Sturm Burglind knickt Strommasten
Viele Sachschäden und ein Verletzter. Polizei und Feuerwehr im Einsatz. Raum Künzelsau bleibt weitgehend verschont.

Das Sturmtief Burglind beschäftigte am Mittwochfrüh zahlreiche Einsatzkräfte im Hohenlohekreis. Zwischen 8 und 9 Uhr erreichte der Wind seine Spitzengeschwindigkeit. In Öhringen zeigten die Messgeräte 109 Stundenkilometer an - Orkan.
Die Stadt lag direkt an der Gewitterlinie, erklärt Meteorologe Christian Kronfeldner vom Deutschen Wetterdienst. Die Windböen und heftige Regenfälle verursachten Schäden. Praktisch alle Feuerwehren waren im Einsatz, teilt Kreisbrandmeister Günther Uhlmann mit. Umgestürzte Bäume machen den Großteil der Schäden aus.
Fußgänger verletzt
In Kupferzell fallen zwei Strommasten um und ein Dach wird beschädigt, als Windböen die darauf installierte Photovoltaikanlage erfassen. In Neuenstein wurde ein Fußgänger durch einen herabstürzenden Ast verletzt.
"Wir sind glimpflich davon gekommen", sagt Öhringens Bauamtsleiter Frank Hildebrand. Eine entwurzelte Kastanie im Hofgarten stürzte auf das Kneipp-Becken. Der morsche Baum zerstob in tausend Teile. Polizei und Feuerwehr beschäftigte ein Gartenpavillon, der auf die Hunnenstraße geweht wurde. Schäden, die über umgeknickte Bäume und defekte Straßenlaternen hinausgingen, gab es auch in Bretzfeld und Pfedelbach nicht.
Keine Einsätze in Künzelsau

Weitgehend verschont von Burglind blieb der Raum rund um Künzelsau. "Bei uns gab es feuerwehrtechnisch keine Beeinträchtigungen. Wir mussten nicht ein Mal ausrücken", zieht Thomas Böhret, Stadtbrandmeister und Leiter der Feuerwehr Künzelsau, Bilanz. Lediglich die Leitstelle in der Kreisstadt wurde auf sechs Mann verstärkt, um für alle Fälle gewappnet zu sein.
In Niedernhall wurde die Feuerwehr ein Mal gerufen, weil auf der Giebelheide ein Baum umgestürzt sei. Vor Ort entpuppte sich der Baum als Ast. "Als wir ankamen, mussten wir nicht einmal mehr eingreifen, weil der Ast bereits auf der Seite lag", schildert Kommandant Oliver Windt die Situation.
Gemeinden ohne Strom

Mehrere Kommunen im Hohenlohekreis seien zeitweise ohne Strom gewesen, teilt Dagmar Jordan, Pressesprecherin der Netze BW, mit. "Ab 8.24 Uhr kam es zu Versorgungsunterbrechungen", sagt Jordan. Bei Kupferzell habe eine Umspannstation Schaden genommen, wodurch auch Teile von Neuenstein, Pfedelbach, Michelfeld und Waldenburg bis zu 80 Minuten ohne Elektrizität gewesen seien.
Auch in Neuenstadt am Kocher, Möglingen und Langebrettach sei es zu längeren Ausfällen gekommen. "Öhringen hatte erst kurz nach 14 Uhr wieder Vollversorgung", so Jordan. Insgesamt seien rund 2000 Haushalte betroffen gewesen.
Josef Ballweg von Transnet BW erklärt, wie es mit den umgeknickten Masten des Höchstspannungsnetzes weitergeht. Die Feldwege in der Umgebung seien abgesperrt. "Bis in eineinhalb Wochen soll eine Notfreileitung errichtet werden", so Ballweg. Durch die ausgefallenen Masten ergäben sich keine Einschränkungen.
Stimme.de
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