Spazieren mit Obelix und dem süßen Jerry
Runterkommen und den Alltag vergessen. Stimme-Leser genießen einen Vormittag auf dem Alpakahof Beck in Satteldorf

Dunkle Wolken über der Hohenloher Ebene, aber strahlende Gesichter beiden 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Heilbronn, Oedheim, Neuenstadt, Lehrensteinsfeld, Öhringen und Mulfingen, die im Rahmen des Stimme-Lesesommers einen unterhaltsamen, kurzweiligen und informativen Freitagvormittag auf dem Alpakahof Beck in Satteldorf verbrachten – inclusive Alpaka-Wanderung.
„Niedlich“ oder „knuddelig“ waren nur zwei der begeisterten Bemerkungen, die aus der Gruppe zu hören waren, als es im Stall zum ersten Kontakt mit den Paarhufern kam, deren Heimat eigentlich die Anden in Südamerika sind. Die neugierigen Tiere mit dem kuscheligen Fell zauberten Jung und Alt gleichermaßen ein Lächeln ins Gesicht. Und nicht nur das. „Das war sehr entspannend, man kommt runter“, schilderte Frank Herkert seine Eindrücke und hob damit den positiven Aspekt hervor, den die gemeinsame Zeit mit den geselligen und emphatischen Alpakas beschert – man kann den Alltagsstress hinter sich lassen, den Kopf etwas freibekommen und einfach mal abschalten.
Bei einer Alpaka-Wanderung geben die Tiere das Tempo vor
Eine Alpaka-Wanderung hat nichts mit einem herausfordernden Tempo-Marsch zu tun, denn die Geschwindigkeit geben die Tiere vor, die unter anderem Asterix, Obelix, Troubadix, Idefix, Majestix oder Tom und Jerry heißen. Auf dem diesmal rund drei Kilometer langen Fußweg ließen sich die gemächlich trottenden Alpakas nicht aus der Ruhe bringen, zogen ihren die Leine führenden Stimme-Leser auch schon mal mit auf die Wiese. Hin und wieder legten sie eine Pause ein, um zu grasen oder neugierig mit langgestrecktem Hals die Natur wie auch die Menschen um sie herum zu betrachten. Als gefräßigster Wiederkäuer erwies sich Obelix, der nicht umsonst auf den Namen den stets hungrigen Galliers getauft worden war.

Lockere Atmosphäre Für reichlich Input und viele unterhaltsame Anmerkungen sorgten „Alpaka-Papa“ Bernhard Beck und seine Frau Elli, die von Beginn an für eine lockere („unter Alpakas ist man per Du“) Atmosphäre sorgten. „Alpakas zählen zur Familie der Kamele“, erklärte Bernhard Beck. Auch die größeren Lamas gehören zur Verwandtschaft. „Lamas werden in Südamerika als Lastentiere und zur Fleischversorgung gehalten. Alpakas dienen ebenfalls als Fleischlieferanten, aber auch der Gewinnung von Wolle.“ Die Qualität der Alpaka-Wolle ist höher als die von Schafen. Ein Kilo kostest je nach Qualitätsgrad zwischen zehn und 100 Euro.
Für heiteres Schmunzeln sorgte das Thema Fortpflanzung. „Wird eine Stute vom Hengst gedeckt, wird dieser zwei, drei Wochen später wieder der Stute zur Trächtigkeitskontrolle zugeführt – spuckt sie ihm ins Gesicht, dann ist sie trächtig und will ihre Ruhe haben“, erzählte Bernhard Beck mit einem breiten Grinsen. Der Hengst habe dann eine lange Pause, denn von der Deckung bis zur Geburt vergehen rund elfeinhalb Monate.
Neugierige Alpakas und zufriedene Stimme-Leser
Seine Alpakas seien reiselustig, neugierig und allem Neuen aufgeschlossen, sagte der 61-Jährige, der mit den Tieren auch mal für ein Hochzeitsfoto-Shooting oder andere externe Events gebucht wird. Fährt er dann mit dem Anhänger am Freigehege vor, stehen seine Schützlinge sofort bei Fuß. Autofahren macht Spaß.
„Ich habe viel über die Tiere und ihre Haltung erfahren“, merkte Frank Herkert an. „Es war ein super Erlebnis“, schwärmte Heike Steinle von den „süßen“ Alpakas mit ihren „schnuffigen“ Gesichtern. „Ich werde auf jeden Fall mit der Familie wieder kommen.“ Hin und weg war die achtjährige Elena Beez, die Alpaka-Fohlen „Jerry“ an der Leine führen und später auch aus der Hand füttern durfte. Nicht minder angetan war Mutter Anja Beez, die von „einem tollen und informativen Erlebnis“ sprach. „Alpakas sind sehr angenehme Tiere, aber man merkt, jedes hat seinen eigenen Charakter“. Und: „Das Wetter hat auch gepasst.“ Die gut gelaunte Lesergruppe war bereits zurück im Stall, als die dunklen Wolken abregneten.
Vorm Firmenchef zum Alpaka-Züchter
Der Alpakahof ist das zweite berufliche Leben von Bernhard Beck. Der 61-Jährige hat seit jungen Jahren ein Faible für die Tierhaltung und investierte bereits als Konfirmant sein Geld in Schafe. Beck ist gelernter Landwirtschaftsmeister, absolvierte zudem eine Ausbildung als Natur- und Landschaftsführer, war Inhaber und Geschäftsführer der Firma Beck Agrar Farmfood GmbH & Co. KG im Satteldorfer Ortsteil Horschhausen, die er vor drei Jahren verkaufte. Das geruhsame Rentnerdasein war aber nicht sein Ding und so wurde die Idee des Alpkahofs geboren, die zunächst mit sechs Tieren realisiert wurde. Aktuell ist die Herde 21 Tiere groß. Dass die Wahl auf Alpakas fiel und nicht auf Schafe, liegt auf der Hand. „Mit Schafen kann man keine Wanderungen durchführen“, sagte Bernhard Beck.
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