Bürgermeisterwahl Pfedelbach: Daniel Vogelmann setzt auf Familienpolitik
Daniel Vogelmann möchte in Pfedelbach Bürgermeister werden. Der Pfedelbacher hat bereits Erfahrung in Sachen Wahlkampf und setzt nun andere Akzente.

Kurz nach Weihnachten hängt das erste Wahlplakat druckfrisch vor der Haustür von Daniel Vogelmann. „Dort darf ich schon“, erklärt der Pfedelbacher und lacht verschmitzt, als ihn die HZ zum Gespräch trifft.
Früh dran ist Vogelmann nicht nur mit den Plakaten, der gebürtige Öhringer gab bereits Wochen vor der offiziellen Ausschreibung seine Kandidatur bekannt, startete den Wahlkampf und setzt klar ein Zeichen für seine Familienpolitik.
Fokus auf Wahlkampf vor der Haustür
„Man muss einfach früh die Leute erreichen, sich vorstellen“, erklärt er. Diese Erkenntnis hat er aus seinem ersten Wahlkampf bekommen. 2020 hatte sich der heute 40-Jährige in Waldenburg beworben, im Corona-Jahr, „das war natürlich etwas ganz anderes und man konnte keinen wirklichen Wahlkampf führen“, erinnert er sich. „Am Ende wählt man die, die man kennt – also muss man raus auf die Straße.“
Und da er ein Ziel verfolgt, nämlich alle Flyer persönlich in die Briefkästen einzuwerfen, müsse man eben früh starten. Kritischen Stimmen, die sich fragen, warum er nochmals auf den Rathaussessel möchte, entgegnet er: „Es ist mein Traum, weil ich lange politisch engagiert bin“. Seit 20 Jahren ist der 40-Jährige Mitglied in der SPD, deren Werte er teilt. In Pfedelbach tritt er jedoch parteilos an.
Während Ausbildung Verwaltungsluft geschnuppert
Dort „möchte ich vor Ort anpacken, Dinge beim Namen nennen, und gemeinsam mit vielen Lösungen finden – im besten Fall auch unbürokratisch.“ Dass das nicht immer geht, das ist ihm klar. Ein bisschen Verwaltungsluft hat er während seiner Ausbildung zum Bauzeichner beim Landratsamt Hohenlohekreis geschnuppert. Danach war der Hobbysänger lange in der Bauindustrie tätig und unter anderem in der Projektleitung bei einer der größten Lichtwerbeanlagen überhaupt, wie er stolz berichtet. Und das war nicht immer nur Schreibtischarbeit.
Immer wieder stand er auch selbst an der Baustelle, auch als Arbeiter wenn mal Not am Mann war. Und „seit 13 Jahren bin ich immerhin bei einer riesen Behörde“, ergänzt er. Bei der Deutschen Bahn ist er zuständig für Projekte und vor allem für die Verwaltung hoher Summen, für die er auch Rechenschaft ablegen muss, ein bisschen wie im Gemeinderat eben. Daher wisse er auch wie unternehmerisches Denken funktioniert.
Viel Themen rund um Familien
Ganz ohne Rückendeckung hätte er den Schritt dennoch nicht noch einmal gewagt. Doch viele seiner Mitstreiter in Schule und auch im Privaten, haben ihn zur Kandidatur in Pfedelbach ermutigt. Als Vater einer Tochter hat er bereits früh begonnen sich einzubringen.Authentisch sein und Akzente setzen, das gehört zu seinen Zielen und da er Einblicke in Schule und Kindergarten hat, setzt er im Wahlkampf auf Familien. Denn es gibt einiges zu tun. Das hat er bei Gesprächen schon mitbekommen. Gestiegene Mensapreise, der Amokalarm der Pestalozzischule muss angegangen werden. Wichtig ist ihm auch die Infrastruktur.
Auch beim Thema Kindergarten „müssen wir gut sein“. Im Kindergarten Nonnenberg soll ein neuer Bewegungsraum her, der aber zu teuer ist. „Ich weiß, wie Bauen funktioniert, vielleicht geht das auch kostengünstiger.“ Die Jugend steht ebenso auf der Agenda, ergänzt er: „Bei uns gibt es schon einiges, aber ich würde mir noch mehr wünschen.“ Und: Für junge Menschen ist Sicherheit ein Thema, das hätten sie selbst dargestellt. Auch die Rentner seien natürlich wichtig, all das gehöre zusammen. „Ich will klare Botschaften senden und nicht wie das Fähnchen im Wind sein.“ Die Ehrenämter gehören zu seinen größten und zeitintensivsten Hobbys, daneben ist er bei den Chorfreunden Willsbach, spielt Klavier oder hört – gerne auch sakrale – Musik.
Bürgernähe zahl sich aus
Dass er mit seinem Credo der Bürgernähe richtig liegt, die Erfahrung hat er im Corona-Wahlkampf gemacht. „Obersteinbach war der einzige Ort, in dem ich recht präsent war und da habe ich 52 Prozent der Stimmen geholt. Es hieß damals, dort sei ich Bürgermeister der Herzen“, erinnert er sich lächelnd. Ob er das auch in ganz Pfedelbach wird, entscheiden die Wähler am 8. März. Und die Konkurrenz ist dieses Mal größer.
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