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Hohenlohe

Verbindung zu Polen wird größer

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Hohenlohe - Historischer Moment: Öhringen und Neuenstein schließen an einem Tag neue Partnerschaften mit Städten im polnischen Landkreis Kedzierzyn-Kozle.

Von unserer Redakteurin Yvonne Tscherwitschke

Vor der bunten Partnerschaftsfahne tanzen die Majoretten aus Wenska-Ries und spielt die Stadtkapelle Neuenstein.
Vor der bunten Partnerschaftsfahne tanzen die Majoretten aus Wenska-Ries und spielt die Stadtkapelle Neuenstein.  Foto: Foto: Tscherwitschke
Hohenlohe - Eine Städtepartnerschaft zu beschließen ist etwas Besonderes. Zwei Städtepartnerschaften an einem Tag zu besiegeln, das ist etwas ganz Außergewöhnliches. Landrat Helmut M.Jahn begleitete am Ende seiner Amtszeit einen derart denkwürdigen Tag: Erst im Öhringer Hoftheater, dann in der Neuensteiner Stadthalle war er Zeuge, wie die Brücke nach Polen breiter wurde.

Nach dem Hohenlohekreis haben nun auch die beiden mit dem Hohenloher Fürstenhaus verbundenen Hohenloher Städte Öhringen und Neuenstein ihre Partner im polnischen Landkreis Kedzierzyn-Kozle. Öhringen mit der gleichnamigen Stadt und Neuenstein mit Wenska-Ries. So wurde aus dem Steg eine tragfähige Brücke.

Verständnis fördern

Die stellvertretende polnische Stadtpräsidentin Ewa Stawska-Bak unterzeichnete mit Öhringens OB Thilo Michler die Partnerschaftsurkunde im Hoftheater.
Die stellvertretende polnische Stadtpräsidentin Ewa Stawska-Bak unterzeichnete mit Öhringens OB Thilo Michler die Partnerschaftsurkunde im Hoftheater.  Foto: Foto: Yvonne Tscherwitschke
Es ist schon ein schwieriger Name, Kedzierzyn-Kozle. Öhringens Oberbürgermeister Thilo Michler muss die Aussprache noch üben. Bei weiteren Besuchen hat er Gelegenheit dazu. Er ließ beim Festakt im Hoftheater die Begegnungen Revue passieren. Städtepartnerschaften, weiß Michler, verbinden und bereichern. "Deshalb sind wir froh um diese Partnerschaft."

Ewa Stawska-Bak, stellvertretende Stadtpräsidentin, betonte, dass Freundschaft und Zusammenarbeit Sinn der Partnerschaft seien und eine Chance, Verständnis für die Tradition und Kultur der Partner zu schaffen. Schon die paar Tage in Hohenlohe habe sie gemerkt, dass die Menschen hier sehr offen seien und Freundschaft schließen wollen. "Zwei Städte hunderte Kilometer entfernt, dazu die Sprachbarriere", zählte sie die Hindernisse auf. "Doch das Interesse ist groß und das Wichtigste ist, dass sich junge Menschen treffen, sich Vereine, Jugendgruppen und Schulen austauschen."

Fürst hat Städte zusammengebracht

Ein Bild vom Schloss in Schlesien überreichen die Gäste aus Kedzierzyn-Kozle Kraft Fürst zu Hohenlohe-Oehringen und seiner Frau Katharina.
Ein Bild vom Schloss in Schlesien überreichen die Gäste aus Kedzierzyn-Kozle Kraft Fürst zu Hohenlohe-Oehringen und seiner Frau Katharina.  Foto: Foto: Tscherwitschke
Das verbindende Glied aller drei Partnerschaften ist Kraft Fürst zu Hohenlohe-Oehringen. Er hat seine Kindheit bis zur Vertreibung dort verbracht. Bei "Fürst und Fürstin, zwei ganz besonderen Menschen, die wir mit der Ehrenbürgerschaft geehrt haben, bedankten sich die Polen mit einem Bild vom Schloss in Schlesien. Das hätten sie gerne so schön renoviert wie die Bauten in Hohenlohe, erklärten die Gäste.

"Diese Ehrenbürgerschaft müssen wir künftig teilen", sagte Neuensteins Bürgermeisterin Sabine Eckert-Viereckel zwei Stunden später in der Neuensteiner Stadthalle. Eckert-Viereckel sagte, dass nach den mit westlichen Ländern geschlossenen Partnerschaften nun die Zeit gekommen sei, Richtung Osten zu blicken, "zu unseren Nachbarn in Polen." Der Vertrag habe nur wenige Säulen, die aber nicht unterschätzt werden dürften. Es gehe um den Kontakt zwischen den Menschen, darum, die Kultur und Geschichte der Partner zu erfahren. "Und es geht darum, sich der Geschichte zu stellen, auch wenn es mit Scham verbunden sein mag."

Einmalig und unvergesslich

Bürgermeisterin Sabine Eckert-Viereckel, Kristian Flegel und Marian Wojciechowski besiegeln die Freundschaft Neuensteins mit Wenska-Ries.
Bürgermeisterin Sabine Eckert-Viereckel, Kristian Flegel und Marian Wojciechowski besiegeln die Freundschaft Neuensteins mit Wenska-Ries.  Foto: Foto: Tscherwitschke
Dank der Partnerschaften, so Eckert-Viereckel weiter, sei es gelungen, sich mit dem früheren Erzfeind Frankreich zu versöhnen, die Wunden seien verheilt. Außer mit Polen hat Neuenstein nur noch eine Partnerschaft mit Frankreich aus dem Jahr 1960.

"Ich werde die Unterzeichnung der Urkunde also keinesfalls vergessen, sie ist einmalig", antwortete Eckert-Viereckel ihrem polnischen Kollegen Marian Wojciechowski, der "Bürgermeisterin Sabine von Neuenstein" als Gedankenstütze eine Vase mit beiden Wappen überreichte. Eine Partnerschaftsfahne überreichte Roland Megerle den Gästen. Sie bildete den Hintergrund für das beschwingte Rahmenprogramm, das Stadtkapelle und die Majoretten aus Polen gestalteten.

 

 

 

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