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Töpfermarkt in Sindringen: Töpfer, Ton, Toskana

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70 Töpfer aus Deutschland und dem benachbarten Ausland sind am Wochenende mit ihren Waren nach Sindringen gekommen.

Von unserer Redakteurin Yvonne Tscherwitschke

 

Manche Bücher sind schwer zu lesen. Und schwer zu tragen. Das wissen die Besucher des 27. Sindringer Töpfermarktes. In einer der Gassen warten getonte Bücher mit scheinbar ledernen Rücken darauf, verschlungen zu werden. Wenigstens mit Blicken. Denn sie sind einfach zu schön, diese Bücher. Aber auch nicht gerade günstig. Und schon gar nicht leicht. Deshalb entscheiden sich viele der Bummler dann doch für eine Tasse, einen Gartenstecker, eine Kanne, eine Butterbüchse, eine Schale oder eine Vase. Denn all diese Dinge sind deutlich leichter zu tragen.

Gastfreundschaft

Trotzdem fällt die Auswahl schwer. 70 Töpfer aus Deutschland und dem benachbarten Ausland sind am Wochenende mit ihren Waren nach Sindringen gekommen. Gerne, wie alle betonen. Denn die Stimmung und die Gastfreundschaft der Kochertäler, die hat sich unter den Töpfern längst herumgesprochen. Sie haben funktionelle Dinge für Garten, Küche, Bad und Tisch dabei. Aber auch schmucke Töpfe und Tiegel, fein fürs Auge, viel zu schade für den Gebrauch. Pittoreske Röschen tanzen zwischen Glockenblumen. Dicke Damen mit Sonnenschirm wagen den Sprung in den Holzbottich. Giftresistente Schnecklein kriechen über Efeu und Salat. Und zwischendrin krächzt der Pleitegeier von seinem Ast. Vorsicht, mahnt er all jene, denen die Börse in Sindringen gar zu locker sitzt. "Das sind ganz liebevolle Kunstwerke", schwärmt Beatrix Mulack (50) aus Künzelsau am Stand von Silke Nutz. Die Tassen, Schüsseln und Schalen mit dem Goldrand, berichtet Mulack, werden von all ihren Gästen immer ausgiebig bewundert.

Urlaubsflair

Im dritten Jahr dabei, gehört Silke Nutz zu den neuen Beschickern. Viele sind wie Gilbert Mosser schon seit fast einem Vierteljahrhundert dabei. Schon am Freitag ist er aus dem Elsass angereist. "Wir werden hier empfangen wie Freunde", berichtet Mosser. Er und seine Frau wohnen privat in Sindringen und freuen sich immer über das gemeinsame Abendessen der Töpfer in der Sindringer Halle am Abend.

"Alle hier im Ort helfen mit", freut sich Christiane Herrmann aus Straubingen. Wie Beate Hartmann (33). Sie kommt gerade mit ihren Kindern Lean und Laura die Gasse hoch, um kurz zu schauen, was es Neues gibt. "Dann werde ich noch zwei Kuchen backen", sagt die Sindringerin, die zuvor auch mit der Trommelgruppe, Bürgermeiser Uwe Gysin und Arnulf von Eyb (MdL) den Markt eröffnet hat.

"Der Töpfermarkt gehört für die Sindringer einfach dazu", sagt Beate Hartmann mit einem Strahlen im Gesicht. Da geht niemand in Urlaub. Warum auch, wenn die Töpfer die Toskana an den Kocher bringen.

 
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