Sparkasse Hohenlohekreis: Einlagen steigen, Kredite stagnieren
Das Geschäftsjahr 2025 war geprägt von ordentlichen Erträgen aus dem Zins- und Provisionsgeschäft. Das Eigenkapital wurde dadurch weiter gestärkt. Während die Umsätze mit Wertpapieren florieren, liegen Kredite für neue Immobilien brach.

Die Sparkasse Hohenlohekreis hat auch im Geschäftsjahr 2025 gut verdient. Das Betriebsergebnis vor Bewertung liegt mit 28,7 Millionen Euro nur geringfügig unter dem Wert von 2024. Elf Millionen Euro verwendet die Bank, um ihr Eigenkapital weiter zu stärken. Es liegt nun bei 262 Millionen Euro und damit weiterhin etwas unterhalb des Verbandsdurchschnitts.
Größere Kreditausfälle gab es zuletzt nicht
Dennoch hat die Sparkasse dieses so wichtige Risikopuffer seit 2020 deutlich erhöht. Damals standen nur 182 Millionen Euro zu Buche. „Größere Kreditausfälle gab es in den letzten Jahren und auch aktuell nicht“, sagt Vorstandsvorsitzender Bernd Kaufmann. „Unsere Risikosituation ist sehr solide.“
Die Kunden tun weiterhin vor allem eines: sparen
Nur leichte Rückgänge gab es 2025 bei den Überschüssen aus dem Zinsgeschäft (45,7 Millionen Euro) und Provisionsgeschäft (17,3 Millionen Euro). Aus beiden Positionen generiert die Sparkasse die meisten Erträge. Die Kunden tun weiterhin vor allem eines: sparen. „Besonders gefragt waren mittelfristige Sparkassenbriefe mit fixer Verzinsung, Tagesgelder sowie Wertpapiere unterschiedlicher Couleur“, erklärt Kaufmann. Vor allem Privatkunden haben noch mehr Geld angelegt als im Vorjahr. „Rund 85 Prozent des Anstiegs entfällt auf sie.“ Insgesamt wuchsen die Kundeneinlagen um fünf Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.
Wertpapiere bleiben der Renner
Wertpapiere bleiben der Renner. Die Umsätze stiegen um zehn Prozent auf 334 Millionen Euro. Das Wertpapiervermögen lag mit 767 Millionen Euro noch nie so hoch. „Rund ein Drittel unseres Kundenvermögens entfällt damit auf Wertpapieranlagen“, präzisiert Kaufmann. Neben festverzinslichen Wertpapieren waren insbesondere Investmentanteile sehr gefragt.
Kreditgeschäft bleibt zäh
Spürbar schwächer lief das Kreditgeschäft. Bei den Privatkunden gab es nur ein leichtes Plus, bei den Firmenkunden ein leichtes Minus. Unterm Strich stehen rund 1,5 Milliarden Euro. Viele Unternehmen investieren nur vorsichtig – oder gar nicht. Andere wollen investieren, bekommen aber keine Kredite. Wie ist die Lage im Hohenlohekreis? „Wir können bei uns keinen Anstieg an Kreditabsagen erkennen. Gleichwohl ist die Investitionsbereitschaft in vielen Branchen weiterhin nur mäßig“, so Kaufmann. „Insgesamt beurteilen wir die Lage als vergleichsweise günstig, da in unserer Region die überdurchschnittlich stark belasteten Branchen, wie Automobilzulieferer und Maschinenbauer, kaum vertreten sind.“
Private Baufinanzierungen fast nur mit gebrauchten Immobilien
Das Geschäft mit privaten Baufinanzierungen bleibt zäh, obwohl eine gewisse Belebung zu spüren ist. Kredite für neue Einfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen werden kaum nachgefragt oder bewilligt. „Die Finanzierung von Gebrauchtimmobilien und Modernisierungsmaßnahmen machen einen großen Teil der derzeitigen Kreditnachfrage aus“, sagt Kaufmann. Wenn Immobilien vermittelt werden, sind diese meist gebraucht. Deshalb florierte dieses Geschäftsfeld ganz besonders. „Für einen deutlichen Wachstumsschub im Neubau wird entscheidend sein, wann die Bürger wieder mehr Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und in die Planbarkeit ihrer persönlichen Einkommenssituation, gerade mit Blick auf die Herausforderungen unserer Sozialversicherungssysteme, empfinden“, analysiert Kaufmann.
Konsumkredite stark nachgefragt
Kredite, die in den Konsum fließen und in Raten zurückzuzahlen sind, wurden stark in Anspruch genommen. „Getrieben ist dies insbesondere durch Kleinstkredite unter 1000 Euro im Rahmen sogenannter Buy-Now-Pay-Later-Angebote des stationären oder digitalen Einzelhandels“, erklärt Kaufmann. „Unser Privatkreditangebot bietet Kunden hier oft die Chance, mehrere derartige Ratenkredite zu günstigeren Raten- und Zinskonditionen zusammenzufassen und zu mehr Überblick über die monatlichen Ausgaben zu verhelfen. Ein weiterer Wachstumstreiber waren in 2025 auch Umfinanzierungen von Ratenkrediten, die in 2022 und 2023 zu höheren Zinskonditionen abgeschlossen wurden.“ Wie viele Girokonten wurden 2025 im Durchschnitt mehr als ein halbes Jahr dauerhaft überzogen? „Die Anzahl liegt unter 50 Girokonten, das sind weniger als 1 Promille aller Girokonten. Unser Dispo-Zins für Privatgirokonten liegt aktuell bei 9,38 Prozent.“
Wo kommt Künstliche Intelligenz zum Einsatz?
Im digitalen Beratungs-Center arbeiten neun Kräfte. „Wir haben weiter zwei Hauptstellen und 14 Filialen sowie mehrere SB-Standorte. Die letzte Filialschließung betrifft Schwabbach. Hier haben wir nach dem Sprengstoffanschlag an Weihnachten 2022 auf eine Neuinvestition verzichtet“, sagt Kaufmann.Wo kommt Künstliche Intelligenz zum Einsatz? „2025 haben wir an vielen Arbeitsplätzen den S-KI-Piloten eingeführt. Das ist ein virtueller Assistent, der unsere Mitarbeiter bei einer Informationssuche, bei Formulierungen, bei komplexen Übersetzungen oder bei bankfachlichen Themen unterstützt“, so der Vorstandschef. Wo sind die Chancen, wo die Grenzen von KI? „KI kann es für unsere Kunden und Mitarbeiter möglich machen, manche Dinge noch schneller und einfacher zu erledigen. Die Grenze sehen wir dort, wo es auf Individualität und den menschlichen Faktor ankommt.“
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