Ziegen, Zecken und das Zweite Programm

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Studie über den Nutzen von Beweidung für die Landschaftspflege und die Eindämmung der Borreliose

Von Henry Doll
Michael Buß (links), beim Landratsamt für Landschaftspflege zuständig, klärte das ZDF-Team über den Zusammenhang von Beweidung und Zecken auf.Foto: Henry Doll
Michael Buß (links), beim Landratsamt für Landschaftspflege zuständig, klärte das ZDF-Team über den Zusammenhang von Beweidung und Zecken auf.Foto: Henry Doll

Mulfingen - Auch ZDF-Redakteur Anton Jany betätigte sich als Ziegenhirte. Um die kleine Ziegenherde, die oberhalb der Jagstmühle von Heimhausen weidete, effektvoll ins Bild zu setzen, mussten die Tiere armwedelnd auf die Kamera zugetrieben werden. Dann hatte Michael Buß seinen Auftritt. Er sollte, ganz natürlich und ungekünstelt, durchs Bild laufen, während sich die Ziegen im Bildhintergrund wieder zerstreuen und ein paar Zicklein durch die Szenerie hüpfen. Es klappte.

Weideflächen Grund für diese Inszenierung: Auf den Weideflächen oberhalb der Jagstmühle war gestern ein Drehteam des Zweiten Deutschen Fernsehens zu Gast. Das Team erstellte einen Beitrag für die Sendung „Heute in Deutschland“, die an diesem Donnerstag, 24. April, 14 Uhr, ausgestrahlt wird. Das Thema lässt sich so zusammenfassen: Landschaftspflege als Gesundheitspflege. Zum einen, so erklärte Michael Buß von der Landschaftspflege des Hohenlohekreises, gehe es darum, den Wert der Ziegen für die Landschaftspflege zu verdeutlichen. An den steilen Hängen oberhalb der Jagstmühle halten sie das Gras und Büsche kurz. Das spart Kosten, erklärte Buß ZDF-Redakteur Anton Jany. Müsste der Landschaftpfleger selbst „mechanisch“ die Wiesen und Büsche stutzen, koste das in dem Grundstück jährlich rund 1500 bis 2000 Euro. Eine Ziegenherde verrichtet die Arbeit für 300 Euro. Eine entbuschte Landschaft ermöglicht auch, so Buß, bessere Luftströme, was gut für das Binnenklima sei.

Charité forscht Auch einen Zusammenhang zwischen Beweidung von Flächen durch Ziegen und der Übertragung von Borreliose gibt es. Vereinfacht gesagt, so teilt das Landratsamt Hohenlohekreis mit, lässt sich feststellen, dass in beweideten Gebieten die Übertragung von Borreliose durch Zecken zurück geht. In Heimhausen untersucht dies ein Forscherteam der Berliner Charité. Dr. Dania Richter und Professor Franz-Rainer Matuschka haben festgestellt, dass auf dem nicht beweideten Weg hinter der Weide die Zecken Borreliose übertragen. Dort, wo Ziegen weiden, gibt es zwar ebenfalls Zecken, aber sie übertragen offenbar keine Borreliose.

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