Stefan Kraut: Rathaus-Insider will nach oben
Künzelsau - Ein Bürgermeister, der sich engagiert für die Stadt, die ihm über Jahrzehnte hinweg ans Herz gewachsen ist", will Stefan Kraut werden. Er hat als einziger im Kandidatenkarrussel um die Nachfolge von Volker Lenz Künzelsauer Wurzeln.

Künzelsau - Ein Bürgermeister, der sich engagiert für die Stadt, die ihm über Jahrzehnte hinweg ans Herz gewachsen ist", will Stefan Kraut werden. Er hat als einziger im Kandidatenkarrussel um die Nachfolge von Volker Lenz Künzelsauer Wurzeln. Ein bürgernaher Stadtchef will er sein. Zuhören können gehört für ihn neben rascher Auffassungsgabe, Entscheidungsfreudigkeit und Fleiß zu den Kardinaltugenden eines Bürgermeisters. Klar ist auch: "Einen, den die Arbeitsstunden schrecken, kann man gleich vergessen." Doch an einen Schreibtisch voller Arbeit ist der Geisteswissenschaftler längst gewöhnt, der in der Künzelsauer Stadtverwaltung Archiv wie Museum leitet und auch schon das kulturelle Leben und die Städtepartnerschaft gemanagt hat.
Philosophie, Geschichte und Germanistik, nicht aber das Verwaltungshandwerk hat er studiert. Einen Nachteil sieht Kraut, der bereits in Weikersheim und Braunsbach hatte Bürgermeister werden wollen. darin nicht. Immerhin seien über ein Viertel aller Bürgermeister im Ländle keine Verwaltungsfachleute. Im Künzelsauer Rathaus gebe es zudem viele gute Mitarbeiter. "Da braucht es einen Teamplayer, der die Richtung vorgibt."
Menschen im Blick
Mit der Neugestaltung des Peka-Areals in der Stadtmitte oder der neuen Mitte von Gaisbach warten auch künftig große Aufgaben auf den Rathauschef. Aber Stefan Kraut sieht vor allem in anderen Bereichen Handlungsbedarf: "Man sollte in die Menschen investieren − stärker als bisher geschehen", betont er. Vieles sei da ohne hohen Finanzeinsatz machbar. Dialog ist dabei für ihn das Zauberwort. In Runden Tischen will er mit den Bürgern ins Gespräch kommen bei Jugendthemen wie im Seniorenbereich oder wenn es um den Erhalt alter Bausubstanz geht. Gemeinsam die Grundlagen erarbeiten, den Handlungsrahmen festlegen und dann die Zukunft gestalten, so stellt er sich das Miteinander zwischen Bürgern und Verwaltung vor.
Auf dieser Grundlage will er nicht nur den Stadtjugendplan fortschreiben, sondern auch Senioren übers Ehrenamt stärker in gesellschaftliche Aufgaben einbinden. In Zeiten des demografischen Wandels steht der dreifache Vater fürs Miteinander der Generationen.
Familien sind für ihn dabei das Bindeglied. Wenn man eine Innenstadt schaffe, in denen sich alle Generationen wohl fühlten, die rollator- wie kinderwagengerecht sei − habe das auch gute Auswirkungen auf die Einkaufssituation. Und da dürfe Künzelsau mit Blick auf die Konkurrenten in der Nachbarschaft nicht ins Hintertreffen geraten. "Ein Bürgermeister kann zwar keinen Laden eröffnen, aber er kann mit Engelszungen reden" und auch langfristige Prozesse in Gang setzen. "Künzelsau hat sich einen guten Namen in der Nachbarschaft gemacht und erheblich an Attraktivität gewonnen", das möchte der parteilose Kandidat nach einer ersten Amtsperiode sagen können.
Finanzen
Auf den neuen Chef im Künzelsauer Rathaus kommen indes keine leichten Zeiten zu. Die Finanzen werden auch im reichen Künzelsau nicht mehr so üppig fließen. Doch dank der vielen Weltmarktführer rechnet Stefan Kraut mit keinen allzu extremen Einbrüchen. Stimmt das den Mann, der sich als humorvoll, aber auch als "sehr nachdenklich" angesichts gesellschaftspolitischer Themen beschreibt, nicht pessimistisch? "Nein", kommt die prompte Antwort. "Da hilft mir mein Historikerhandwerk. Das zeigt, was die Menschheit schon alles hinter sich gebracht hat."
Bereits erschienen sind die Kandidatenporträts von Josef Angebrandt (21. Juni), Harald Ehrler (22. Juni) und Stefan Neumann (23. Juni). Mit Gerhard Vogel (25. Juni) schließt sich die Runde. Termin für das HZ-Wahlforum ist der 29. Juni in der Stadthalle.
Zur Person: Stefan Kraut
Geboren ist Stefan Kaut 1960 in Montevideo, Uruguay. 1972 zog die Hohenloher Familie wieder nach Künzelsau. Am Ganerbengymnasium machte Stefan Kraut 1979 Abitur und studierte in Stuttgart Philosophie, Geschichte und Germanistik. Bereits während seines Studiums nahm er 1986 seine Arbeit in der Stadtverwaltung Künzelsau auf. Zudem ist er als Autor und in der Erwachsenenbildung tätig und im TSV Künzelsau ehrenamtlich engagiert. Er ist geschieden und hat drei Kinder.
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