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Schüler aus Öhringen drehen eigene Tutorials für Youtube

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In einem dreitägigen Workshop lernen Schüler der Realschule Öhringen, wie aus einer Idee ein fertiges Erklärvideo für Youtube wird.

Die Schülerinnen zeigen in ihrem Erklärvideo, wie ein Smoothie zubereitet wird.
Die Schülerinnen zeigen in ihrem Erklärvideo, wie ein Smoothie zubereitet wird.  Foto: Sarah Arweiler

Mal eben kurz mit dem Smartphone ein Video aufnehmen – für die allermeisten Jugendlichen ist das so selbstverständlich wie Schuhe binden. Doch was braucht es, um ein professionelles Tutorial, also ein Erklärvideo, für Youtube zu erstellen? 

Ob Sushi zubereiten, das Aquarium säubern oder Fliesen verlegen: Zu nahezu jedem Thema findet sich auf Youtube ein Tutorial. In der Regel stehen keine professionellen Moderatoren vor der Kamera. Vielmehr könnte es der nette Nachbar von nebenan sein, der in mehreren Arbeitsschritten zeigt, wie es am besten funktioniert. Je besser und anschaulicher das Erklärvideo, desto höher ist auch die Reichweite –  die wichtigste Währung in Sozialen Netzwerken.

Wie viel Arbeit steckt in gut produzierten Tutorials?

Wie viel Aufwand in gut produzierten Erklärvideos steckt, wissen die Schülerinnen und Schüler der 6a nach dem dreitägigem Workshop mit dem vielversprechenden Titel „Your Story“. Über die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) kommen die Dozierenden Andreas Harr und Mareike Baumeister, um mit ihnen Tutorials zu produzieren. Lehrerin Salmone Grupp hatte sich mit der Klasse, als praktische Ergänzung im Fach Medienbildung, für das kostenlose Projekt beworben.

Die Mädchen und Jungen wollen am liebsten sofort mit den Aufnahmen starten. „So schnell geht es natürlich nicht“, weiß Andreas Harr. „Zuerst muss das alles geplant werden. Außerdem bedarf es hier auch einiges an Hintergrundwissen. Das steht alles an Tag eins auf dem Programm.“ Die Rede ist von Persönlichkeitsrechten, Datenschutz, verstecke Werbung und womit Youtube-Stars eigentlich ihr Geld verdienen. An Tag zwei steht der eigentliche Dreh auf dem Programm. Am dritten Tag werden die Aufnahmen geschnitten und zum Kurzfilm zusammengefügt.

Zahra, Greta und Lotta machen eine Roomtour durchs Schulhaus.
Zahra, Greta und Lotta machen eine Roomtour durchs Schulhaus.  Foto: Sarah Arweiler

Eine zündende Idee muss her

Zuallererst steht die Frage: Was möchte ich meinen Zuschauern erklären? Ist die Idee gefunden, geht die Arbeit los: In einem Storyboard wird der Handlungsablauf notiert und die Jugendlichen legen fest, was gesprochen wird, wie die Kameraführung sein soll, welche Perspektiven sich für welche Szene anbieten und welche Requisiten sind sinnvoll. Lea, Sina und Mayleen wollen in ihrem Tutorial zeigen, wie eine Frühstücksbowl zubereitet wird.

Sina: „Ich habe mir auf Youtube schon einige Videos über Hundetricks angeschaut, die ich mit meinem Hund versuche nachzumachen.“ Lea und Mayleen haben schon etliche Kochvideos gesehen. Jetzt breiten die Mädchen eine Picknickdecke aus und legen Apfel, Banane, Schneidebrett, Messer, Müsli, Milch und Joghurt zurecht, daneben ihr Storyboard. Schnell sind auch die verschiedenen Rollen festgelegt, also wer spricht, wer anrichtet, wer filmt. Doch wie soll das Video starten? Dozentin Mareike Baumeister gibt Denkanstöße: „Überlegt euch, wie die einzelnen Sachen ins Bild kommen sollen. Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Wie wollt ihr das Schälen und Schneiden der Banane zeigen?“ Auch der Lichteinfall müsse berücksichtigt werden. 

Mayleen, Lea und Sina (von links) überlegen, wie im Video Zutaten für eine Frühstücksbowl ins Bild kommen.
Foto: Arweiler
Mayleen, Lea und Sina (von links) überlegen, wie im Video Zutaten für eine Frühstücksbowl ins Bild kommen. Foto: Arweiler  Foto: Sarah Arweiler

Roomtour durchs Schulhaus

Im Eingang des Schulhauses stehen Greta, Lotta und Zahra um ein Tablet, das auf einem Stativ befestigt ist. Die Schülerinnen drehen eine Roomtour durch den gesamten Gebäudekomplex. „Wir wollen noch den Aufenthaltsraum, die Bibliothek, den Musiksaal und den Biosaal mit den ausgestopften Tieren zeigen. Außerdem noch den Kiosk und wo man den Hausmeister findet“, zählt Zahra auf. Ob dieses Video später vielleicht auch auf der Schulhomepage eingebettet wird? Greta: „Das wäre echt cool.“

Dass zwischen Theorie und Praxis hin und wieder ein großer Unterschied klafft, zeigt sich gleich zu Anfang: Mal wird sich versprochen, mal wird gelacht oder andere Schüler schlendern gedankenversunken durch den Flur und durchqueren die Aufnahme. Viele Szenen werden mehrmals wiederholt, bis die Gruppe zufrieden ist. Denn auch hier gilt: Es braucht es viel Arbeit, damit es einfach aussieht.

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