Vorzeigemodell zur Schonung der Ressourcen

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Richtfest an neuem Wohn- und Geschäftshaus im Ingelfinger Stadtkern - Platz für dreizehn Wohnungen und zwei Läden

Von Wendelin Schmidt
Nach der Bauleiterin hat die Firma Bäumlisberger das Haus Anke benannt, das zwischen Bühlhofer Straße und Seifensiedergasse einige Altgebäude ersetzt.
Nach der Bauleiterin hat die Firma Bäumlisberger das Haus Anke benannt, das zwischen Bühlhofer Straße und Seifensiedergasse einige Altgebäude ersetzt.

Von Wendelin Schmidt

Dieter Bäumlisberger aus Gaisbach, dessen Büro das neue Wohn- und Geschäftshaus zwischen Bühlhofer Straße und Seifensiedergasse baut, nannte den Grund, weshalb der Mosbacher OB nach Ingelfingen gekommen war: Seine Tochter Julia, Ingenieurin bei der Firma Bürkert, hat sich in dem neuen Gebäudekomplex eine Wohnung gekauft. Auch für die Anwesenheit des früheren Bundestagsabgeordneten Dr. Wolfgang v. Stetten gab es eine Erklärung: Er hat mit Bäumlisberger eine gemeinsame Gesellschaft „Residenz Tauberland GmbH“ gegründet, die in Bad Mergentheim 60 bis 70 Seniorenwohnungen bauen will, nachdem ähnliche Vorhaben in Ingelfingen und Niedernhall nicht verwirklicht werden konnten.

Nach dem Richtspruch, den Udo Bürkert von der Waldenburger Firma Gauger vortrug, trafen sich die Richtfestgäste im Saal des Schwarzen Hofes. Bäumlisberger sprach von einer etwas schwierigen Baustelle im Ingelfinger Stadtkern, weil drei Gewölbekeller überbrückt und Nachbarhäuser abgefangen werden mussten Das neue Gebäude, das eine Reihe alter Häuser ablöst, darunter den ehemaligen „Ochsen“ und die Bäckerei Schmuck, weist jetzt sechs verschiedene Ebenen auf. Das war planerisch nicht einfach zu bewältigen, hat aber den Vorteil, dass Garagen, zwei Ladengeschäfte und die Hauseingänge von zwei Seiten her erreichbar sind.

In dem Gebäudekomplex mit drei Giebeldächern sind dreizehn Wohnungen mit 55 bis 110 Quadratmetern Wohnfläche und zwei Läden mit einer Gesamtfläche von 280 Quadratmetern untergebracht. Neun Wohnungen sind bereits verkauft, die beiden Läden, für die eine Metzgerei und ein Schuhgeschäft, später auch ein Lebensmittelladen im Gespräch waren, sind noch frei.

Bürgermeister Wolfgang Schneider blickte zurück auf die 1980 begonnene Stadtsanierung und freute sich, dass für das Areal des ehemaligen „Ochsen“, das neben dem Alten Schloss und dem ehemaligen Kaufhaus Ehrmann bei der Apotheke ein weiterer Brennpunkt im Sanierungsabschnitt Altstadt III sei, eine städtebaulich so gute Lösung gefunden worden sei.

Der Gemeinderat hatte im März 2003 entschieden, dass auf diesem Areal auch öffentliche Sanierungsmittel eingesetzt werden sollten, um die neuen Wohnungen bezahlbar zu halten. Nachdem auch das Denkmalamt überzeugt worden war, dass der unter Denkmalschutz stehende „Ochsen“ mit vertretbaren Mitteln nicht saniert werden könnte, hatte das Gaisbacher Unternehmen am 6. Mai 2004 das Baugesuch eingereicht. Am 10. Januar 2005 begannen mit dem Abbruch der Gebäude Bühlhofer Straße 3 bis 5 die Arbeiten an dem neuen Wohn- und Geschäftsgebäude. Die für Ende 2005 geplante Eröffnung der beiden Ladengeschäfte musste vertagt werden, die für Frühjahr 2006 angestrebte Fertigstellung der Wohnungen wird sich wohl ebenfalls noch etwas verzögern. Handwerkskammerpräsident Thilo Bräuninger stellte zufrieden fest, dass sich die Lage im Bauhandwerk „nach zehn Krisenjahren ein bisschen verbessert“ habe, wenn sie auch „noch angespannt“ sei.

Mosbachs Oberbürgermeister Gerhard Lauth sprach von einem „Vorzeigemodell zur Eindämmung des Landschaftsverbrauchs“. Planer und Stadt hätten den Dank der Öffentlichkeit für einen „Beitrag zur Nachhaltigkeit und Schonung der Ressourcen“ verdient.

Bauherren und Handwerker hörten sich mit Bürgermeister Wolfgang Schneider den Richtspruch von der Seifensiedergasse her an. Das Neubauprojekt saniert einen wichtigen Bereich in der Innenstadt. (Fotos: Wendelin Schmidt)
Bauherren und Handwerker hörten sich mit Bürgermeister Wolfgang Schneider den Richtspruch von der Seifensiedergasse her an. Das Neubauprojekt saniert einen wichtigen Bereich in der Innenstadt. (Fotos: Wendelin Schmidt)
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