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Pfedelbach

Erster Schultag für die Fünft- und Sechstklässler in Hohenlohe

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Nach der Rückkehr der Fünft- und Sechstklässler an die Schulen ist wieder mehr Leben in den Gebäuden. Am ersten Schultag zeigt sich in der Pfedelbacher Pestalozzischule: Schüler lernen in der Schule leichter - und alle freuen sich, endlich wieder Freunde zu treffen.

Ob sie sich freuen, wieder in der Schule zu sein? Alle Schüler dieser fünften Klasse der Pestalozzischule Pfedelbach strecken bei der Frage. Sie sind gern zurück. Foto: Yvonne Tscherwitschke
Ob sie sich freuen, wieder in der Schule zu sein? Alle Schüler dieser fünften Klasse der Pestalozzischule Pfedelbach strecken bei der Frage. Sie sind gern zurück. Foto: Yvonne Tscherwitschke

Ulrike Müller ist einer eher komfortablen Situation als Schulleiterin: Sie hat viele Gebäude zur Verfügung, um die Grundschüler, die Abschlussklassen und seit diesem Montag auch die Fünft- und Sechstklässler unterzubringen, seit in der Pfedelbacher Pestalozzischule alle Schularten beisammen sind. Beschränkendes Element sind allerdings die Lehrer. Sonst, erklärt sie, könnten die Schüler nicht nur auf verschiedene Gebäude verteilt, sondern auch in Gruppen geteilt werden. „Das würde dann aber zu Lasten derer gehen, die im Fernunterricht sind.“ Und das will Ulrike Müller natürlich nicht.

Auf den ersten Blick wird klar: An der Pestalozzischule Pfedelbach haben sich die Schulleitung und die Lehrer viele Gedanken gemacht, wie Unterricht in Pandemiezeiten funktionieren kann. „Gerade sind wir alle glücklich, wieder mehr Schüler da zu haben. Aber wir haben natürlich auch ein bisschen Sorge, wie lange das klappt“, sagt Ulrike Müller mit Blick auf die über die magischen 100 gekletterte Inzidenz. Welche Konsequenz das für den eben erst wieder gestarteten Unterricht für die Sekundarstufe hat? Alle warten auf Antworten vom Landratsamt.

Schüler halten sich an Regeln

Ein bisschen gespenstisch sei es die letzten Wochen schon im Schulhaus gewesen. Still, ein wenig wie im Schneesturm, wenn alle Geräusche abgesoftet sind. Die Schüler seien sehr verantwortungsbewusst, erklärt Ulrike Müller, halten sich an die Regeln, egal, ob das der Einbahnstraßenverkehr ist, das Hände desinfizieren, das möglichst Abstand halten.

Das bestätigt das kurze Gespräch mit Schulsprecher Niklas Weinstock (15). Der Zehntklässler sagt: „Die Rückkehr der Fünfer und Sechser ist ein Schritt zu mehr Normalität.“ Er hat die Erfahrung gemacht, dass den Schülern daheim zwischenzeitlich die Decke auf den Kopf fällt. Lesen, Filme schauen, Videospiele spielen – all die Dinge, die sonst willkommene Ablenkung vom Lernen sind, haben die Schüler zwischenzeitlich über. „Man macht seine Aufgaben, lernt auch voraus“, sagt Niklas Weinstock, der bis April auf sinkende Zahlen hofft, damit die Abschlussfeier („vermutlich in kleinem Rahmen“) stattfinden kann.

Große Freude im Klassenzimmer

„Es ist toll, die Lehrerinnen wieder zu sehen“, erklären denn auch die Fünftklässler in ihrem Klassenzimmer ein Stockwerk höher. Flatterband weist den Weg. Die Türen sind offen. „Wir versuchen, möglichst viel quer zu lüften und haben einen Luftreiniger zum Testen“, erklärt Ulrike Müller. Ob die Türen offen sind oder zu, das ist den Schülern egal. Mit ihren Masken sitzen sie im Klassenraum, gespannt, was Lehrerin Jasmin Deptner ihnen gerade erklärt. In der Schule, erklären die jungen Schüler, lernen sie leichter. Nur vier oder fünf würden auch gern in der Schule mit dem Ipad lernen. Was den Schülern besonders gut gefällt: „Wieder Freunde treffen“, erklären sie unisono. Das tue gut. Die meisten, weiß auch Niklas Weinstock von seinen kleinen Brüdern, treffen sich mit maximal einem anderen Freund beispielsweise zum Kicken.

Soziale Wesen

Menschen sind soziale Wesen, weiß Ulrike Müller um die Wichtigkeit der Gemeinschaft. Trotz Maske sieht man ihr die Freude darüber an, den Kindern durch den Präsenzunterricht etwas Gutes zu tun, ihnen wieder näher zu sein. Die Folgen der Pandemie werde man noch lange aufarbeiten müssen, weiß sie um die Folgen, die die Beschränkungen und Sorgen auf die Kinderseelen haben.

Sicher hätten die Lehrer auch Bedenken wegen der Infektionsgefahr. Alle aber seien angetreten, sagt Ulrike Müller. Denn ihre Schüler sind ihnen wichtiger, erklärt auch Jasmin Deptner. Sie ist Klassenlehrerin bei den Vierern und macht nun noch Unterricht in Klasse fünf. „Die Grundschüler tragen keine Masken und Abstand halten ist auch schwieriger“, erklärt sie. Trotzdem möchte sie wie auch ihre Kollegen auf den direkten Kontakt mit ihren Schülern nicht verzichten. 

Zweimal die Woche Tests

Jeden Montag und Donnerstag können die Lehrer der Pestalozzischule in der Mittagspause einen Schnelltest machen. Die Testbereitschaft, aber auch die Impfbereitschaft unter den Lehrern sei groß, berichtet Schulleiterin Ulrike Müller. Die Schüler werden an der Schule nicht getestet. Sie können natürlich aber mit ihren Eltern die kostenlosen Testangebote wahrnehmen. Wie viele der Schüler das regelmäßig tun, das wisse die Schule nicht. Wie ihre Schulleiterkollegen hofft Ulrike Müller auf verlässlichere Ansagen aus Stuttgart. An den Schulen wisse man inzwischen, was funktioniere. 

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