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Neues Schülerhaus in Neuenstein: Heizungs-Konflikt im zweiten Anlauf gelöst 

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Gemeinderat und Verwaltung einigen sich auf Luft-Luft-Wärmepumpe anstatt eines hydraulischen Heizsystems für das neue Schülerhaus in Neuenstein. Dabei spielt der Zeitraum von exakt 204,81 Jahren eine entscheidende Rolle.

Das bestehende Schülerhaus in Neuenstein wird abgerissen und durch einen eingeschossigen Containerbau ersetzt.
Das bestehende Schülerhaus in Neuenstein wird abgerissen und durch einen eingeschossigen Containerbau ersetzt.  Foto: Ralf Reichert

Das Schülerhaus in Neuenstein wird abgerissen und für 2,1 Millionen Euro neu gebaut. Diesen Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat bereits im September 2025 gefasst. Offen war zuletzt, wie der Containerbau beheizt und gekühlt werden soll. Hier gab es Unstimmigkeiten zwischen der Verwaltung und einzelnen Räten. Diese sind nun beseitigt. Damit können die Arbeiten ausgeschrieben werden.

Jetzt herrscht Klarheit

Klar ist jetzt: Der Neubau des Schülerhauses namens „Kreativia“ wird mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe beheizt und gekühlt. Gleichzeitig wird die Möglichkeit geschaffen, die Containeranlage zu einem späteren Zeitpunkt an ein Wärmenetz anschließen zu können. Theoretisch. Praktisch ist dies auf längere Sicht aber gar kein Thema. Das bestehende Wärmenetz kommt dafür ohnehin nicht infrage, denn es funktioniert nur mit Erdgas. Neue Heizungs- und Kühlungssysteme müssen aber mindestens zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. So will es das Gesetz.   

Tagesordnungspunkt wurde vertagt

Beide Punkte - die Ausschreibung der Gewerke und die Bevorzugung der Luft-Luft-Wärmepumpe - hat der Gemeinderat am 30. März einstimmig verabschiedet. Die Beschlussvorschläge der Verwaltung fanden in der Sitzung am 23. Februar keine Zustimmung. Vielmehr wurde der Punkt vertagt, um zu prüfen, ob die von der Verwaltung favorisierte Luft-Luft-Wärmepumpe mit Deckenkassette tatsächlich wirtschaftlicher ist als ein hydraulisches Heizsystem, das an das bestehende Wärmenetz der Stadt angeschlossen wird, was einige Räte bevorzugten.

Hydraulisches System würde sich erst spät amortisieren 

Die Untersuchung brachte ein klares Ergebnis. Die Erstinvestition eines Luft-Luft-Wärmesystem mit Deckenkassetten fällt um 136.000 Euro geringer aus als ein hydraulische System, das wiederum geringere Betriebskosten zur Folge hätte: exakt 558 Euro im Jahr. Diese würden sich aber erst in 204,81 Jahren amortisieren. 

Ausschreibung wird so schnell wie möglich angepasst 

Das bestehende Schülerhaus soll nach wie vor abgerissen und durch einen eingeschoßigen Containerbau ersetzt werden. Das Architektenbüro Wieland-Klug aus Öhringen hat zum 23. Februar die Ausschreibungsunterlagen für die Gewerke Rohbau, Containerbau sowie Rückbau erstellt. Nachdem der Gemeinderat am 30. März grünes Licht für die verfeinerten Beschlüsse gegeben hat, werden die Papiere nun so schnell wie möglich um die Anschlussmöglichkeit an ein Wärmenetz ergänzt und der Bauzeitenplan an die neue Situation angepasst.

Bauzeitenplan wird aktualisiert

Das Baugesuch wurde im Dezember 2025 eingereicht, die Baugenehmigung wurde bislang nicht erteilt. Dafür erfolgt nun die Ausschreibung der Containerbauten mit PV-Anlage, des Rohbaus mit Fundamenten und Bodenplatte sowie des Rückbaus des bestehenden Schülerhauses. Die Außenanlagen und die neuen Möbel werden zu einem späteren Zeitpunkt ausgeschrieben. Wann das neue Schülerhaus fertig sein wird, ist noch unklar. Der voraussichtliche Termin steht erst fest, wenn der Bauzeitenplan aktualisiert worden ist. 

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