Überraschungen und ein Abschied nach 30 Jahren bei der Lemia
Bei der Prunksitzung der FG Lemia Krautheim rührt der Prinz aus Höpfingen mit einer Geste die Sitzungspräsidentin. Fünf Stunden dauert das kurzweilige Programm.

Ob das Programm wirklich gescheitert wäre, wenn Wolfgang König nicht für einen ausgefallenen Büttenredner eingesprungen wäre – wie die Sitzungspräsidentin, Sibylle Weisl, nach dessen Auftritt andeutet? Vermutlich zwar eher nicht. Denn die Prunksitzung der Faschingsgesellschaft Lemia Krautheim am Samstagabend dauert insgesamt etwa fünf Stunden – kurzweilige – im vollen Krautheimer Eugen-Seitz-Bürgerhaus. Doch Königs Darbietung ergänzt wunderbar das Programm, zu dem weitere 20 Auftritte und Shows gehören.
Höpfemer-Schnapsbrenner-Prinz mit extra angefertigter Narrenkappe in Lemia-Farben
König tritt an diesem Abend nicht nur spontan auf. Der Faschingsprinz der Höpfemer Schnapsbrenner hat eine Überraschung mitgebracht, die Weisl und ihren Stellvertreter Niklas Käfer sichtlich rührt: Statt in den Farben seiner Faschingsgesellschaft – Grün und Blau – tritt „Prinz König Wolfgang I.“ in den Farben der Lemia auf – Blau und Gelb. „Weil ihr keinen Prinz habt, und weil ich ja auch König bin“, habe er sich das Recht genommen, bei dieser Prunksitzung auch der Prinz der Lemia zu sein, erklärt König. Blau-gelbe Narrenknappe und Kleid hat er extra hierfür anfertigen lassen.

Statt einem Prinzenpaar hat Krautheim einen Götz und einen Amtmann, die beiden Figuren des Dialogs, in dem der berühmte Satz „Leck er mich im Arsch“ gefallen sein soll – aus den Anfangsbuchstaben setzt sich die Abkürzung Lemia zusammen.
Krautheimer Schautanzgruppe zur Mainzer Fastnacht eingeladen
Das Programm bestreiten neben den Krautheimern auch neun weitere Faschingsgesellschaften des Narrenrings Main-Neckar. Showtanzgruppen, Gardetänzer, Spielmannszug und das Krautheimer Tanzpaar liefern akrobatisch wie visuell eindrucksvolle Aufführungen ab. Nach dem Auftritt der heimischen Gruppe Jagsttal Rebellen hat Weisl eine für die Lemia sehr erfreuliche Neuigkeit: „Wir sind wieder zur Kampagne beim zweitgrößten Faschingsverein in Mainz eingeladen“, berichtet Weisl. Bereits im Jahr 2024 waren die Jagsttal Rebellen beim Carneval Club Weisenau. „Das war in einer riesigen Halle“, schwärmt Kristin Walter von der Gruppe. Auf das Ereignis im nächsten Jahr ist sie schon gespannt. „Wir freuen uns sehr, dass wir wieder eingeladen worden sind.“
Eckhard „Eckes“ Leist hört nach 30 Jahren Bütt auf
Die Bütt steht fünfmal auf dem Programm. Niklas Käfer von der Lemia spricht als „Jammerlappen“ Geschehnisse aus Krautheim im vergangenen Jahr an. Eine klassische Büttenrede hält Peter Bienert als „Isegrim vom Unterschloß“, in der er Politiker aller Parteien kritisiert – insbesondere aber die der AfD, wofür er viel Applaus erhält. Eckhard „Eckes“ Leist kündigt seinen Abschied von der Bühne an. 30 Jahre ist er als „Doofe Nuss“ aufgetreten. Sein halbstündiges Programm voller Kalauer erhält vorher die meisten Tuschs des Abends.
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