Tote Frau in Künzelsau: Ehemann unter Verdacht – "Es ist einfach furchtbar"
Polizisten haben in einer Wohnung in Künzelsau eine Frau tot aufgefunden. Ermittler gehen von einem vorsätzlichen Tötungsdelikt aus, der Verdacht richtet sich gegen den Ehemann.
Die Rollläden in der Obergeschoss-Wohnung eines Mehrfamilienhauses im Künzelsauer Zentrum sind heruntergelassen. Ermittler der Kriminalpolizei waren bereits am vergangenen Wochenende vor Ort und sicherten Spuren.
Was in der Straße am Oberen Bach über dem DRK-Kleiderladen geschah, war nach ersten Erkenntnissen der Polizei ein vorsätzliches Tötungsdelikt. Ein Mann soll seiner Ehefrau in Künzelsau das Leben genommen haben. Tatwaffe soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft Schwäbisch Hall ein Fleischermesser gewesen sein. Ein Obduktionsergebnis erhärtet inzwischen den Verdacht, dass der Mann seine Frau erstochen hat.
Ein Familienvater aus der Nachbarschaft kann das Geschehen kaum glauben. Die Frau habe er gar nicht gekannt, er wohne noch nicht so lange hier. Aber den Mann, der nun in Untersuchungshaft sitzt, der sei nett gewesen. "Er war ein ruhiger Typ", beschreibt ihn der Nachbar. Wie es überhaupt zu einer solchen Tat kommen kann, könne er einfach nicht verstehen. Das aus Griechenland stammende Paar habe außerdem Kinder, was ihn besonders betroffen mache.
Tote Frau gefunden: Künzelsauer Tatverdächtige verletzte sich vermutlich selbst
Es waren Sanitäter eines Rettungsdienstes, die am vergangenen Freitag gegen 13.30 Uhr bei der Polizei meldeten, dass ein Mann in einer Wohnung am Oberen Bach stark blute. Die Polizei fand kurze Zeit später in dem Anwesen auch dessen bereits tote, 50-jährige Ehefrau. Der 61-jährige Tatverdächtige hat sich seine Verletzungen am Unterarm vermutlich selbst zugefügt, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft.
Zunächst war im Ort auch davon die Rede, dass sich das Paar möglicherweise gemeinschaftlich das Leben habe nehmen wollen. Doch das stellt sich für die Ermittler anders dar. Der Ehemann des Todesopfers wurde bereits am Samstagnachmittag einem Haftrichter beim Amtsgericht Öhringen vorgeführt, nachdem sich im Krankenhaus sein gesundheitlicher Zustand stabilisiert hatte. Der Haftbefehl wurde in Vollzug gesetzt.
Künzelsauer Ehepaar war in deutsch-griechischer Community bekannt
In der deutsch-griechischen Community in Künzelsau sind der Tatverdächtige und seine Frau offenbar gut vernetzt gewesen. "Das waren ganz offene Leute", sagt ein Deutsch-Grieche. Sie seien auch beide berufstätig gewesen. Es sei entsetzlich, was da passiert sei, und er könne es nicht ansatzweise verstehen, wie es dazu kommen oder was das Motiv für eine solche Tat sein konnte.
"Ich habe viele Fragezeichen", sagt der Mann – und so gehe es vielen anderen Menschen in Künzelsau derzeit auch. Das Paar habe nicht nur zwei erwachsene Kinder, sondern es gebe auch schon ein Enkelkind. "Es ist einfach furchtbar."
Die Kriminalpolizei hat mit Hilfe der Rechtsmedizin die Ermittlungen übernommen. "Weitere Angaben können derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht erfolgen", teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Eine Tatbeteiligung Dritter könne derzeit ausgeschlossen werden.
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