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Was passiert auf der großen Baustelle auf der A6 bei Öhringen?

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Regierungspräsident Wolfang Reimer macht sich ein Bild von der A6-Baustelle bei Öhringen. Erstmals kommt in Baden-Württemberg bei einer Sanierung Gussasphalt zum Einsatz. Wir beantworten wichtige Fragen zu dem Projekt.


 

Der Kochlaster fährt rückwärts an das Asphaltierfahrzeug heran. Die 220 Grad heiße Masse fließt auf die Autobahn. Jetzt haben die Bauarbeiter von Leonhard Weiss etwa 15 Minuten Zeit, den Belag einzubringen. Langsam fährt das Asphaltierfahrzeug weiter von Öhringen Richtung Nürnberg. Die Flamme erhitzt den Bohlenschuh unter dem Fahrzeug. Es stinkt und qualmt. Regierungspräsident Wolfgang Reimer filmt. Er ist auf die Baustelle auf der A6 bei Öhringen gekommen, um zu sehen, wie erstmals bei einer Sanierung Gussasphalt eingebaut wird. Üblich ist Walzasphalt. Fragen und Antworten zu der Baustelle:

 

Warum Gussasphalt?

Die Autobahn A6 als wichtige Ost-West-Achse mit über 60.000 Fahrzeugen pro Tag und einem hohen Anteil Schwerlastverkehr, nämlich einem Viertel, gehört zu den stark belasteten Strecken. Für die Sanierung schwerbelasteter Strecken ist mittlerweile Beton oder Gussasphalt vorgesehen, um die Haltbarkeit zu erhöhen, erklärt Wolfgang Reimer. Auf der gegenüberliegenden Seite war die A6 im Frühjahr saniert worden. Dort wurde noch Walzasphalt aufgebracht.

 

Was ist der Vorteil?

Gussasphalt schließt die Oberfläche besser. Es gibt so weniger Frostrisse und Beschädigungen. Die Risse, in denen sich Wasser sammelt, die im Winter gefrieren weiter aufgesprengt werden, waren der Hauptgrund, warum der Streckenabschnitt saniert werden musste, obwohl der Ausbau in naher Zukunft ansteht, erklärt Dieter Maierhöfer, Leiter vom Baureferat Nord. 

 

Wann wird wieder saniert?

Gussasphalt hält 30 Jahre, sagt Oliver Zscherpe, Bereichsleiter Bauwerks- Instandsetzung beim beauftragten Bauunternehmen Leonhard Weiss. Erstmals werde Gussasphalt bei einer Autobahn-Sanierung in Baden-Württemberg eingesetzt. Zuvor schon in Bayern und anderen Bundesländern.

 

Kommt Gussasphalt auch beim sechsspurigen Ausbau zum Einsatz?

Nein, bei der derzeit laufenden Baumaßnahme bei Heilbronn ist offenporiger Walzasphalt ausgeschrieben. Der erfüllt höhere Lärmschutzwerte, erklärt Bauleiter Christoph Bogler.

 

Ist Gussasphalt teurer?

Die 5,8 Kilometer lange Baustelle kostet den Bund rund 4,5 Millionen Euro. Auf der A81 bei Ilsfeld werden weitere vier Kilometer ausgebaut. Die Kosten dort liegen knapp darunter. Der Materialpreis für Gussasphalt allein treibt die Kosten nicht in die Höhe. Der gesamte Ausbau ist aufwendiger, erklärt Christoph Bogler. So müssen an den Fahrbahnkanten Hölzer gesetzt werden, um die 3,5 Zentimeter für die Deckschicht zu definieren. Bei Walzasphalt macht das die Maschine.

 

Wer koordiniert Umleitungen?

Auf der Baustelle arbeitet Leonhard Weiss. Die Umleitung schilderte die Firma Zeppelin aus. Einige Schilder sorgten für Verwirrung oder waren an ungeeigneten Stellen angebracht. Das habe Verkehrsteilnehmern und den Baustellenfahrzeugen Schwierigkeiten bereitet.

 

Wie lange dauert die Baustelle?

Ende November soll sie fertig sein. Für Verzögerung sorgte das Brückenbauwerk über der Autobahn-Auffahrt. Die Brücke musste wegen Betonkorrosion zusätzlich saniert werden, teils unter einem Schutzzelt, damit kein Wasser eindringen konnte. Auch bei der Brücke kommt Gussasphalt zum Einsatz, sagt Sascha Lüttge vom Baureferat Nord. Donnerstag soll die Auffahrt wieder frei sein. Dann wird auch die neue Ampelanlage geschaltet, erklärt Axel Schramm von der Stadt Öhringen.

 


Ausbau der A6

Die Abstimmungen mit Landwirten hätten für Verzögerungen des Ausbaus gesorgt. Dafür gebe es später keinen Stopp wegen Klagen, sagt Reimer. Für den Großteil der Strecke (vom Kreuz Weinsberg bis Ilshofen) hat das RP den nötigen Gesehenvermerk des Bundesministeriums. Die Pläne für den fünften Abschnitt (bis Kirchberg) wurden nun eingereicht. Reimer meint, dass bis Sommer 2020 alle sechs Abschnitte den Vermerk haben. Damit bestehe Chance auf den Ausbau bis 2030. 

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