Schüler vom HGÖ stellen Fragen zu ihrer Stadt
Ungewöhnlich viele und vor allem ungewöhnlich junge Zuhörer verfolgen die jüngste Gemeinderatssitzung in Öhringen. Sie erfahren hautnah, wie Demokratie funktioniert und wie die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Und sie stellen Fragen. Welche?

Eine ungewöhnlich große Schar von Zuhörern begrüßte Öhringens Oberbürgermeister Patrick Wegener in der letzten Sitzung des Gemeinderats am Dienstag in der Kultura. Deutlich mehr Stuhlreihen als üblich zeigten: Heute ist etwas anders als sonst. Schüler vom Hohenlohe-Gymnasium waren mit ihren Lehrern gekommen, um eine Sitzung des Gemeinderats zu erleben. Demokratie hautnah.
Schüler interessieren sich für Sicherheit
Wie üblich stehen Einwohnerfragen zu Beginn der Sitzung auf der Tagesordnung. Und nach Hildegard Reichert, die ebenfalls wie üblich ans Mikrofon tritt und als aufmerksame Bürgerin auf Missstände hinweist – am Dienstag auf unnötige englische Begriffe auf der Tagesordnung – sind es an diesem Abend Schüler, die das Wort ergreifen. Eine Schülerin will wissen, was die Stadt tun kann, um vor allem auch für Frauen das Sicherheitsgefühl zu erhöhen. OB Wegener kündigt an, dass man sich Gedanken über kluge Straßenbeleuchungssysteme mache, die dann angehen, wenn Menschen an der betreffenden Stelle laufen.Aber auch bei der Planung neuer Wohngebiete und der Überplanung des Bahnhofareals zum Beispiel werde man einen Fokus darauf haben, dass keine dunklen, uneinsichtigen Stellen entstehen.Freizeit Das Thema Sicherheit und speziell auch in der Silvesternacht interessiert einen Mitschüler. Auf dem Marktplatz, erinnert Wegener, gelte ein Böllerverbot wegen der historischen Altstadt und den dort noch stehenden Hütten vom Winterzauber. Ansonsten werde die Polizei verstärkt dafür Sorge tragen, dass alles in den richtigen Bahnen läuft.
Schüler vermissten mehr Freizeitangebote
Was für die Jugend getan werde, will ein Mitschüler wissen. OB Wegener gibt die Frage weiter an Jugendreferent Stefan Möhler. Der zählt die vorhandenen Angebote wie Jugendkeller und Fiasko sowie Jugendpavillon auf. Und kündigt aber auch an: „Wir suchen gerade die Möglichkeit für eine genossenschaftliche Kneipe, die von Jugendlichen geführt werden könnte.“ Es wird eine lange Sitzung. Die Musiker, die zum Ende spielen sollen, müssen einige Zeit warten. Die Schüler hören die Ausführungen von Kämmerer Patrick Müller. Und selbst wenn das komplexe Thema Haushalt nicht das Spannendste und Greifbarste für junge Menschen ist, nehmen sie doch mit, dass eine Stadtverwaltung viele Aufgaben hat, rund 500 Menschen auf verschiedenen Positionen braucht, um das geregelte Zusammenleben zu ermöglichen und Weichen für die Zukunft zu stellen.
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