch das Tor an der Stadtmauer, weshalb die schweren Betonwände außerhalb umgeladen werden müssen. Sobald das Gebäude steht, soll es hier bereits mit Elektrik- und Sanitär-Arbeiten weitergehen, so Beck.
Für die Kelter in der Altstadt von Niedernhall gibt es Zuschüsse vom Land
Finanziert wird das Projekt, dessen Kosten sich aktuell auf etwa 3,9 Millionen Euro belaufen, zu 51 Prozent aus Zuschüssen des Stadtsanierungsprogramms des Landes.
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