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Kupferzell

Teilzeit-Ausbildung soll noch bekannter werden

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Aktionsbündnis Frau und Beruf veranstaltet Forum für Unternehmen

Wollen etwas bewegen: (v. l.) Simone Rieß, Leiterin der Kontaktstelle Frau und Beruf, mit Susanne Ehrmann, Bianca Biegel und Cathrin Schmetzer, den Beauftragten für Chancengleichheit von Arbeitsagentur und Jobcenter in der Region.Foto: privat
Wollen etwas bewegen: (v. l.) Simone Rieß, Leiterin der Kontaktstelle Frau und Beruf, mit Susanne Ehrmann, Bianca Biegel und Cathrin Schmetzer, den Beauftragten für Chancengleichheit von Arbeitsagentur und Jobcenter in der Region.Foto: privat

"Ich möchte meine Ausbildung mit einer Zwei abschließen", erklärt Nesreen Ahmad, eine von rund 870 Teilzeit-Auszubildenden im Land. Ihr ehrgeiziges Ziel ist typisch für Frauen, die in Teilzeit Familie und Ausbildung vereinbaren.

Das erste Forum für Unternehmen in Kupferzell zu den Themen Beschäftigtenförderung und Teilzeit-Ausbildung war mit rund 30 Arbeitgebern sehr gut besucht. Im Aktionsbündnis Frau und Beruf haben sich die Agentur für Arbeit, die Jobcenter im Landkreis Schwäbisch Hall und Hohenlohekreis, die Kontaktstelle Frau und Beruf und die Stadt Schwäbisch Hall vernetzt.

Monika Pietsch von der Stadt Schwäbisch Hall berichtet von durchweg guten Erfahrungen. "Wer zu Hause eine Familie managt, kommt auch in einer Teilzeit-Ausbildung gut klar." Sie wünscht sich, dass der Weg als Alternative zur klassischen Ausbildung noch bekannter wird.

Informieren und Raum für Netzwerke schaffen, das hat sich das Aktionsbündnis Frau und Beruf zum Ziel gesetzt und Arbeitgeber in die Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell eingeladen. Die Akteure auf der Bühne wollen die Teilzeit-Ausbildung nicht durch eine rosarote Brille sehen. Sandra Müller-Reinke vom Netzwerk Teilzeit-Ausbildung legt die Fakten auf den Tisch: "Voraussetzung ist eine 30-Stunden-Woche und die Vergütung ist der geringeren Arbeitszeit angepasst. Die Kinderbetreuung muss lückenlos organisiert sein".

Chance Schreinermeister Roland Lederer bildet eine Tischlerin in Teilzeit aus: "Die Zeit für die praktische Ausbildung ist knapp bemessen und die Berufsschulen sind wenig flexibel, trotzdem ist dieser Weg für mich eine Chance, die freien Lehrstellen zu besetzen."

Thekla Schlör, Leiterin der Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, spricht von einer Win-Win-Situation: "Für Arbeitnehmer bietet die Teilzeit-Ausbildung eine neue berufliche Perspektive und Arbeitgeber gewinnen Auszubildende mit hoher Sozialkompetenz, die oft Vorerfahrung, auf alle Fälle aber Lebenserfahrung mitbringen." Für Hildegard Schulte von der Handwerkskammer gehört die Beratung zur Teilzeit-Ausbildung inzwischen zum Alltag: "Individuelle Lösungen sind gefragt und Verbesserungen bei den Kinderbetreuungsangeboten wünschenswert."

Claudia Schwarz von der Industrie- und Handelskammer erklärt: "Für Frauen, die während der Lehre schwanger werden, können normale Ausbildungsverhältnisse nach der Elternzeit in Teilzeit umgewandelt werden."

Unterstützung Das Thema Beschäftigtenförderung hat Erich Schumacher, Weiterbildungsberater bei der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, im Blick. Er erklärt, wie Arbeitgeber Mitarbeiter an sich binden können, und wie Arbeitsagentur und Jobcenter diese Anstrengungen beratend und finanziell unterstützen. Dabei weist er auch auf die neu eingeführte Bildungsprämie hin. red

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