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Dörzbach - Erlacher Höhe in Künzelsau bekommt Erntedankkörbchen der Kindergartenkinder

Von Claudia Burkert-Ankenbrand
Viele Kistchen und Kartons für die Erlacher Höhe in Künzelsau werden mit den Erntedankkörbchen der Kindergartenkinder gefüllt.Foto: Claudia Burkert-Ankenbrand
Viele Kistchen und Kartons für die Erlacher Höhe in Künzelsau werden mit den Erntedankkörbchen der Kindergartenkinder gefüllt.Foto: Claudia Burkert-Ankenbrand

Dörzbach - Äpfel und Birnen, Kürbisse und Kartoffeln, Brot und Getreide − das und vieles mehr lag am Erntedanksonntag um und auf dem Altar. Teile der Jahresernte wurden symbolisch vor Gott gebracht. Auch die Erntedankkörbchen der Dörzbacher Kindergartenkinder sollen verdeutlichen, dass nicht alles in Menschenhand liegt. Die Gründe, weshalb Menschen auf der Straße leben, versucht Stefanie Schwab den Kindern zu erklären. Was es heißt, kein Zuhause zu haben, können sich die Kinder nicht vorstellen.

Hilfe

Die Sozialarbeiterin bei der Erlacher Höhe ist mit der Praktikantin Jasmin Waldbüßer nach Dörzbach gekommen. "Sie nehmen mit, was in unseren Erntedankkörbchen ist", weiß Lars. Nicht nur er hört Stefanie Schwab in der Dreifaltigkeitskirche aufmerksam zu. Die Kindergartenkinder erfahren, dass die Erlacher Höhe in Künzelsau eine diakonische Einrichtung der Wohnungslosenhilfe in Hohenlohe ist. "Wir helfen den Menschen, die zu uns kommen", erzählt die Sozialarbeiterin. Die Kinder können es kaum erwarten, den Mitarbeiterinnen ihre prall gefüllten Körbchen zu geben.

Bevor jedoch ein Kind nach dem anderen mit seinen Gaben die Kistchen und Kartons füllt, wird es mucksmäuschenstill, und kleine Hände falten sich zum Gebet: "Der eine hat Hunger und hat kein Brot. Der andere hat Brot und kann nicht essen. Wir haben Hunger und haben Brot, darum lasst uns das Danken nicht vergessen." Die Idee, die Früchte des Herbstes, mit denen die Dörzbacher Kindergartenkinder den Erntedankaltar gestalten, der Wohnungslosenhilfe zu geben, kam aus dem Team der Mitarbeiter. "Das soll eine feste Einrichtung werden", erklärt Ulrike Trautmann. "Die Kinder lernen, geben, teilen und auch danken", begründet die Kindergartenleiterin die Spenden-Aktion. Dominic meint, der Inhalt seines Erntedankkörbchens helfe anderen Menschen. "Wir haben so viel zu essen, dass wir anderen etwas abgeben können", sagt er. "Gut", nennt Lars die Spenden-Aktion. Keine Frage also, dass die Kinder eifrig bei der Sache sind.

Signal

Die Mitarbeiterinnen kommen kaum nach, all die Lebensmittel zu verstauen. Trauben und Nüsse gibt ihnen Stella. Sie strahlt und sagt: "Das mache ich gerne." Robin legt Kartoffeln aus seinem Körbchen in einen der Kartons. Die Messnerin Margarete Waterstrat staunt, wie viele Kistchen und Kartons mit den 60 Erntedankkörbchen gefüllt werden können. "Das reicht für ganz viele Tage", versichert Ulrike Trautmann den Kindern, deren Körbchen nun alle leer sind.

Karl-Michael Mayer, Leiter der Erlacher Höhe in Künzelsau, betrachtet die Spenden-Aktion nach dem Erntedankfest als wichtiges gesellschaftliches Signal, das aus der Basis der Kirchengemeinde kommt. Mit den Gaben komme zum Ausdruck, dass Menschen am Rande der Gesellschaft beachtet werden.

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