„Wir sind beide tierisch aufgeregt“
Stefanie Leder tritt mit ihrer Stute bei der Prämierung auf dem Pferdemarkt an

Für beide ist es eine Premiere und dementsprechend aufgeregt sind sie. Stefanie Leder aus Bitzfeld hat ihre fünfjährige Stute Cera Classica zur Prämierung auf dem Öhringer Pferdemarkt angemeldet. Das Fell auf Hochglanz gestriegelt, die Mähne schön eingeflochten machen sie sich am Montagmorgen kurz nach acht Uhr auf den Weg von ihrem Stall am Zuckmantel auf die Herrenwiese. Begleitet wird Stefanie Leder, die erstmals an einer Pferdeprämierung teilnimmt, von Lebensgefährte Peter Theierl, Tochter Maren und Freundin Elke Friedle. Die drei wollen ihr hilfreich zur Seite stehen.
Doch erst heißt es einmal warten. Die Hengste des Haupt- und Landgestüts Marbach werden präsentiert. Die Schwarzwälder Füchse Donnergroll, Feldsee und Mönchberg und der Warmblüter Celentano werden ab dem 6. März auf der Deck- und Servicestation beim Reiterhof Benner stationiert. Und wie es Tradition ist, werden sie vor Beginn der Zuchtpferdeprämierung den Züchtern und Pferdefreunden, sie sich an den drei Vorführringen drängen, vorgestellt. Kommentiert von Karl-Heinz Vollmer vom Kompetenzzentrum für Pferdezucht und Pferdehaltung des Landes, meistern alle vier ihren Auftritt vor großem Publikum souverän.
Unterdessen scharrt Cera Classica im Hänger aufgeregt mit den Hufen, so dass Stefanie Leder sie auslädt. „Wir sind beide tierisch aufgeregt“, gesteht Leder, die von Haus aus Springreiterin ist und mit ihrer jungen Hannoveranerstute in dieser Saison erstmals bei Springturnieren in der Region starten will.
Um 10.45 Uhr ist es endlich soweit. Versehen mit der Kopfnummer 25 wird Cera Classica in Ring eins gerufen. Ruhig soll sich die Braune aufstellen, damit die Richter Karl-Heinz Vollmer, Fritz Benner und Dr. Wolfgang Eißen ihr Gebäude betrachten können - gar nicht so einfach für ein junges temperamentvolles Sportpferd. Doch Schritt und Trab an der Hand meistert sie gut - auch wenn mal ein kleiner, ausgelassener Hüpfer dazwischen ist.
Am Ende marschiert sie - immer wieder mal laut wiehernd - an vierter Stelle im Ring der sieben Stuten im Alter von vier und fünf Jahren und erhält wie die anderen sechs einen ersten Preis. Als „großrahmige Sportstute, die ein bissle den weiblichen Charme vermissen lässt, aber in der Bewegung ganz deutlich gewinnt, noch etwas schlaksig, aber insgesamt attraktiv für die Zucht ist“, beschreibt sie Richter Vollmer. „Ich bin am Ende, fix und fertig, Turnierreiten ist dagegen ein Klacks“, meint Stefanie Leder. „Aber insgesamt bin ich zufrieden.“ Die Premiere ist geglückt.
Gemeinsam mit den anderen Beschickern wartet Stefanie Leder um 14 Uhr in der Kultura gespannt auf die Preisverleihung samt Manöverkritik. „In Öhringen wird züchterische Leidenschaft spürbar, daher haben wir hier die erste Servicestation im Land eröffnet“, lobt Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, bevor sie zusammen mit Oberbürgermeister Jochen K. Kübler die Preise übergibt. Als Pferdemarkt von „besonderer Qualität und Güte“ bezeichnet Karl-Heinz Vollmer den Öhringer Markt. „Es war eine tolle Schau und ich bin begeistert von der Qualität und Leistungsdichte“, bilanziert der Pferdezuchtspezialist am Ende seiner Manöverkritik.




Stimme.de
Kommentare