Vor allem bei Familien beliebt
Auf dem Campingplatz beim Freibad gibt es viel Platz − Hochwasser ist ein Problem

Gute Ideen und viel Ehrenamt machten das Neudenauer Freibad und den dazu gehörenden Campingplatz, den Claudia und Berthold Oßner leiten, zu Schmuckstücken im Jagsttal. Zwischen der Jagst und einem Hang, erstreckt sich der Platz über eine zweieinhalb Hektar große Wiese. Es gibt keine Parzellen, in die sich die Gäste zwängen müssen. Wahrscheinlich ist das einer der Gründe, warum sehr häufig Familien und Gruppen kommen. Sie können nebeneinander ihre Zelte aufstellen und die Wohnwagen zusammenrücken, wenn sie möchten.
Pavillons erlaubt Eine Großfamilie hatte sich in der vergangenen Woche auf dem Campingplatz getroffen. Die Mitglieder kamen aus Heilbronn, Brackenheim, Bad Friedrichshall und Neudenau. Für die Kinder sei die Anlage optimal. Es fahren keine Autos, der Eintritt ins Freibad ist im Übernachtungspreis enthalten, und hier findet jeder seine Ruhe. Als Schattenspender oder als Schutz vor Nässe dürfen die Camper auch Pavillons aufstellen. Claudia Oßner erklärt: "90 Prozent der Gäste sind Familien mit Kindern."
80 Zentimeter hoch stand nach starken Regenfällen das Wasser Ende Mai Juni auf dem gesamten Platz. Seit sich die Freibadfreunde um die Camper kümmern, ist es das dritte Hochwasser. Berthold Oßner erklärt, warum Schutzmaßnahmen keine Option seien: "Das Hochwasser kommt normalerweise nicht in der Hochsaison."
An Himmelfahrt 2013 zogen die Camper kurzfristig unter das Dach im Freibad, andere potenzielle Übernachtungsgäste kamen erst gar nicht. Hinzu komme, dass ein Damm am Ufers der Jagst, die direkt am Campingplatz vorbeifließt, aus Naturschutzgründen gar nicht möglich wäre. Außerdem sind die Oßners sicher, dass solche Aufschüttungen sowieso bald wieder weggeschwemmt wären. Berthold Oßner sieht das Problem Hochwasser gelassen: "Wir leben halt damit."
Zum Glück ist die Jagst nicht so schlammig wie der Kocher, der aus der Hohenloher Ebene nicht nur bei Hochwasser Erde mitbringt. Nach der jüngsten Überflutung mussten die Oßners nur warten, bis alles abgetrocknet war. Nur das alte Kinderbecken, das immer noch mitten im Freibad liegt, machte Arbeit, denn es musste leer gepumpt werden. Ärgerlich ist auch, dass der Zufahrtsweg zur Anlage zerstört wurde. Dieser darf wegen der Naturschutzbestimmungen nicht richtig befestigt werden. Berthold Oßner seufzt: "Deshalb wird er bei jedem Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen."
Duschen Seit kurzem gibt es am Rand der Campingwiese ordentliche Toiletten. Zum Duschen müssen die Gäste noch den steilen Weg hinauf zum Freibad nehmen. Das Ehepaar Oßner ist zu Recht stolz. Mit den Campingplatzgebühren können sie auch dem Freibad finanziell unter die Arme greifen.
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