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Zahl der Hohenloher Ferkelerzeuger nochmals gesunken

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Zumindest die Preise sind zufriedenstellend − Bestände im Landkreis werden immer größer

Von unserem Redakteur Ralf Reichert
Die Ferkelerzeugung in Hohenlohe hat eine lange Tradition.Foto: dpa
Die Ferkelerzeugung in Hohenlohe hat eine lange Tradition.Foto: dpa

Immer weniger Betriebe, immer größere Bestände: Der Strukturwandel in der heimischen Ferkelerzeugung hält unvermindert an. Die Zahl der Zuchtsauen ist von 2012 auf 2013 noch einmal um 1300 gesunken. 2014 werden es im Hohenlohekreis wohl weniger als 20 000 sein. Vor 15 Jahren waren es noch 34 500 Zuchtsauen gewesen.

Halteverordnung Die neue Halteverordnung für Zuchtsauen ist seit 2013 in Kraft. Vor allem kleinere Erzeuger konnten den teuren Umbau ihrer Ställe nicht stemmen und gaben auf. Gefordert ist jetzt die Gruppenhaltung. "Durch diese Umstellung hat sich der seit Jahren fortwährende Strukturwandel in den Jahren 2011 und 2012 verschärft. Auch 2013 konnte dieser Trend nicht gestoppt werden", sagt Manuel Döhler vom Landwirtschaftsamt des Kreises. Die einstige Ferkel-Hochburg liegt ziemlich darnieder. Die neuen Tierschutzvorschriften sind das eine, der Trend zur Massentierhaltung das andere Übel für die kleinteilige Landwirtschaft in der Region. Schweinemäster geben sich heute nur noch mit größeren Stückzahlen zufrieden − am besten vom gleichen Betrieb. Die Hohenloher Sauenhalter holen zumindest auf, der Durchschnittsbestand an Ferkeln stieg binnen zwei Jahren von 115 auf 170. Doch die Konkurrenz aus Dänemark und Holland mit ihren riesigen Flächen bleibt erdrückend. Zumindest gibt es noch einen großen regionalen Vermarkter: die Unabhängige Erzeugergemeinschaft Hohenlohe-Franken (UEG) mit Sitz in Niederstetten. Doch auch dort spürt man die Zeitenwende. Der traditionelle Ferkelmarkt wurde letztmals am 16. Dezember 2013 ausgerichtet. 700 Betriebe, davon weit über 100 aus dem Hohenlohekreis, beliefern die UEG.

Obwohl im Jahr 2013 insgesamt 58 000 Ferkel weniger vermarktet wurden, können die Erzeuger mit dem Verkaufspreis zufrieden sein. Er lag im vergangenen Jahr bei 53 Euro pro 25-Kilogramm-Ferkel und schwankte kaum. Trotz steigender Kosten könne man damit leben, so UEG-Vorsitzender Gerhard Wüstner bei der Hauptversammlung. "Dies war auch dringend notwendig, um die Tiefen der letzten Jahre auszugleichen", so Manuel Döhler vom Landwirtschaftsamt. Hauptursache für den relativ guten und stabilen Preis ist das knappere Angebot aufgrund der vielen Betriebsaufgaben, etwa in den Kreisen Hohenlohe, Hall und Main-Tauber. Trotz allem bleibt die Region im Land die Nummer eins in der Ferkelvermarktung.

Mastschweine Viel angespannter ist die Lage bei den Preisen für Mastschweine. Weil Russland als einer der Hauptabnehmer im Januar einen Importstopp für Schweinefleisch aus der EU verhängt hat, liegt dieser mit etwa 1,60 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht fast 30 Cent unter den Produktionskosten. Der deutsche Markt ist gesättigt, die Schweinemäster sind auf den Export angewiesen. "Bei den Futterkosten verbilligte sich Getreide, doch Eiweißfutter verblieb auf einem sehr hohen Niveau", so Döhler. Viel müssen die Bauern auch für Energie zahlen.

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