Wie der Bauer zum echten Typ wird

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Kurs beim Bauernwerk in Hohebuch

Von Martin Nied
Typberatung für junge Landwirte bot ein Kurs beim evangelischen Bauernwerk in der Heimvolkshochschule Hohebuch. Dabei ging es um Farben, Frisuren und vor allem das Gefühl für die eigene Persönlichkeit. (Foto: Martin Nied)
Typberatung für junge Landwirte bot ein Kurs beim evangelischen Bauernwerk in der Heimvolkshochschule Hohebuch. Dabei ging es um Farben, Frisuren und vor allem das Gefühl für die eigene Persönlichkeit. (Foto: Martin Nied)

Von Martin Nied

Was ist los mit dem männlichen Nachwuchs in der Landwirtschaft? Da lädt das evangelische Bauernwerk in Hohebuch junge Landwirte zu einem Seminar, das nach landläufiger Meinung eher zu den weiblichen Domänen gehört. Thema: „Typgerechtes Aussehen und Auftreten“. Und elf Teilnehmer im Alter zwischen 25 und 45 Jahren sind gekommen, um den österreichischen Persönlichkeitsberater und Landwirt Josef Moser zu erleben und zu hören, was er ihnen zu sagen hat.

Norbert war im vergangenen Jahr bei der Österreich-Reise des Bauernwerks dabei. „Beim Nachtreffen habe ich dann diesen Prospekt gesehen und mich spontan angemeldet“. Landwirte seien oft ganz allein in ihrem Betrieb und mit der Arbeit dort ziemlich ausgelastet. Die Beschäftigung mit dem eigenen Erscheinungsbild sei da, wenn überhaupt, eher marginal. Doch Aussehen und Auftreten seien heutzutage sehr wichtig, und auch „wir Landwirte müssen etwas dafür tun, dass wir in der Gesellschaft akzeptiert werden. Deshalb habe ich dieses Angebot wahrgenommen“, so Norbert weiter.

Jetzt weiß Norbert, dass er mit seinen Gefühl für „seine“ Farben schon vorher richtig lag. Er muss sich also keine komplett neue Garderobe kaufen, „aber ich kann das vorhandene neu und vielleicht auch noch etwas mutiger miteinander kombinieren“.

Der Kupferzeller Friseur Jochen Sterle, der im Seminar in Sachen Hairstyling berät, ist überrascht von der Offenheit der Teilnehmer. „Denn Männer sind im Friseursalon überwiegend verschlossen, und selbst wenn sie reden, sprechen sie so gut wie nie über sich, ihren Typ oder ihre Ausstrahlung“.

Deshalb will Josef Moser ihnen ein Forum bieten, auf dem sie über solche Themen ganz ungezwungen reden können. Gerade bei jungen Landwirten sei noch ein großes Potenzial vorhanden, das es freizulegen gelte: „Weg vom Jammern, hin zu einer authentischen Unternehmerpersönlichkeit“.

Davon scheint Martin bereits vor dem Seminar gar nicht mehr so weit entfernt gewesen zu sein: „Mein Geschmack wurde mir hier im Großen und Ganzen bestätigt. Ich habe hier noch ein paar Kniffe für die Feinabstimmung meiner Farben mitbekommen“. Nun wisse er auch, welche Farben zu seinem Hauttyp passen und wie Farben auf andere wirken. So könne er jetzt noch etwas bewusster am eigenen Typ feilen.

Für Oliver Scherer, der das Seminar für die Heimvolkshochschule organisiert hat, ist es wichtig, „dass wir hier niemanden umwandeln oder etwas Fremdes über sein Individuum stülpen wollen“. Von diktierten Schönheitsidealen und daraus resultierenden seelischen Belastungen in weiten Kreisen der Bevölkerung, möchte er in diesem Zusammenhang nicht reden. „Es geht uns ausschließlich um die Unverwechselbarkeit jedes Einzelnen“.

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