Weinkellerei in Heuholz schließt
Die Weinkellerei Hohenlohe schließt ihre Verkaufsstelle in dem Pfedelbacher Teilort. Die künftige Nutzung der Immobilie ist noch offen. Die Schließung bringt keine personellen Einschnitte mit sich.

Kelterstation und Keller waren seit der Fusion der ehemaligen Weingärtnergenossenschaft Heuholz mit der Weinkellerei Hohenlohe in Adolzfurt im Jahr 2016 bereits stillgelegt. Lediglich die Verkaufsstelle blieb unter Fürstenfass-Flagge erhalten. Doch auch das ist jetzt Geschichte. "Vorstand und Aufsichtsrat haben am 9. Juli einstimmig beschlossen, die seit 25. März wegen der Corona-Krise geschlossene Verkaufsstelle in Heuholz nicht mehr zu öffnen", sagt Vorstandsvorsitzender Reinhold Fritz und führt dafür "betriebswirtschaftliche und strategische Gründe" ins Feld. Mitglieder und Kunden seien "unmittelbar danach über diese Entscheidung informiert" worden.
Lange Tradition und emotionale Verbindung
"Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, weil der Standort für unsere Mitglieder aus dem Steinbacher Tal und auch für viele Kunden eine lange Tradition und starke emotionale Verbindung hat", betont Fritz. Schon bei der Fusion sei aber klar gewesen, dass man den Verkauf nur so lange werde erhalten könne, so lange er wirtschaftlich tragbar sei. Dies sei nun nicht mehr gegeben. "Auch aufgrund der Corona-Krise und unserer starken Frostschäden haben wir unsere künftige Wirtschaftlichkeit auf den Prüfstand gestellt und sämtliche Geschäftsfelder einer genauen wirtschaftlichen Analyse unterzogen", so der Vorstandschef: "Dabei hat sich gezeigt, dass unsere Verkaufsstelle Heuholz unter Einbeziehung aller anfallenden Personal- und Unterhaltskosten dauerhaft nicht rentabel betrieben werden kann."
Im schlimmsten Fall müsse die Weinkellerei Hohenlohe durch die Schließung mit einem Minderumsatz von 50.000 bis 100.000 Euro rechnen, erziele aber eine "deutlich höhere Kostenersparnis", sagt Fritz. Nicht zuletzt sei es der satzungsgemäße Auftrag einer Genossenschaft, den Betrieb "auch in schwierigen Zeiten wirtschaftlich auf Kurs zu halten und so den Mitgliedern ein angemessenes Traubengeld zu sichern". Deshalb werde die Entscheidung trotz vereinzelter Kritik von den Mitgliedern auch akzeptiert.
Weil am WKH-Standort Adolzfurt zwei Mitarbeiter in den Ruhestand wechseln, bringt die Schließung keine personellen Einschnitte mit sich. "Den Heuholzer Kunden bleiben auch in Adolzfurt ihre gewohnten Ansprechpartner erhalten", sagt Reinhold Fritz. So werde Jochen Förnzler im Verkauf eingesetzt, Rita Stein als Sekretärin und im Qualitätsmanagement.
Wie geht es mit dem Heuholzer Weinfest weiter?
Derzeit noch offen ist die künftige Nutzung des WG-Gebäudes in Heuholz. "Es gibt da verschiedene Überlegungen von Verkauf bis Vermietung", so Fritz. Auch wenn es für beides Interessenten gäbe, sei aber "noch nichts spruchreif". Noch vorhandenes Kellerinventar soll verkauft werden. Gespräche werde man auch mit den Heuholzer Weinfreunden führen, "ob und wie es mit dem Heuholzer Weinfest weitergehen kann", sagt der Vorstandsvorsitzende. Keine Sorgen um eine mögliche Schließung der Verkaufsstelle in Ingelfingen muss man sich wohl im Kochertal machen. "Das steht nach aktuellem Stand nicht zur Diskussion", betont Reinhold Fritz.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare