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Öhringen

Uhren und Schmuck Gseller in Öhringen feiert Geburtstag und Jubiläum

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In der Öhringer Innenstadt sind inhabergeführte Geschäfte selten geworden. Uhren und Schmuzck Gseller gehört noch dazu.

Eine große Auswahl zeigen die Schaufenster in der Poststraße. Darunter sind viele Stücke aus der eigenen Goldschmiede.
Eine große Auswahl zeigen die Schaufenster in der Poststraße. Darunter sind viele Stücke aus der eigenen Goldschmiede.  Foto: Koch

Vor zehn Jahren, erinnert sich Inge Gseller, habe sie ihrem Mann Otto bei dessen 80. Geburtstag gesagt: "Otto, wenn wir Glück haben, dann können wir in zehn Jahren Deinen 90. Geburtstag feiern und das 50. Jubiläum vom Betrieb." Ihr Optimismus und die Hingabe, mit der sie sich seit Otto Gsellers Schlaganfall 2004 täglich um ihn kümmert, hat sich ausgezahlt: Im Kreis der Familie und mit vielen jahrelangen Freunden wurde diese Woche gefeiert. Das Haus voller Lachen und Gäste - Inge Gseller schreckt die viele Arbeit nicht.

Morgendlicher Barfußgang durch den Garten

Sie genießt die Gespräche mit den Gästen. Die Aufgaben halten fit, bekundet sie. Ebenso wie der morgendliche Barfuß-gang durch den Garten, erst einmal durch das Kneippbecken, dann zur Zeitung und nochmal vorbei am Wasser und zurück. "Und am schönsten ist es, wenn Schnee liegt", verrät sie, was sie fit hält.

Natürlich wird an einem solchen Ehrentag in Erinnerungen geschwelgt. Wie schön es war, als die Händler in der Marktstraße, egal, ob sie Schmuck, Kleider oder Brezeln verkauften, sich zu einem Schwätzchen vor ihren Ladengeschäften getroffen haben. "Und was für tolle Aktionen wir gemacht haben", erinnern sich Inge und Otto Gseller an Herbstfeste mit Mostpressen, an Öhringer Wochen mit Modenschauen und noch viel mehr. Wer kann, kommt vorbei, gratuliert, trinkt ein Glas Sekt mit.

Arbeiten im Familienbetrieb

Für die drei Enkelkinder, die längst schon studieren und arbeiten, hat Inge Gseller am Wochenende zuvor extra gekocht. Die Kinder Martin und Suse mit ihren Partnern kümmern sich um die Mittagszeit mit um die Gäste - und steuern auch die eine oder andere Erinnerung bei. 50 Jahre Uhren und Schmuck Gseller - das ist auch ihre Geschichte, haben sie doch einen Großteil ihrer Kinder- und Schulzeit in Werkstatt und Laden verbracht. "Man muss zu- und abgeben können", formuliert Martin Gseller, wie das Zusammenleben und das Zusammenarbeiten so gut funktioniert.

Jeder hat seinen Bereich

Mit Senior Otto Gseller feiern (v.l.) Rolf und Suse Jaeschke, Eva, Martin und Inge Gesller und viele Weggefährten.
Mit Senior Otto Gseller feiern (v.l.) Rolf und Suse Jaeschke, Eva, Martin und Inge Gesller und viele Weggefährten.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

"Jeder hat seinen klar abgegrenzten Aufgabenbereich", ergänzt Suse Jaeschke. Sie ist die Goldschmiedin, ihr Bruder der Uhrenmacher. Seine Frau Eva kümmert sich um die Buchhaltung. Beide hätten aus freien Stücken den Entschluss gefasst, in den elterlichen Betrieb einzusteigen. Ob eines ihrer Kinder es auch so tun wird?

Die Ausgangssituation heute, vergleicht Martin Gseller, sei eine andere. Als er und seine Schwester sich für die Ausbildung in Pforzheim und Esslingen entschieden hätten, habe der Einzelhandel in noch gute Perspektiven geboten. Damals, so Gseller, kamen die Männer vor Weihnachten in den Laden und sagten, sie brauchen ein Geschenk für die Frau. "Heute kommen sie und wissen genau, was sie wollen und haben sich informiert." Und noch etwas hat sich verändert: Früher habe man das Hauptgeschäft zur Weihnachtszeit gemacht. Heute verteilt es sich über das Jahr. Und das ist gut so", sagt Martin Gseller.

Gemeinsam ein Ziel

Zehn Jahre hätten er und seine Schwester außerhalb gearbeitet. "Und das war auch gut so", sind sie sich rückblickend einig. So gab es noch einige Jahre, in denen alle vier im Betrieb in der Poststraße mitgearbeitet hatten, bis Otto Gseller 2004 den ersten Schlaganfall hatte.

 
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