Reaktivierung der Kochertalbahn: Stadt Künzelsau steht vor Herkulesaufgabe
Kritiker aus Kupferzell und Waldenburg umstimmen und ausreichend Fingerspitzengefühl an den Tag legen: Die Reaktivierung der Kochertalbahn wird für Künzelsau zum heiklen Balanceakt, meint unser Autor.

Die mögliche Reaktivierung der Kochertalbahn bleibt umstritten und ein heißes kommunalpolitisches Eisen. Die Gemeinderäte von Kupferzell und Waldenburg umzustimmen, gleicht einer Herkulesaufgabe, an der sich die Stadt Künzelsau leicht verheben könnte. Sie muss die Abtrünnigen überzeugen, dass nicht nur sie von der neuen Stadtbahn profitiert, sondern alle potenziellen Anlieger und vor allem: Mitfinanziers.
Der Schuss ging teilweise nach hinten los
Eine Info-Offensive soll größtmögliche Beteiligung und Transparenz gewährleisten. Ein erster Info-Abend am 21. Januar sollte diesen Prozess starten und die richtige Richtung lenken. Den Planungsprozess in aller Ruhe darzulegen, aber gleichzeitig anzukündigen, bei der Umsetzung all dieser Schritte aufs Tempo zu drücken: Das war etlichen Kritikern dann doch des Guten zu viel. Genauso wie der Versuch, über eine nicht repräsentative Bürgerumfrage eine positive Grundstimmung zu erzeugen. So ging der Schuss teilweise nach hinten los.
Jetzt braucht es vor allem eins: mehr Fingerspitzengefühl
Die gewünschte Botschaft ist also bei vielen nicht so angekommen, wie man sich das vorgestellt hatte. Der Gemeinderat von Kupferzell ist bekannt dafür, die Dinge äußerst genau und kritisch abzuwägen. Die Verwaltung weiß ein Lied davon zu singen. Wenn dann auch noch die Kreisstadt mit so einem teuren Prestigeprojekt um die Ecke kommt und den Eindruck erweckt, die Kupferzeller kriegen wir schon irgendwie rum, schrillen dort weiter die Alarmglocken. Jetzt braucht es vor allem eins: mehr Fingerspitzengefühl.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare