Neue Kostendisziplin beim Kreishaus in Künzelsau: Warum nicht schon früher so?
Zu hohe Baukosten und zu lange Bauzeiten müssen bei öffentlichen Bauprojekten nachträglich immer wieder eingefangen werden. Darüber wundert sich unser Autor.

Die Saga von Pleiten, Pech und Pannen beim neuen Kreishaus scheint nun doch noch ein Happy End zu nehmen. Ein Generalübernehmer soll das ausbügeln, was zuvor nicht gelungen oder schlichtweg versäumt worden ist: den ersten Bauabschnitt so zu konzipieren, dass Zeit und Kosten nicht heillos aus dem Ruder laufen. Haben sich die Verantwortlichen überschätzt? Oder sogar übernommen?
Baugrund heikel und städtebaulicher Anspruch hoch
Der Baugrund ist derart heikel, dass er von Beginn an als potenzieller Kostentreiber eingepreist gewesen sein müsste. Und der städtebauliche Anspruch ist derart hoch, dass an dieser Stelle nicht einfach ein schmuckloser Zweckbau seinen Platz finden konnte.
Am Ende wurde der Kreistag bitter enttäuscht
Der Kreistag hat sich ganz bewusst für den neuen Stadteingang Künzelsaus als Standort entschieden – und damit neben augenfälligen Vorzügen auch etliche Nachteile sehenden Auges in Kauf genommen. Das Gremium vertraute auf die Expertise von Fachleuten – und wurde am Ende bitter enttäuscht.
Eine negative Überraschung jagte die nächste
Jetzt zahlt der Kreis die Zeche dafür, dass er direkt in und gemeinsam mit der Stadt Künzelsau seine neue Heimstatt an diesem Ort gewählt hat – und zog im letzten Moment die Notbremse. Der Baugrund ist extrem schwammig und die Baustelle enorm komplex im Zusammenspiel mit Stadt und Kaufland: Das sind Fakten, die früh feststanden. Umso erstaunlicher ist, dass nach dem Start der Planungen eine negative Überraschung die nächste jagte.
Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich
Nun soll es also nachträglich – mal wieder – ein Generalübernehmer richten. So wie beim Krankenhausneubau in Öhringen. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Denn: Müsste eine strikte Kosten- und Zeitdisziplin bei öffentlichen Bauprojekten nicht von vornherein selbstverständlich sein?
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