Stimme+
Versorgungslücke geschlossen

Neues Hospiz in Künzelsau eröffnet: Sterbenskranken ein letztes Zuhause geben

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Das Hospiz St. Elisabeth Hohenlohe öffnete am Freitag seine Pforten am Rösleinsberg in Künzelsau. Es ist die erste und einzige stationäre Einrichtung dieser Art im Kreis. 

Silke Feinauer, pflegerische Leiterin des Hospizes (am Mikrofon), freut sich mit dem gesamten Team, dass ihre sinnstiftenden Arbeit beginnen kann.
Silke Feinauer, pflegerische Leiterin des Hospizes (am Mikrofon), freut sich mit dem gesamten Team, dass ihre sinnstiftenden Arbeit beginnen kann.  Foto: Ludwig, Tamara

„Was für ein toller Anblick“, schwärmt Thomas Wigant. Der Geschäftsführer des St. Elisabeth Hospizes in Künzelsau meint damit aber nicht die hellen, freundlichen Räume der Einrichtung am Rösleinsberg. Er meint auch nicht deren stimmiges Konzept, die liebevolle Dekoration und die warme Atmosphäre. Was er meint, sind die vielen Menschen, die zur Eröffnung des stationären Hospizes gekommen sind. So zahlreich gar, dass die Stühle in der Cafeteria des ehemaligen Krankenhauses von Künzelsau nicht ausreichten. „Als wir 2018 genau hier waren, war es ein spannendes erstes Überlegen“, blickt Wigant auf die Anfänge des Projekts zurück. Nun ist aus diesen Gedanken Wirklichkeit erwachsen.

Begleitung von der Geburt bis zum Tod

Das Hospiz St. Elisabeth ist das erste seiner Art im Hohenlohekreis – und gleichsam das erste für den Träger, die Barmherzigen Brüder Trier (BBT). Deren Geschäftsführer Dr. Frank Zils hebt in diesem Zusammenhang den Auftrag hervor, den das christliche Unternehmen habe, nämlich die Begleitung von Menschen: von der Geburt im Hohenloher Krankenhaus in Öhringen über die gesundheitliche Betreuung im Verlauf des Lebens, die pflegerische Hilfe in den Senioreneinrichtungen und nun auch in der Begleitung Sterbender. Man wolle „den Unterschied machen im Leben von Menschen, die sich uns anvertrauen, gleich welchen Glaubens oder welcher sexuellen Orientierung“, betont Zils.

Der Weg ist nicht leicht gewesen

Einen Unterschied macht die Einrichtung bereits für die Menschen im Hohenlohekreis. „Sie schließt eine Versorgungslücke“, erklärt Landrat Ian Schölzel. Auch wenn der Weg dahin nicht leicht gewesen sei. Das weiß auch Friedemann Richert zu berichten, inzwischen evangelischer Dekan im Ruhestand. Ihm war ein stationäres Hospiz in Künzelsau stets ein Herzensanliegen. In einer schwierigen Zeit für Künzelsau, als das Aus des Krankenhauses in der Bevölkerung tiefe Wunden riss, habe er zu Thomas Wigant gesagt: „Das muss hier geschaffen werden.“ Lange habe es gedauert, vieles musste abgestimmt werden, Bürgermeister Stefan Neumann habe im Hintergrund unermüdlich gewirkt, auch Ehrenbürgerin Ursula Berner habe sich sehr eingesetzt, so Richert. Jetzt endlich, sieben Jahre später, blickt er voller Freude und Dankbarkeit auf das, was geschafft wurde. „Und die Sieben ist ja eine heilige Zahl“, sagt er augenzwinkernd.

Gästen mit Achtsamkeit und Mitgefühl zur Seite stehen 

Die Freude – und ein wenig Rührung – ist auch Silke Feinauer ins Gesicht geschrieben. Die pflegerische Leiterin, die für das gesamte Konzept des Hospizes Verantwortlich zeichnet und deren Handschrift in jedem Detail sichtbar wird, sagt: „Ich bin froh, dass es geschafft ist. Und froh, dass es losgehen kann. Es wird gut.“ Sie betont, dass sich ein wunderbares Team zusammengefunden habe, das den Gästen, sofern diese es möchten, die Hand reichen werde, ihnen mit Achtsamkeit und Mitgefühl zur Seite stehe. „Das Sterben gehört zu unserem Leben dazu, alle haben verdient, das in Frieden zu tun.“Förderverein

Wer das Hospiz über den Förderverein unterstützen möchte, erhält dazu unter anderem Informationen auf der Webseite www.hospiz-hohenlohe.de.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben