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Zum sechsten Mal

Öhringen liest ein Buch

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Das kollektive Lesen hat begonnen: „Öhringen liest ein Buch“ geht in die sechste Runde. Die Idee ist, dass viele Menschen den gleichen Titel lesen und sich in Lesekreisen und bei Veranstaltungen darüber austauschen. In diesem Jahr wurde von Ewald Arenz „Alte Sorten“ gewählt. Worum es bei der ersten Veranstaltung ging.

"Alte Sorten" von Ewald Arenz ist in diesem Jahr der Titel, den Öhringen liest. Bei der Veranstaltung mit Isabell Ondracek wurde über heilende Beziehungen gesprochen.
"Alte Sorten" von Ewald Arenz ist in diesem Jahr der Titel, den Öhringen liest. Bei der Veranstaltung mit Isabell Ondracek wurde über heilende Beziehungen gesprochen.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Das Format „Öhringen liest ein Buch“ geht in die sechste Runde: Ausgewählt wurde „Alte Sorten“ von Beststeller-Autor Ewald Arenz. Die Idee des Formats: Ein Buch wird zum Stadtgespräch und Öhringen und die ganze Region zu einem großen Lesekreis. In der Buchhandlung Rau fand eine von vielen Begleitveranstaltungen statt. Bis 18. April gibt es verschiedene Angebote der beiden beteiligten Buchhandlungen, der Stadtbücherei und der Volkshochschule. Höhepunkt ist der Abend mit dem Autor selbst am 17. April in der Kultura.

Buch über Krisen und Freundschaft

In der abendlichen Buchhandlung Rau hat die Öhringer Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Isabell Ondracek mit Buchhändler Markus Hassler und einem Dutzend Lesenden über heilende Beziehungen gesprochen. Denn darum geht es in diesem Buch: Wie die ältere Liss und die jugendliche Sally sich begegnen und welchen Einfluss diese Begegnung auf das weitere Leben der beiden Frauen hat. Es ist ein Buch über Lebenskrisen und Freundschaft. Was Markus Hassler besonders gut gefällt: Es spielt auf einem Bauernhof irgendwo in Unterfranken. „Es könnte aber auch genau hier spielen“, deutet er in die Hohenloher Landschaft. Es ist ein Buch, das über das Leben in und mit der Natur erzählt.  Dieses Leben bekommt seinen Rhythmus durch die Jahreszeiten: von der Pflege in den Streuobstwiesen und Weinbergen über die Blüte bis zur Ernte, vom Brotbacken bis zum Brennen von Birnenschnaps. Und ja: Auch das Brotbacken und das Ernten alter Sorten wird Teil des Programms sein. 

Zitate und Impulse zum Buch

Mit Zitaten und Impulsen aus dem Buch gestaltet Isabell Ondracek den ersten Abend. „So ist es immer, dachte Liss. Am Ende ist man immer allein.“ Ja, im Buch geht es um gefühlte und reale Einsamkeit. Und um das Bedürfnis nach Sicherheit, nach Bindung. „Dadurch, dass du den Garten nie betrittst, dass du alles einfach hast wachsen lassen, alles in Ruhe gelassen hast, ist das ein Zaubergarten geworden.“ Zutrauen statt Planung. Kontrolle statt Eigenständigkeit. Auch davon kann Isabell Ondracek eindrucksvoll berichten, wie sie jungen Menschen mit ihrer Arbeit hilft, die Systeme zu erkennen und angemessen zu reagieren. „Wo brauche ich selbst Heilung? Und wo war ich vielleicht derjenige, der heilend wirken konnte?“ Und hört dabei ganz spannende Antworten. Von heilenden Berührungen, von der wertvollen Arbeit der Ehrenamtlichen im Hospizdienst, von mit viel Herzblut gemachter Arbeit in Wohngruppen der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort. Das Gehörte und Erlebte macht nicht nur Lust auf alte Apfel- und Birnensorten, die im Körbchen liegen, sondern vor allem auf das Buch. Zu jedem der 14 Kapitel gibt es einen Impuls von Isabell Ondracek. Wohltuend wie der zu diesem Zitat: „...und du weißt auf einmal, dass dein sogenanntes Unglück überhaupt keine Bedeutung hat. Dass eigentlich nichts wirklich etwas bedeutet, weil alles vorbeigeht.“ 

Termine von Öhringen liest ein Buch

Eine kleine Auswahl aus den vielen Terminen des Formats: Es gibt neben Lesekreisen einen literarischen Spaziergang (13. April), eine VHS-Veranstaltung zum Thema „Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen“ (16. April), den Abend mit Ewald Arenz (17. April), Backen im Backhaus (18. April) und die Weinbergführung (ebenfalls 18. April). 

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