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Ungewohnt und ungemütlich: Pferdemarkt-Montag in Öhringen fällt ins Wasser

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Verregnet und vom Winde verweht: Dieser Pferdemarkt-Montag in Öhringen war zum Vergessen. Doch einige Besucher trotzen dem schlechten Wetter. 


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Spötter frotzeln: Das kommt davon, wenn der Pferdemarkt-Montag in Öhringen zum ersten Mal ganz ohne Pferde abläuft und dazu noch auf einen Rosenmontag fällt. Kein Wunder, dass die Pferde-Götter grollen und es stürmen und regnen lassen, als ob es kein Morgen gäbe.

Weil sie ihre wiehernden Schützlinge auf Erden in montäglicher Verdammnis wähnen und keinen anderen Feiertag neben sich dulden als den bis dato höchsten im ureigenen Öhringer Beritt.

Der Marktplatz ist am Nachmittag weitgehend leer. Nur wenige ganz wackere Besucher wagen einen kurzen Bummel, so wie hier Heike Koppenhöfer mit ihrer Tochter Alica.
Der Marktplatz ist am Nachmittag weitgehend leer. Nur wenige ganz wackere Besucher wagen einen kurzen Bummel, so wie hier Heike Koppenhöfer mit ihrer Tochter Alica.  Foto: Ralf Reichert

So ein Schietwetter: Pferdemarkt-Montag in Öhringen fällt ins Wasser

Doch Spaß beiseite. Auch dem kühnsten Optimisten wurde gestern schnell klar: So ein Schietwetter gab es schon lange nicht mehr. Ach was. Kein Insider konnte sich auch nur annähernd erinnern, dass dieser einst so stolze Markttag überhaupt schon einmal derart krachend ins Wasser gefallen ist.

Nur Männer an einem Stand mit Küchengeräten? Auch das gibt es. Hier präsentiert Stefan Geiger aus Rosenheim seine Keramik-Reiben: „Die sind der Renner.“
Nur Männer an einem Stand mit Küchengeräten? Auch das gibt es. Hier präsentiert Stefan Geiger aus Rosenheim seine Keramik-Reiben: „Die sind der Renner.“  Foto: Ralf Reichert

Nasser Pferdemarkt-Montag in Öhringen: „Am meisten tut es mir leid für die Beschicker“

Am Nachmittag schüttet es wie aus Kübeln und windet es wie an der Waterkant. Etliche Krämermarktstände machen früher dicht, die meisten Besucher flüchten ins Warme. „Am meisten tut es mir leid für die Beschicker“, sagt Heike Koppenhöfer (59) aus Öhringen, als sie mit ihrer Tochter Alica (27) über den Marktplatz eilt. „Für die ist das eine Katastrophe.“ Die eine hält ihren Schirm, die andere ihre Kapuze fest. Es ist 15.30 Uhr. Beide sind erst eine halbe Stunde hier und brechen demnächst ab: „So früh war es noch nie so leer.“

Sie trotzen dem Wetter und feiern eine vergnügliche Pferdemarkt-Tour (v. l.): Martin Bartholomäi, Oskar Eschenweck und Anton Abel an der Landmaschinen-Meile.
Sie trotzen dem Wetter und feiern eine vergnügliche Pferdemarkt-Tour (v. l.): Martin Bartholomäi, Oskar Eschenweck und Anton Abel an der Landmaschinen-Meile.  Foto: Ralf Reichert

Eine Gruppe junger Männer trotzt auf dem Öhringer Pferdemarkt dem miesen Wetter

Oskar Eschenweck aus Eschental ist mit einer Gruppe junger Männer aus Goggenbach, Bauersbach und Westernach um 10 Uhr vom Bahnhof losgezogen: erst zum Willig, dann zur Landmaschinen-Meile, weiter zur BAG und zum Abschluss in die Hohenloher Alm. Das miese Wetter? Ist halt so. Sie nehmen es mit freudiger Gelassenheit, trinken vergnügt ihr Bier und sind bester Laune, als sie am Stand der Firma Zürn Halt machen. Eschenweck ist von Beruf Koch, im Nebenjob fährt er Schlepper und Lkw. Er ist also ein Landwirt light. Und er liebt den Pferdemarkt wie eh und je. Auch und gerade an diesem Montag.

Das Küchenteam im Haus an der Walk freut sich, dass der traditionelle Mittagstisch mit Maultaschen wieder gut ankommt. Umso mehr, als alle im Trockenen sind.
Das Küchenteam im Haus an der Walk freut sich, dass der traditionelle Mittagstisch mit Maultaschen wieder gut ankommt. Umso mehr, als alle im Trockenen sind.  Foto: Tamara Ludwig

Auf Heimatbesuch in Öhringen – und schwer verwundert 

Nadja Cil (60) stammt aus Öhringen und wohnt seit über 30 Jahren in Kiel. Seitdem kommt sie immer in die Heimat zurück, wenn der Nationalfeiertag naht. „So einen Pferdemarkt haben wir noch nie erlebt.“ Dass die Prämierung der Pferde auf Sonntag verlegt wurde, „finde ich nicht schön“. Den Marktbeschickern gehe es bestimmt genauso, denn: „Dann ist einfach nicht so viel los.“ Und das Wetter? „Ist typischerweise kalt und trocken. Aber so ungemütlich und nass?“ Wahnsinn. Höchste Zeit also für einen Glühwein am Ofen der Hohenloher Alm.

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