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Kupferzell

Sturmschäden: Ab Mittwoch soll wieder Strom fließen

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Orkantief Burglind hat die Einsatzkräfte letzte Woche in Atem gehalten. Bei Kupferzell riss der Sturm zwei Oberleitungsmasten um. Jetzt werden provisorische Ersatzgestelle installiert.

Von Oliver Färber
Viel Aufwand ist notwendig, um drei provisorische Masten bei Eschental zu errichten: Auch lokale Firmen sind beteiligt, um die Höchststromstrecke wieder in Betrieb zu nehmen. Foto: Oliver Färber
Viel Aufwand ist notwendig, um drei provisorische Masten bei Eschental zu errichten: Auch lokale Firmen sind beteiligt, um die Höchststromstrecke wieder in Betrieb zu nehmen. Foto: Oliver Färber  Foto: Faerber, Oliver

Jeder könnte sich sicher Angenehmeres vorstellen, als an einem Sonntagmittag bei starkem und dazu noch eisigem Wind in 30 Metern Höhe auf einem Metallgestell herumzuklettern. Doch für die Facharbeiter, die bei Eschental im Einsatz sind, ist das ihr täglich Brot. Während sie in luftiger Höhe an Gurten gesichert schrauben, sieht die Hinterlassenschaft des Sturms Burglind ein paar Meter weiter, der den Sondereinsatz nötig gemacht hat, sehr surreal aus: Zwei der sonst so gewaltig aussehenden Stahlmasten liegen wie ineinander gebogen am Boden, als hätte sie sich ein Riese geschnappt und zerdrückt.

Selbst erfahrene Fachleute, die jahrzehntelang in diesem Bereich tätig sind, haben solch eine Szenerie noch nie erlebt. Dass Schneebruch Stromstrecken unterbrochen haben, das ja. Aber Wind? Das kennen sie nicht.

Mit notwendigem Sicherheitsabstand stehen mehrere Vertreter der Transnet BW, die das Fernleitungsnetz betreibt, an der Baustelle. Annett Urbaczka, Leiterin Unternehmenskommunikation, beobachtet die Arbeit der Fachleute, fragt sich, wie kühl es wohl dort oben ist. Und dabei hat dieses Ersatzgestell noch gar nicht seine Endhöhe erreicht.

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„Die drei werden jeweils 34 Meter hoch“, weiß ihr Kollege Gerhard Hügler. Das müsse so sein, damit diese die zwei total beschädigten Masten provisorisch für die nächste Zeit ersetzen können. Denn die Länge der Kabel und die notwendigen Abstände zwischen den Trägern und dem Boden müssten genau stimmen, damit die Strecke wieder in Betrieb gehen kann.

Auch er kann sich nicht genau erklären, wie die Winde von Burglind es geschafft haben, solch einen Schaden anzurichten. Er kann – während er die Schultern hoch zieht – nur mutmaßen: „Vielleicht hat es hier einen Wirbel gegeben.“ So etwas habe er auch von den Eschentalern gehört. Wirkliche Augenzeugen gebe es aber nicht.

Dafür viele Einheimische, die viel Verständnis für die Arbeit der Transnet BW und der beauftragten Firmen haben, die nun schnell arbeiten müssen. „Wir bekommen viel Unterstützung“, berichten Hügler und Urbaczka unisono. Die schweren Maschinen und andere Fahrzeuge dürfen auf die Felder, Wege und andere private Grundstücke. Ein Anrainer hat es erlaubt, dass Material und die Einsatzzentrale auf seinem Gelände unterkommen. Das helfe ungemein, dass die Aktion verkürzt werde.


 

Ersatzleitungen sollen ab Mittwoch Strom leiten

Denn auch wenn der Strom nun über Ersatzleitungen fließt, soll die Strecke von Kupferzell nach Goldshöfe nach derzeitigen Plänen am Mittwoch wieder in Betrieb gehen. Sollte nämlich eine weitere Strecke beschädigt werden, könnte es schon zu einem Problem werden. „Von diesem Ausfall hier wurde aber sicher nichts bemerkt“, erklärt Alain Kaptue Kamga von Transnet. Eine Ersatzschaltung habe sofort gegriffen.

Fachleute meinen, dass sich der Strom wahrscheinlich schon abgeschaltet habe, während die Leitung heruntergefallen ist. Trotzdem ist der Betreiber froh, dass es auch am Donnerstag schnelle örtliche Unterstützung gegeben habe: Der Kupferzeller Bauhof hat sämtliche Wege schon kurz nach dem Unglück weiträumig abgesperrt, damit niemand in die Gefahrenzone konnte.

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Wann das Provisorium wieder durch richtige Masten ersetzt werden kann, das weiß noch keiner ganz genau – auch nicht, wie hoch der entstandene Schaden ist. „Die neuen Masten müssen erst einmal bestellt und hergestellt werden“, macht Hügler deutlich. Die umgeknickten Metallhaufen seien völlig unbrauchbar. Und selbst wenn der Ersatz da sei, müssten wahrscheinlich neue Fundamente gelegt werden. „Unter zwei Monate läuft da nichts“, zeigt der Fachmann einen Zeithorizont auf.

 

 

 

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