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Öhringen sucht Fahrrad-Übungsplatz

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Bereits zum zweiten Mal diskutiert der Öhringer Gemeinderat, wo künftig die Radverkehr-Ausbildung für Grundschüler stattfinden soll. Alle Provisorien, die ins Auge gefasst wurden, sind nicht geeignet. Nun wird eine langfristige Lösung gesucht.

Damit Viertklässler die Radfahr-Prüfung ablegen können, müssen die Städte und Gemeinden einen geeigneten Übungsplatz zur Verfügung stellen. Öhringen sucht nun eine gute und vor allem langfristige Lösung.
Damit Viertklässler die Radfahr-Prüfung ablegen können, müssen die Städte und Gemeinden einen geeigneten Übungsplatz zur Verfügung stellen. Öhringen sucht nun eine gute und vor allem langfristige Lösung.  Foto: Sven Hoppe

Eigentlich sollte man meinen, ein großer Platz, vielleicht auf einem Schulhof oder vor einer Sporthalle, sollte ausreichend sein, damit die Grundschüler dort auf eingezeichneten Wegen lernen, wie man sich im Straßenverkehr verhält. Und damit die Viertklässler dann dort auch die Radprüfung ablegen können. Doch ganz so einfach ist es nicht: Schon zum zweiten Mal beschäftigte sich der Öhringer Gemeinderat mit dem Thema Verkehrsübungsplatz. Im Januar war das Hauptaugenmerk, schnell eine - vielleicht auch nur provisorische - Lösung zu finden. Denn die Vorschriften sind verschärft worden. Es gelten nun strengere Bestimmungen.  Innen- und Kultusministerium wollen es so. Damit sind in Öhringen die Mindestanforderungen nicht mehr erfüllt. Darauf hat das Polizeipräsidium Heilbronn die Stadt hingewiesen.

Übungsplatz würde Parkplätze kosten

Es geht dabei vor allem um eine ausreichende Größe und Ausstattung sowie die Minimierung störender Einflüsse. „Der Pausenhof der Hungerfeldschule ist viel zu klein und die Sporthalle in Michelbach für diesen Zweck vollkommen ungeeignet“. So war es in der Januar-Sitzungsvorlage formuliert. Diskutiert wurden Provisorien gegenüber der Kultura auf dem Parkplatz Herrenwiese und beim Fitnesspark in der Cappelaue. Doch beide Lösungen sind nicht umsetzbar. Und sie hätten mit 10.000 Euro (Herrenwiese) und mehr (Cappelaue) trotzdem Geld gekostet.

Deshalb wurde nun noch einmal diskutiert. Mit dem Ergebnis, dass es kein Ergebnis gibt und die Verwaltung mit der Planung eines dauerhaften Fahrradübungsplatzes beauftragt wurde. Für das Haushaltsjahr 2027 sollen entsprechende Finanzmittel bereitgestellt und alle infrage kommenden Flächen geprüft werden.

Radfahr-Ausbildung in Klasse vier

Die Radfahrausbildung in der vierten Klasse ist verpflichtend. Städte müssen dafür sorgen, dass geeignete Übungsplätze vorhanden sind. In Abstimmung mit dem Referat Prävention des Polizeipräsidiums Heilbronn waren vier Optionen untersucht worden. Ergebnis: Weder öffentliche Gehwege noch das Wegenetz des Hofgartens erfüllen die pädagogischen Anforderungen – benötigt werden Elemente wie Kreisverkehr, Einbahnstraßen und Kreuzungen mit Abbiegespuren. Ein Firmengelände schied wegen mangelnder Erreichbarkeit und fehlender Schulnähe aus. Eine Anlage in der Cappelaue auf geschotterter Fläche wäre zwar grundsätzlich nach Baurecht möglich, jedoch mit rund 385.000 Euro sehr kostspielig. Ein Provisorium auf dem Parkplatz Herrenwiese schied wegen der dann fehlenden Parkplätze aus.

Anträge zum Rad-Übungsplatz

Die Fraktion der Freien Wähler hat einen Änderungsantrag eingebracht, der die Realisierung eines Verkehrsübungsplatzes in der Cappelaue aufgrund der guten Erreichbarkeit des ÖPNV, der vorhandenen Sanitäranlagen und der Parkplätze beabsichtigte. Dies solle frühstens im Haushaltsjahr 2027 oder spätestens 2028 durch die Stadtverwaltung umgesetzt werden. Dieser Antrag fand jedoch bei 14 Gegenstimmen und einer Enthaltung keine Mehrheit. Angenommen wurde stattdessen bei vier Gegenstimmen der Antrag von UNS/Grüne: Die Verwaltung solle für den Haushalt 2027 Geld für eine langfristige Lösung einplanen.

Oberbürgermeister Patrick Wegener sagt: „Die Radverkehrsausbildung in den Grundschulen stärkt nicht nur Sicherheit und Selbstvertrauen im Alltag, sie ist auch ein klares Bekenntnis zu einer nachhaltigen Mobilitätskultur. Mit dem guten Kompromiss, zu dem sich unser Gemeinderat entschlossen hat, schaffen wir öffentliche Räume, die vielseitig genutzt werden können, Begegnung fördern und zugleich das lebendige Erbe der Landesgartenschau bewahren und weiterentwickeln.“

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