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Öhringen

Ursula Ziegler-Göller ist neue Direktorin am Amtsgericht Öhringen

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Ursula Ziegler-Göller kehrt in neuer Funktion an altbekannte Arbeitsstätte zurück. Die letzten Jahre war sie Vorsitzende Richterin am Landgericht Heilbronn. Feierstunde im Öhringer Schloss.

Agnes Aderhold (links), Präsidentin am Landgericht Heilbronn, setzt Ursula Ziegler-Göller im Rahmen einer Feierstunde in ihr neues Amt als Direktorin am Amtsgericht Öhringen ein.
Foto: Yvonne Tscherwitschke
Agnes Aderhold (links), Präsidentin am Landgericht Heilbronn, setzt Ursula Ziegler-Göller im Rahmen einer Feierstunde in ihr neues Amt als Direktorin am Amtsgericht Öhringen ein. Foto: Yvonne Tscherwitschke  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Sie ist keine Unbekannte in Öhringen: Ursula Ziegler-Göller wurde in einer feierlichen Runde im Blauen Saal des Schlosses in ihr Amt als Direktorin des Öhringer Amtsgerichts eingesetzt. Seit vier Monaten bereits hat sie ihr Büro an dem Amtsgericht, an dem sie schon 2007 bis zur ihrer Abordnung ans Oberlandesgericht Stuttgart tätig war. Dass mit Ursula Ziegler-Göller eine kompetente, empathische, engagierte und zupackende Juristin die Leitung inne hat, das betonen alle Redner.

Amtseinsetzung mit vielen Gästen

Vertreter von Justiz, Polizei, Verwaltung und der Anwaltschaft sind zur Feierstunde versammelt. Agnes Aderhold, Präsidentin des Landgerichts Heilbronn, ist es eine Freude, der "breiten Öffentlichkeit die Wichtigkeit der Arbeit der Justiz" zu zeigen. Auch in der Justiz habe es durch die Digitalisierung große Veränderungen gegeben. Eine der wichtigsten, die elektronische Akte, sei sehr positiv. Die Künstliche Intelligenz bringe Vorteile, aber man müsse künftig auch die Glaub- und Beweiswürdigkeit von Fotos und Gesprächsmitschnitten hinterfragen. Arbeitserleichternd seien die Möglichkeiten, die die direkten Zugriffe auf Gesetzessammlungen und Kommentare ermöglichen - nun von jedem Richter-Schreibtisch aus. "Aber es werden noch keine Roboter-Richter entscheiden", betont Agnes Aderhold.

Blick in die Zukunft

Wie die Justiz in zehn oder zwanzig Jahren arbeiten werde? "Wir müssen unseren Elfenbeinturm auflösen und unsere Entscheidungen auf Social Media begründen", meint Agnes Aderhold. Und: "Unsere Gerichte wollen die Welt besser machen. Wir haben aber auch mit vielen Herausforderungen zu kämpfen, unter anderem mit Personalnot."

Prozesse zu Ende gebracht

Die hatte sich am Amtsgericht Öhringen durch die Erkrankung von Simone Krystofiak in den vergangenen Monaten zugespitzt und war durch Richterkollegen vom Amtsgericht Schwäbisch Hall zum Beispiel aufgefangen worden. Aber auch Ursula Ziegler-Göller hatte bereits am Amtsgericht Öhringen verhandelt, obwohl sie noch große Prozesse am Landgericht Heilbronn zu Ende bringen musste. Darunter Bandendiebstähle, aber auch der Prozess gegen den Betreiber einer Öhringer Shishabar, der zu viele Coronatests abgerechnet hatte und das Urteil vom Amtsgericht nicht akzeptieren wollte. Das habe er nach deutlichen Worten der Richterin getan.

Menge an Fällen

27 Bedienstete, zählt die Landgerichtspräsidentin auf, arbeiten am Amtsgericht Öhringen. Sechs Richter verhandeln, fünf Beamte und 13 Justizangestellte sorgen für den reibungslosen Ablauf. Drei Gerichtsvollzieher sind dem Amtsgericht zugeordnet. Die Bandbreite der Themen und die Menge der Fälle macht schwindelig: 98 Prozent der Strafsachen fallen bei den Amtsgerichten an, verweist Agnes Aderhold auf die Arbeitsbelastung in ihrem Zuständigkeitsbereich. 2023 seien 400 Zivilstreitigkeiten am Amtsgericht Öhringen verhandelt worden, dazu 546 Familien- und 342 Strafsachen.

Verstärkung nötig

Wie groß die Freude der Mitarbeiter über die zupackende Verstärkung ist, das machte Richterin Lisa Rosenau in ihren Begrüßung als stellvertretender Vorstand am Amtsgericht deutlich. Und auch die Öhringer Anwaltschaft freut sich auf die Zusammenarbeit mit Ursula-Ziegler-Göller, wie Andreas Platscher betont und mit einigen Anekdoten belegt, die zeigen, dass Rechtssprechung nicht immer eine trockene Materie sein muss.

Verantwortungsvolles Amt

Das Verhältnis zwischen den beiden Berufsgruppen sei entspannt, bestätigt Ursula Ziegler-Göller. Und sagt: "Es ist ein bisschen wie heimkommen." Eigentlich habe sie sich am Amtsgericht Marbach sehr wohlgefühlt. Und dennoch habe sie im Rückblick nicht bereut, dem Ruf ans Landgericht gefolgt zu sein. Aber als sie vernommen habe, dass die Stelle in Öhringen neu zu besetzen sei, "da musste ich nicht lange überlegen". Das Amt der Direktorin am Amtsgericht Öhringen sei ein verantwortungsvolles mit Gestaltungsmöglichkeiten. Nicht nur die engagierten Mitarbeiter bereiten ihr jeden Tag Freude. "Auch der Blick auf Hohenlohe, wenn ich beim Steinernen Tisch aus dem Wald komme, erfreut mich täglich."

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