Stimme+
Bewerber präsentieren sich
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Öhringer OB-Wahl: Großes Interesse am ersten Aufeinandertreffen der Kandidaten 

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Patrick Wegener, Peter Lohnert und Amtsinhaber Thilo Michler treffen  bei der Kandidatenvorstellung der Stadt vor der Öhringer OB-Wahl erstmals vor großem Publikum aufeinander. Wie sich die drei Kandidaten geschlagen haben. 

Christian Gleichauf (links) präsentiert bei der offiziellen Kandidatenvorstellung der Stadt die Bewerber für das Amt des Oberbürgermeisters: Patrick Wegener (von links), Peter Lohnert und Amtsinhaber Thilo Michler.
Christian Gleichauf (links) präsentiert bei der offiziellen Kandidatenvorstellung der Stadt die Bewerber für das Amt des Oberbürgermeisters: Patrick Wegener (von links), Peter Lohnert und Amtsinhaber Thilo Michler.  Foto: Reichert, Ralf

Etwa 650 Menschen sitzen und stehen in der Öhringer Kultura. Nicht nur die drei Kandidaten für die Öhringer OB-Wahl kommen an diesem Abend ins Schwitzen. Auch die Zuschauer fächeln sich Wind zu. Zehn bis 15 Minuten hat jeder Kandidat die Bühne und volle Aufmerksamkeit des Publikums für sich. Die Gegenkandidaten müssen während dessen in einem separaten Raum warten. Nach den Reden der Kandidaten lässt Moderator Christian Gleichauf Fragen aus dem Saal zu. Da alle drei Bewerber am erstmöglichen Wochenende ihre Bewerbungen eingeworfen haben, wurde die Reihenfolge für den Wahlzettel ausgelost. Und in dieser stellen sich die Kandidaten den Zuschauern vor.

Kandidat Patrick Wegener

Patrick Wegener (30) beginnt und füllt 13 Minuten mit vielen Infos: Als Sprecher des Jugendforums habe er früh Kontakt zum Ehrenamt gehabt, das er nun als Stadt- und Kreisrat und Vorsitzender der AWO fortführt. Klare Ziele seien für eine lebenswerte Stadt wichtig. Dazu gehören für ihn eine starke Wirtschaft und lebendige Innenstadt, speziell auch mit der Entwicklung des Bahnhof-Areals, gute Bildung und verlässliche Betreuung, um Familien zu stärken, aber auch Angebote für alle Generationen, dazu ausreichend bezahlbarer Wohnraum in einer Stadt, die Verantwortung für Klimaneutralität übernimmt.

Patrick Wegener will Impulsgeber und Kommunikator sein.
Patrick Wegener will Impulsgeber und Kommunikator sein.  Foto: Reichert, Ralf

Das Amt des Oberbürgermeisters sieht Wegener als „Impulsgeber und Gestalter“, nach innen wie nach außen. Die Verwaltungsmitarbeiter „leisten täglich Großes, verdienen gute Arbeitsbedingungen“, sagt Wegener, der auch mit den Bürgern im Dialog sein und Präsenz zeigen will. „Bürgernah und unabhängig, so verstehe ich Kommunalpolitik“, sagt Wegener. Und: „Öhringen soll aufblühen“, wirbt er um die Wählerstimmen und verweist auf zehn Jahre Laga 2026.

Kandidat Peter Lohnert

 „Ich bin angetreten, um 16 Jahre Stillstand zu beenden“, provoziert Peter Lohnert (58) ein Raunen bei den Zuschauern. Innovative Wirtschaftsförderung und Nachhaltigkeit ist dem Unternehmensberater beim Steinbeis-Zentrum wichtig. Ein Wir-Gefühl will Lohnert in der Stadt etablieren, als Event-Manager und Gastronom wisse er, wie das geht. Gemeinsam Ziele entwickeln, die stolz machen, das will der Pfedelbacher.

Peter Lohnert spricht von einer nachhaltigen Stadt.
Peter Lohnert spricht von einer nachhaltigen Stadt.  Foto: Reichert, Ralf

Und er lädt die Zuschauer ein, die Augen zu schließen und sich eine Bahnhofsstraße vorzustellen, die mit dem Bachlauf an der Seite ein großer Wasserspielplatz ist. Nur einspurig für Autos befahrbar, dafür mit viel Grün, bietet die Straße nach seiner Vorstellung Jung und Alt Aufenthaltsqualität und Schatten. Auch der Marktplatz müsse mit vielfältiger Gastronomie belebt werden, statt Autos als Parkraum zu dienen.

Kandidat Thilo MIchler

Hier habe man Fehler gemacht, antwortet Amtsinhaber Thilo Michler später auf eine ähnliche Bürgerfrage. Bis Ende September würden nun Fahrzeuge gezählt und der Gemeinderat entscheide dann erneut über ein mögliches Durchfahrtsverbot während des Sommers an den Abenden und Wochenenden. „Mit 53 Jahren bin ich noch topfit und will noch lange arbeiten“, sagt der Amtsinhaber. Thilo Michler stehe für Fachkompetenz. Die habe er sich die vergangenen 16 Jahre in Öhringen und zuvor im 4000 Einwohner großen Zaberfeld erworben.

Er sei topfit und wolle noch lange arbeiten, versichert Amtsinhaber Thilo Michler.
Er sei topfit und wolle noch lange arbeiten, versichert Amtsinhaber Thilo Michler.  Foto: Reichert, Ralf

Politiker bräuchten keine Qualifikation, „doch für eine Stadt in der Größe von Öhringen muss man Verwaltungserfahrung mitbringen.“ Thilo Michler stehe auch für Sachpolitik. „Wir haben gemeinsam viel geschafft“, verweist er auf die ersten acht Jahre, geprägt von Laga und die zweiten acht Jahre, in denen 100 Millionen Euro für Schulen und Kitas investiert worden seien. Dazu seien 2000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden, zwei neue Unternehmen siedelten sich aktuell im neuen Gewerbegebiet Wammesfeld an. Wo die Familien der Schuh drücke, das erfahre er hautnah daheim durch seine Frau und die vier Kinder.

Fragen an die Kandidaten

 Dass wenig für junge Menschen geboten sei, beklagt eine Fragerin. Die Stadt habe eine Verantwortung und könne Leerstände aufkaufen und kurzzeitig als Pop-up-Stores vermieten, schlägt Patrick Wegener vor. Peter Lohnert sieht einen Grund in mangelnder Unterstützung der Veranstalter durch die Stadt. Gemeinsam mit dem Jugendforum sei eine Gaststätte auf Genossenschaftsbasis angedacht, berichtet Michler. 

Kandidaten präsentieren sich beim HZ-Wahlforum

Wie ticken die drei Kandidaten für die Öhringer OB-Wahl? Dieser Frage geht die Ressortleitung der Hohenloher Zeitung am Mittwoch, 9.Juli, 19 Uhr, beim HZ-Wahlforum in der Kultura nach. Kritisch, informativ und unterhaltsam wird die Diskussion, moderiert von Yvonne Tscherwitschke und Ralf Reichert. Saalöffnung ist ab 18.30 Uhr. Leserfragen werden berücksichtigt, wenn sie bis Montag, 7. Juli, 18 Uhr eingehen an die Redaktion in der Bahnhofsstraße 11, 74613 Öhringen oder per Mail an yvonne.tscherwitschke@stimme-mediengruppe.de.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben