Zwei dicke Silos schaffen Platz fürs Streusalz
Der nächste Winter kommt bestimmt - Am Bauhof vergrößert die Stadt ihre Lagerkapazität

Ingelfingen - Es ging schneller als erwartet. Nach gut zwei Stunden ist Ingelfingen um zwei „Höhepunkte“ reicher. Beim städtischen Bauhof ragen seit Freitag zwei Silos in die Höhe. Hoch genug, um den Salzvorrat für den Winter zu speichern, aber nicht so hoch, dass sie das historische Stadtbild stören.
Ein großer Autokran hievt zuerst die Stahlträger in die Höhe, ehe Arbeiter sie zusammenschrauben. Die so entstehende Trägerkonstruktion muss dann mit dem 80 Zentimeter tiefen Betonfundament vor dem Bauhof verschraubt werden. Das geht aber nur, wenn Jürgen Winterhalter vom städtischen Bauhof millimetergenau gearbeitet hat. „Das passt“, wiegelt der mögliche Zweifel ab. Und die Frage, was denn zu tun sei, wenn die einbetonierten Gewindestangen doch nicht in die Löcher der Stahlträger passen, bekommt einfach die gleiche Antwort: „Das passt.“
Sie passen tatsächlich, und Winterhalter wirkt doch ein wenig erleichtert. Exakt gearbeitet, das freut auch die beiden Männer aus Landsberg, die beide Silos montieren. Der Autokran hebt einen der zwei gut 3,5 Tonnen schweren Behälter aus Glasfaser vom Tieflader. Der schwankt heftig hin und er. Winterhalter, der genau das verhindern will, hält sich am Stahlträger fest, der ihn einmal quer über die Straße schiebt. Davon abgesehen verläuft der Aufbau nach Plan, und Günther Schmidt ist zufrieden.
„Die Silos fassen zweimal 60 Tonnen Salz. Das reicht uns normalerweise für einen halben Winter“, erklärt der städtische Bauverwalter. Bislang hatte der Bauhof das Streusalz in Beton-Boxen aufbewahrt. Das war unpraktisch, weil so immer ein Fahrzeug zum Beladen im Bauhof bleiben musste. „Jetzt haben wir vier statt drei Fahrzeuge frei, wenn’s spannt“, sagt Schmidt.
Etwa 34 Kilometer lang ist das Straßennetz, das die Bauhofmitarbeiter im Winter schnee- und eisfrei halten müssen. „In der Regel brauchen wir dafür von 4 bis 11 Uhr. Dann sind wir fertig“, weiß Schmidt. Künftig können die Streufahrzeuge einfach unter die Silos fahren, und das Salz rieselt ihnen auf die Ladeflächen. Rund 55 000 Euro kosten die beiden Silos aus Landsberg am Lech. 3,50 Meter messen sie im Durchmesser. Möglich - und billiger - wäre auch ein einzelnes Silo gewesen. Davon wollten die Ingelfinger aber nichts wissen, erklärt Schmidt - wegen des Stadtbilds: „Ein Silo wäre 16,5 Meter hoch, die beiden hier sind nur 11,26 Meter hoch.“
Stadtrat Erich Landes aus Stachenhausen kommt vorbei, um sich davon zu überzeugen, dass die Salzsilos keine Gefahr für die Optik der Altstadt darstellen. „Das geht so“, sagt er und ist zufrieden. Ähnlich geht es Stadtkämmerer Patrick Müller, zumal klar sei: „Die Kapazitäten haben bislang nicht gereicht.“ Für weitere 70 000 Euro bauen die Ingelfinger jetzt noch die alten Salzboxen um und schaffen so Lagerfläche für weitere 60 bis 80 Tonnen Material. „Die brachen wir, damit die Fahrzeuge übriges Salz auch abladen können“, erklärt Günther Schmidt.
Mit der vergrößerten Lagerkapazität will die Stadt ein Stück weit unabhängiger werden. Nur allzu gut sind Schmidt Zeitungsberichte über LKW-Schlangen vor den Salzwerken im Winter in Erinnerung: „Wir kaufen unser Salz im Sommer und bekommen so einen günstigeren Tarif.“
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