Viel Volk in den Gassen
Forchtenberg - Das Marktkonzept hat sich bewährt: Der 25. Töpfermarkt in Sindringen war gut besucht. Es gibt immer wieder auch Neues, in diesem Jahr das Schaubrennen bei der Limeshalle und den ersten Sindringer Becher mit Stadtwappen und Töpfersiegel.
Forchtenberg - "Der Sindringer Töpfermarkt ist sehr bekannt", sagt Ross Dewayne Campbell. Er muss es wissen, schließlich kommt der Amerikaner aus Berlin viel rum. Auf 42 Töpfermärkten im Jahr stellt er aus, ins Kochertal kam er geradewegs aus den Niederlanden. Doch das Geschäft ist flau hier.
"Ländliche Märkte sind nichts für mich. Die Leute haben hier genug Insekten", grinst Campbell. Seine riesigen und dennoch feingliedrigen Fliegen, Libellen oder Schaben sind echte Hingucker. Doch Campbell weiß: "Meine Preise sind hoch." 270 Euro verlangt er für die riesige Fliege mit den roten Augen. Sie immerhin hat er verkauft: an die Stadt Forchtenberg. Denn mit der Fliege hat Campbell den 1. Preis beim Töpferwettbewerb gewonnen. Das Publikum und die Töpfer selbst haben die Auswahl aus dem großen Angebot getroffen, das macht den Preis für Campbell besonders wertvoll.
Dennoch: Das Kaufen gehört natürlich dazu beim Sindringer Töpfermarkt. Darauf hat bereits der Forchtenberger Bürgermeister Uwe Gysin bei der Eröffnung am Samstagmorgen hingewiesen: "Auf der 5th Avenue in New York würde man sagen: ,sightseeing and shopping.’ Hier sagt man: ,gucke un kaafe.’"
Bewährt
Das Marktkonzept habe sich bewährt, sagt Gysin mit Blick aufs Jubiläum: Es ist der 25. Töpfermarkt. Zum Bewährten − dazu gehört für Gysin die Sindringer Gastfreundschaft − gibt es immer wieder auch Neues, in diesem Jahr das Schaubrennen bei der Limeshalle und den ersten Sindringer Becher mit Stadtwappen und Töpfersiegel.
"Wir haben schon einige Becher verkauft", berichtet Gerlinde Olbrich. Gemeinsam mit Marion di Leo steht sie am Stand der Landfrauen und verkauft Käse- und Schmalzbrote sowie Kaffee. "Der Zwiebelkuchen ist trotz der Hitze schon aus", freut sie sich. Dabei sind es noch vier Stunden bis Marktende.
Die Bewirtung durch die Vereine gehört zum bewährten Marktkonzept. "Es gibt Phasen, da laufen die Leute nur durch. Die wollen dann essen. Wenn sie zufrieden sind, gucken sie wieder", berichtet Christina Schumm. Die Forchtenbergerin hat seit Jahren ihren Stammplatz auf dem Sindringer Töpfermarkt: "Für mich ist die Hauptsache, dass ich hier neue Kunden gewinne."
Praktisch Christina Schumm töpfert Praktisches, vom weißen Kaffeegeschirr mit bunten Punkten bis zur Glocke fürs Ohrwurmnest. "Ich gucke, dass die Sachen eine Funktion haben. Überflüssiges will keiner", ist sie überzeugt.
Doch was ist praktisch, was überflüssig? Annemarie Mettendorfer aus Niedernhall hat einen bunten Schmetterling auf einer Stange gekauft, den wird sie im Garten aufstellen. Gemeinsam mit Ehemann Erwin kommt sie alle Jahre wieder nach Sindringen. Man muss auch bei diesem Paar nicht lange fragen, wer dabei die treibende Kraft ist. Beim Kauf des Schmetterling wird’s wohl nicht bleiben. "Wir sind noch nicht fertig", sagt Annemarie Mettendorfer, als das Paar weiterzieht.

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