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Kochertal

Zur Belohnung gibt es auf dem Criesbacher Sattel Aussicht satt

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Was tun nach den Feiertagen mit zu viel gutem Essen? Wie wäre es mit einer Wanderung über Bobachshof, Diebach und Crispenhofen?

von Armin Rößler
Start und Zielpunkt der Wanderung: der Criesbacher Sattel mit seiner wunderbaren Aussicht aufs Kochertal.
Fotos: Armin Rößler
Start und Zielpunkt der Wanderung: der Criesbacher Sattel mit seiner wunderbaren Aussicht aufs Kochertal. Fotos: Armin Rößler  Foto: Rößler, Armin

Leckere Pasta-Variationen an Heiligabend, Mutters Weihnachtsmenü am ersten Feiertag und reichlich Reste am zweiten. Dazu, natürlich schon vor den Feiertagen - da schmeckt es am besten -, jede Menge Weihnachtsgebäck. Es braucht keinen zaghaften Blick auf die Waage, um zum Ausgleich dringend mehr Bewegung anzumahnen. Also greifen wir den Vorschlag der Kollegin doch gerne auf, in einer der Kochertal-Gemeinden zur Plätzchen-Vernichtungsrunde zu starten.

Schafherde und Apfelbäume

Die Wahl fällt auf den Criesbacher Sattel als Startpunkt, der dem Reingeschneiten schon öfter als famoser Aussichtspunkt angepriesen wurde. Wer"s ganz sportlich mag, startet im Ort, etwa an der Kelter (Parkplätze in der Nähe), die fauleren fahren bis zum höchsten Punkt der Straße gen Crispenhofen und stellen hier ihr Auto ab. Eine Schafherde grüßt den Wanderer mit schüchternem Blöken, statt zur Aussicht führt der Weg gleich Richtung Bobachshof, gesäumt von Apfelbäumen und einer wie aus der Zeit gefallenen, alten Stromleitung. Auf den Äckern und Wiesen steht noch das Wasser von den Regenfällen der vergangenen Tage, doch heute bleibt es erst einmal trocken. Im idyllisch gelegenen Weiler leben nur gut 30 Menschen, es ist kaum etwas los.

Wegkreuz und Mariengrotte

In Diebach bei der Pfarrkirche St. Joseph ist schon etwa die Hälfte der Wanderstrecke geschafft.
In Diebach bei der Pfarrkirche St. Joseph ist schon etwa die Hälfte der Wanderstrecke geschafft.  Foto: Rößler, Armin

Außerorts marschiert man wieder entlang von Apfelbäumen, im Rücken läuten gerade die Kirchenglocken, vor dem nahen Waldrand zur Rechten ist der eine oder andere Hochsitz zu erspähen. Die Radweg-Schilder weisen den Weg Richtung Diebach, das schon bald linkerhand im Tal auftaucht. Am Wegkreuz, 1896 errichtet, geht es nach links und jetzt bergab, vorbei an den Überresten eines nicht mehr wirklich schönen Sonnenblumenfeldes. Im Wald haben die trockenen Sommer der vergangenen Jahre ihre Spuren hinterlassen, junge Bäumchen, mit Beißschutz versehen, zeigen die Bemühungen um Wiederaufforstung. Eine Mariengrotte lädt mit ihrer Sitzbank zum Verweilen ein. Kurz vor Diebach steht ein weiteres Wegkreuz mit kaum mehr lesbarer Beschriftung und einem stark von der Witterung gezeichneten Gekreuzigten, bei dem sich sicher eine baldige Sanierung lohnen würde.

Im Tal zwischen Waldhängen

Zum Start der Tour begrüßt eine Schafherde den Wanderer, im Hintergrund ist der Weiler Bobachshof zu sehen.
Zum Start der Tour begrüßt eine Schafherde den Wanderer, im Hintergrund ist der Weiler Bobachshof zu sehen.  Foto: Rößler, Armin

Inzwischen sticht nach einer knappen Stunde des gemütlichen Marschierens auch mal der eine oder andere Sonnenstrahl verschämt durch die anfangs noch dichte Wolkendecke. Die Pfarrkirche St. Joseph, 1716/17 errichtet, steht gleich am Ortseingang des 300-Seelen-Örtchens Diebach. Ab März soll hier renoviert werden - ein Blick ins Innere lohnt sich vorher schon, ebenso wie über den Friedhof mit seinen markanten schwarzen Kreuzen. Der durch den Ort fließende Langenbach führt heute viel Wasser, er bleibt auf dem Weg durch das nach ihm benannte Wiesental zwischen Waldhängen ein treuer Begleiter. Motorsägenklang kündigt Gehölzarbeiten am Bachufer an. Die Sonne zeigt sich jetzt öfter, der Weg führt abwärts, was natürlich bedeutet, dass wir uns die verlorenen Höhenmeter irgendwann zurückerkämpfen müssen. Vier Kilometer sind es laut Straßenschild bis nach Crispenhofen. Erstes Lebenszeichen des Weißbacher Ortsteils ist ein Baukran, der im Neubaugebiet Brückle steht.

Wir lassen den Ort rechts liegen und wandern jetzt auf der K2318. Ob es vielleicht bei den alten Scheunen linkerhand einen besseren Weg gegeben hätte, der nicht schlammgetränkt ist und plötzlich im Nichts endet? Oder wäre der kleine Umweg über Halberg lohnend gewesen? Egal, zu spät, vor der ersten Kurve bietet sich kurz ein Feldweg an, der leider rasch zur Straße zurückführt, die zum Glück kaum befahren ist. Jetzt geht es wirklich, wie befürchtet, wieder spürbar nach oben.

Das Beste kommt zum Schluss

Die Wurzel allen Übels: zu viel leckeres Weihnachtsgebäck.
Die Wurzel allen Übels: zu viel leckeres Weihnachtsgebäck.  Foto: Rößler, Armin

Nach dem Motto "Das Beste kommt zum Schluss" gibt es dann nach insgesamt gut zehn Kilometern auf dem Criesbacher Sattel Aussicht satt aufs schöne Kochertal. Im Leben der Schafherde scheint sich während der gut zweistündigen Wanderung nichts Entscheidendes geändert zu haben und auch der Regen hat bis zum Ende der Tour gewartet. Nur eine zünftige Einkehr hat gefehlt, aber das war ja auch nicht Sinn der Sache.

Daheim gratuliert die Waage zur gelungenen Aktion, mahnt aber gleichzeitig, dass es nicht die letzte gewesen sein muss. Schließlich soll es noch viele andere schöne Wanderungen in Hohenlohe geben.

 
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