Gemeinderat genehmigt große Agri-PV-Anlage
Schon jetzt wird jede Menge Strom mit Freiflächen-PV-Anlagen beim Öhringer Teilort Untermaßholderbach erzeugt. Jetzt soll eine weitere Anlage gebaut werden. Und zwar als Agri-PV-Anlage, unter der die Fläche bewirtschaftet werden kann.

Schon jetzt wird jede Menge Strom mit Freiflächen-PV-Anlagen bei Öhringen-Untermaßholderbach erzeugt. Und es sollen noch mehr werden: Der Gemeinderat hat mehrheitlich der Aufstellung eines Bebauungsplans zugestimmt, der den Namen „Agri-Photovoltaikanlage Weidenhäusle“, Untermaßholderbach, trägt. Damit kann das Unternehmen Anumar (Ingolstadt) eine Anlage auf 15,75 Hektar Fläche errichten. Die Flächen gehören einem ortsansässigen Landwirt, der sie dafür verpachtet. Auch wenn die Öhringer Räte zum größten Teil hinter erneuerbaren Energien stehen. Die Tatsache, dass damit hochwertige Böden nicht zur Nahrungsproduktion dienen, wird immer wieder kritisiert.
Kombination Landwirtschaft und Energieproduktion
Dieter Volkert (Grüne/UNS) betont, dass es vor einer Bewilligung klar sein müsse, wie der Boden unter oder zwischen den Modulen genutzt werde, denn alles andere lasse zu viele Schlupflöcher und Spielraum. Bei der aktuell geplanten Agri-PV-Anlage noch keine Aussage zur Art und Weise der Bodennutzung. Das gleiche gelte für das Regenwasser-Management. Otto Weidmann sagt für die Freien Wähler, dass Agri-PV-Anlagen sehr positiv seien, weil dabei Energieproduktion und landwirtschaftliche Nutzung ideal kombiniert werden.
Auf Gemarkung Öhringen sind bisher acht Freiflächen-PV-Anlagen auf etwa 14,3 Hektar Fläche in Betrieb und erzeugen rund 11,2 MWp. Dazu sind mehrere Bebauungsplanverfahren für Freiflächen-PV-Anlagen in Aufstellung, die eine Fläche von ca. 20,6 Hektar umfassen. Fünf Verfahren mit einer Fläche von etwa 17,5 Hektar wurden kürzlich als Satzung beschlossen. Im privilegierten Bereich, also entlang der Autobahn oder Bahn) sind fünf Anlagen auf 9,4 Hektar im Verfahren. Im direkten Umfeld des Plangebiets läuft aktuell das Bebauungsplanverfahren für den Solarpark Gern, das auf einer Fläche von rund 11,4 Hektar eine Kombination aus Freiflächen-PV-Anlage (auf 4,4 Hektar) und Agri-PV-Anlage (auf 5,1 Hektar) vorsieht.
Freiflächen-Anlagen und Bodennutzung
Rund um Öhringen sind die Ackerböden sehr wertvoll. Werden Ackerzahlen über 60 erreicht, wie es dort oft der Fall ist, sollen diese Flächen nicht für Freiflächen-PV-Anlagen genutzt werden können. Ausnahmen, so erklärt es die Sitzungsvorlage, sind nur dann zugelassen, wenn auf mindestens der Hälfte der Fläche eine Agri-PV-Nutzung vorgesehen ist. Denn dann ist darunter eine Bewirtschaftung möglich, die Fläche könnte beweidet oder für Sonderkulturen genutzt werden. Wie konkret die Fläche genutzt werden soll, ist noch nicht festgelegt.
Die Agri-PV-Anlage soll zur regionalen Wertschöpfung über eine Projektgesellschaft betrieben werden, deren Firmensitz in Öhringen liegt. Die Gewerbesteuer bleibt damit in der Stadt. Der erzeugte Strom soll nach Abstimmung mit der Netze BW beim Umspannwerk Öhringen in das Stromnetz eingespeist werden.
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