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Seefeldhaus in Westernach wird provisorisch zum Vereinsheim

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Der klare Beschluss, das Dorfgemeinschaftshaus in Westernach übergangsweise als Vereinsheim zu nutzen, nachdem es seit Dezember 2020 dem Kindergarten als Heimstatt diente, spiegelt die Aufregung im Gemeinderat nur unzureichend wider. Vor allem einer zog kräftig vom Leder. 

Das Seefeldhaus in Westernach war Dorfgemeinschaftshaus und seit Dezember 2020 Heimstatt des Kindergartens. Jetzt soll es übergangsweise als Vereinsheim vermietet werden.
Das Seefeldhaus in Westernach war Dorfgemeinschaftshaus und seit Dezember 2020 Heimstatt des Kindergartens. Jetzt soll es übergangsweise als Vereinsheim vermietet werden.  Foto: Ralf Reichert

Das Dorfgemeinschaftshaus in Westernach wird seit Dezember 2020 als Kindergarten genutzt. Die Vereine im Ort mussten über fünf Jahre auf diesen Treffpunkt verzichten. Jetzt ist der Kindergarten-Neubau daneben fast fertig, er soll im März bezogen werden. Im Seefeldhaus ist also wieder Platz.

Gemeinde beabsichtigt Generalsanierung

Deshalb will die Gemeinde das Gebäude vorübergehend als Vereinsheim nutzen. Eine Dauerlösung ist das nicht, wie Uwe Wied, der Leiter des Technischen Amts, bei der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte. „Es ist ja kein Geheimnis, dass wir hier mittelfristig etwas machen müssen. Wir beabsichtigen eine Generalsanierung, brauchen dafür aber noch Zeit. Die Umnutzung als Vereinsheim ist so am pragmatischsten und schnellsten.“

Die einen fühlen sich überrumpelt, die anderen verstehen die Aufregung nicht

Diesem Beschlussvorschlag der Verwaltung folgen fast alle Gemeinderäte, nur Jakob Joos (FWV) stimmt dagegen. Das klare Votum spiegelt die kontroverse und teils chaotische Diskussion davor nur unzureichend wider. Einige Gemeinderäte fühlen sich überrumpelt, andere verstehen die ganze Aufregung nicht. So wie Bürgermeister Christoph Spieles: „Wir verbauen uns doch damit gar nichts.“ 

Volker Baumann vermisst Informationen 

Der Rathaus-Chef ist wohl der Auffassung, dass im Vorfeld alles besprochen worden ist. Einigen Räten fehlen aber wichtige Infos: etwa die, ob die Gemeinde für die Zwischenlösung Geld in die Hand nehmen muss. Volker Baumann (FWV) kritisiert: „So einfach geht es nicht. Entstehen uns dadurch Kosten? Wer betreibt das Vereinsheim? Das sind alles Dinge, von denen ich keine Ahnung habe.“

Gerd Stier zieht am kräftigsten vom Leder

Am kräftigsten vom Leder zieht sein Fraktionskollege Gerd Stier. Er moniert in seiner Wutrede die fehlende Kommunikation und tituliert das als „Schweigen im Walde“. Dann rollt er die Vorgeschichte auf und bemängelt, dass die Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses als Kindergarten zu lange währte und der Neubau des Kindergartens daneben zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte. „Alles plätscherte bisher so dahin, und jetzt sollen wir das so ad hoc entscheiden?“ Im Sinne der Vereine beschließt er für sich: „Ich gehe da heute mit, einverstanden bin ich damit aber nicht.“

Oliver Gaßner schüttelt den Kopf

SPD-Gemeinderat Oliver Gaßner schüttelt den Kopf und appelliert, endlich abzustimmen. Und zwar mit „Ja“. Man müsse den „zweiten Schritt so oder so tun, da spricht doch nichts dagegen, das Gebäude schon einmal so zu nutzen“. Es „zwei Jahre leer stehen zu lassen“, sei „schwachsinnig“. Deshalb: „Die ganze Diskussion war umsonst.“

Christoph Spieles stellt Nutzungsbedingungen klar

Bürgermeister Christoph Spieles stellt klar: „Wir wollen verhindern, dass es zu lärmtechnischen Problemen kommt. Dazu gehört auch, das Vereinsheim nicht an externe Dritte zu verpachten. Der Ortschaftsrat wird ermächtigt, über die Nutzung zu bestimmen und zu befinden.“ Wie es langfristig mit dem Gebäude am Ende der Seestraße weitergeht, muss separat geklärt werden. Auch das Landratsamt hat hier ein gewichtiges Wörtchen mitzureden.    

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