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Wasser für grünen Rasen: Golfclub Heilbronn-Hohenlohe plant weiteren Speichersee

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Der Golfclub in Friedrichsruhe plant eine weitere Wasserfläche, um die Anlage zu wässern. Nachhaltigkeit ist dem Club wichtig. 

Um die Anlage im Sommer grün zu halten, braucht es viel Wasser. Ein Speichersee ist daher nötig, damit nicht zu viel Trinkwasser verbraucht wird. Foto: privat
Um die Anlage im Sommer grün zu halten, braucht es viel Wasser. Ein Speichersee ist daher nötig, damit nicht zu viel Trinkwasser verbraucht wird. Foto: privat  Foto: privat

Keine Frage, das Bauprojekt ist groß.  Der Golfclub Heilbronn-Hohenlohe plant in Zweiflingen-Friedrichsruhe einen weiteren Speichersee zur Bewässerung seiner Anlage. Mit einem Volumen von 40.000 Kubik sowie eine Erdauffüllung am Rand ist das Projekt im Gemeinderat diskutiert worden.

Die Frage, die viele Räte in Zweiflingen beschäftigt, ist, woher das Wasser kommt. Hat die neue Anlage Auswirkungen auf das Grundwasser oder auf die Brunnen, die bereits auf dem Gelände stehen? Michael Monger sorgt sich, dass der Grundwasserspiegel schlechter wird. Bürgermeister Klaus Gross ist etwas irritiert, dass das Projekt für Fragezeichen sorgt und meint: „Es ist doch besser so, als Trinkwasser zu nehmen.“ Auch in vielen anderen Bereichen werde man noch Speicher bauen müssen. Gemeinderätin Ulrike Heigl rechnet die Maße aus und will wissen, wie die Fläche um den See gestaltet werde. „Man muss die Fläche mal ausrechnen und sich das vor Augen führen“, erklärt sie ihre Skepsis. Jürgen Mugele mahnt: Auch einige Bürger würden es kritisch sehen.

Folgen des Klimawandels

Gross kann das noch immer nicht ganz nachvollziehen: Es seien Themen, die der Klimawandel so mit sich bringe. „Ich weiß nicht, was man an einem Speichersee zu kritisieren hat“, ergänzt er. Heigl erklärt: „Ich denke nur, dass wir bei der Gestaltung Infos bekommen sollten. Es ist ja ähnlich wie wenn man ein zweigeschossiges Haus baut, so groß wird das, was da entsteht.“

Im Moment verfügt das Areal schon über mehrere Seen und Brunnen.  Für die Trockenperioden, die im Sommer immer mehr werden, seien die bereits vorhandenen Speicherseen nicht mehr ausreichend. An heißen Tagen, so erklärt der Bauherr, beträgt der Wasserverbrauch bis zu  1000 Kubik. Das  Speichervolumen ist also für eine Dauer von 40 Tagen ausreichend. Klaus Gross macht sich nach der Sitzung nochmals schlau beim Golfclub und bestätigt: „Der neue See wird nur vom Hauptsee gespeist.“ Alle Auflagen seien erfüllt und es sei alles geregelt.

Baustart im Herbst 

Einem Baustart Richtung Herbst stehe also nichts mehr im Weg. Der geplante See befindet sich zentral innerhalb der mit den Jahren auf rund 90 Hektar angewachsenen Golfanlage. Geplant ist, dass er in den Wintermonaten über die vorhandenen Quellen auf dem Platz befüllt wird. Gespeist werde er von Oberflächenwasser. Im Frühjahr  soll dann die volle Speicherkapazität zur Verfügung stehen, so sieht es der Bauherr vor. Das Areal drum herum hat nur eine leichte Neigung. Um den See auszugraben, wird das Gelände bis zu einer Tiefe von maximal 8,2 Metern abgetragen. Entlang des südlichen Randes wird ein Damm mit einer Höhe von 3,3 Metern gebaut. Wenn er komplett gefüllt ist, soll der See etwa 6,3 Meter tief werden. Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben letztlich zu. Auch die Stadt Öhringen hat keine Bedenken. 

Teile werden bewässert

Gross ergänzt noch: Die kompletten 90 Hektar lassen sich ohnehin nicht bewässern. Ohnehin sei nur etwas mehr als die Hälfte der Fläche zum Abschlagen. Doch jeder Golfrasen will gut gepflegt sein, damit der Ball sauber drüber rolle.Die Grüns und die Abschläge werden nach einer speziellen Technik bewässert. Der Rasen wird zunächst zwei Tage mit weniger Wasser abgekühlt, damit das Wasser versickert und sich morgens Tau bildet. Eine Grundfeuchtigkeit sei wichtig erklärte ein Greenkeeper einmal der HZ die Bewässerung. Erst am dritten Tag wird mit zehn Litern pro Quadratmeter gewässert. Insgesamt sechs sogenannte Greenkeeper kümmern sich um die Anlage.

In diesem Jahr bekam die Anlage eine Auszeichnung für Nachhaltigkeit in Gold. Denn neben den kurz gehaltenen Flächen für die Abschläge gibt es blühende Obstbäume auf dem Gelände, aber auch Totholzhecken oder Biotope. Es sind viele Insektenhotels aufgehängt. Seit 2024 liefert eine Photovoltaikanlage so viel Strom, dass das Clubhaus weitgehend autark ist.

Geschichte des Golfclubs Heilbronn Hohenlohe

Der Golf-Club Heilbronn Hohenlohe ist 1964 im Beisein von 61 Gästen gegründet worden. Er zählt zu den ältesten Anlagen in Baden-Württemberg. Ein Jahr später wurden die ersten sechs Bahnen für damals 240.000 Mark gebaut. Ein Jahr später folgten die nächsten beiden Bahnen. Nach und nach hat sich der Park immer wieder vergrößert. 1994 erweiterte man auf 18 Loch und seit der letzten Erweiterung sind es 27 Löcher.

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